Zum Schutz von Igeln
Nachtfahrverbot für Mähroboter geplant

Der Gemeinderat hat in der Sitzung am 14. Juli ein Nachtfahrverbot für Mähroboter auf den Weg gebracht. Damit will die Stadt kleine nachtaktive Tiere, insbesondere Igel, schützen. Denn ein Zusammenstoß mit einem Mähroboter kann für diese Tiere tödlich enden.
Verbot gilt nachts und während der Dämmerung
Mit einem Mähroboter lässt sich ohne viel Arbeit der Rasen im Garten kurzhalten. Die praktischen Geräte haben aber auch unerwünschte Nebenwirkungen. Denn viele tierische Gartenbewohner, die vor allem in der Dämmerung und im Dunkeln durchs Gras streifen, erkennen die langsamen Geräte oft nicht als Gefahr.
Laut Informationsvorlage soll daher das Mähen mit Mährobotern nachts und während der Dämmerung im Stadtgebiet mit einer Allgemeinverfügung untersagt werden. Die Fraktionen FR4U, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Eine Stadt für alle, SPD+Junges Freiburg, CDU, Freiburg Lebenswert und Kultur/Inklusion hatten beantragt, das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen.
Igel und andere Kleintiere schützen
Mähroboter über Nacht „arbeiten“ zu lassen, kann im schlimmsten Fall Tierleben kosten. Besonders kleine Igel sind gefährdet, denn bei Gefahr rennen sie nicht weg, sondern rollen sich ein. Auch für andere Kleintiere wie Frösche und Kröten kann der automatische Rasenmäher zum Verhängnis werden. Die allermeisten Mähroboter haben keine Sensorik, die die Tiere zuverlässig erkennt.
Um Igel und andere Kleintiere zu schützen, haben mittlerweile mehrere Städte bundesweit Nachtfahrverbote für Mähroboter über den Weg einer Allgemeinverfügung erlassen. Auch Freiburg schlägt jetzt diesen Weg ein.
Igel fühlen sich in Gärten wohl
Gärten bieten Igeln, anders als Ackerland, oft gute Bedingungen. Ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter ist daher eine einfache Möglichkeit, die bedrohten Tiere im urbanen Bereich zu schützen. Das Verbot soll sich nach den Zeiten richten, in denen die Igel aktiv sind: eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang in den Monaten März bis November.
Auch andere nachtaktive Kleintiere und Amphibien profitieren, wenn ihnen bei ihren nächtlichen Streifzügen keine Mähroboter begegnen.
Stadt berät zu Artenschutz im eigenen Garten
Wer darüber hinaus helfen möchte, dass sich Igel in Freiburg wohl fühlen, kann die Lebensraumvielfalt im eigenen Garten zum Beispiel mit artenreichen Wiesen, Totholzecken oder Laub- und Reisighaufen aufwerten. Igelfreund*innen können für kleine Durchlässe in Zäunen (mindestens 15 Zentimeter in Breite und Höhe) sorgen oder bestenfalls Zäune ganz durch Hecken aus heimischen Gehölzen ersetzen – damit die Tiere von Garten zu Garten wandern und Gefahren ausweichen können.
Eine Beratung und Förderung für naturnähere Gärten – auch für Igel – bietet das Umweltschutzamt der Stadt über das Förderprogramm „Artenschutz in der Stadt“.