Pressemitteilung vom 22. Juli 2026

Warum die Grünpflege keinen Sommerurlaub macht

  • Die Stadt mäht Wiesen auch bei Hitze und Trockenheit

In den heißen Sommermonaten wundern sich viele Bürger*innen, warum die städtischen Betriebe auch bei Trockenheit Langgraswiesen und artenreiche Blühflächen mähen. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, folgt einem durchdachten Konzept, das Ökologie, Sicherheit und straffe logistische Abläufe vereint.

Die Hauptgründe für die Sommermahd:

  • Ökologie und Artenvielfalt: Artenreiche Wiesen benötigen nährstoffarme Böden. Wird das Gras im Sommer nicht gemäht und abgeräumt, verrottet es im Herbst und überdüngt den Boden. Die Folge wäre, dass dominante, nährstoffliebende Gräser in den nächsten Jahren die seltenen Wildblumen verdrängen, welche nur auf nährstoffärmeren Standorten konkurrenzfähig sind. 
  • Verkehrssicherheit und Brandschutz: Sichtachsen an Kreuzungen, Kurven sowie Rad- und Gehwegen müssen für die Verkehrssicherheit dringend freigehalten werden. Zudem stellt vertrocknetes, hohes Gras eine erhebliche Brandgefahr dar – eine weggeworfene Zigarette reicht oft aus, um ein Feuer zu entfachen
  • Strikte Arbeitsabläufe im Jahresverlauf: Die Pflegeprogramme der Stadt sind personell und zeitlich genau durchgetaktet und an gesetzliche Fristen gebunden. Eine Verschiebung der Mahd nach hinten ist logistisch nicht möglich, da ab Herbst nahtlos andere Aufgaben anstehen. Dann macht das Herbstlaub viel Arbeit, der Winterdienst wird vorbereitet und ab Oktober ist der Gehölz- und Baumschnitt wieder erlaubt.

Die Stadt geht bei der Mahd so behutsam wie möglich vor. Wo das umsetzbar ist, werden Wiesen so gemäht, dass Langgrasstreifen über den Winter stehen bleiben. Das bietet Insekten Rückzugsräume und lässt Futter für Tiere wie zum Beispiel Vögel. Zudem wird die Schnitthöhe so hoch wie technisch möglich angesetzt. Der verbleibende Aufwuchs kann den Boden so weiterhin beschatten und vor extremer Austrocknung schützen. Zudem schont eine hohe Schnitthöhe die Insekten, Amphibien und Kleinsäuger, die sich am Boden aufhalten. Des Weiteren ist die Stadt dabei, die Mähwerke auf insektenfreundlichere Modelle umzustellen. Wo dies technisch und logistisch möglich ist, sind Balkenmäher statt Mulchern (Maschinen zum Mähen und gleichzeitigen Zerkleinern des Mahdguts) im Einsatz. Zudem werden nach und nach Insekten-Abstreifvorrichtungen nachgerüstet. 

Wo Balkenmäher bereits genutzt werden, lassen die Mitarbeiter*innen das Mahdgut mehrere Tage liegen, bevor sie es aufnehmen. So haben die darin lebenden Insekten Zeit, herauszukrabbeln und Zuflucht in den Reststreifen oder am Wiesenrand zu suchen. 

Veröffentlicht am 22. Juli 2026