Erster Luchsnachwuchs nach 200 Jahren
Luchskätzchen in Baden-Württembergs Wäldern

Der erste Luchsnachwuchs in Baden‑Württemberg nach 200 Jahren ist bestätigt. Die Luchskatze Elisabeth, die Ende September ausgewildert wurde, hat in ihrer Wurfhöhle ein Jungtier zur Welt gebracht.
Das Monitoring-Team des Wildtierinstituts der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg konnte die Geburt anhand von Telemetriedaten nachverfolgen und verzeichnet damit einen wichtigen Fortschritt im Bestandsstützungsprojekt "Luchs Baden‑Württemberg", das ein nachhaltiges Luchsvorkommen im Land aufbauen will.
Die FVA betont, dass der Erfolg ein großer Gewinn für den Artenschutz sei und die kontinuierliche Überwachung der Luchse als entscheidend für die zukünftige Population ansieht. „Wir können erstmals nach 200 Jahren wieder Luchsnachwuchs im Land begrüßen“, so die Institution. Das Ergebnis unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen FVA, dem Ministerium und Partnern, die seit Jahren an der Wiederherstellung des Luchsvorkommens arbeiten.
Ulrich Schraml, Direktor der FVA, hob hervor, dass das Team das Jungtier untersucht habe und es gesund sei. Genetische Proben sollen bald Aufschluss über die Vaterschaft geben, was weitere Einblicke in die Fortpflanzung und genetische Vielfalt der Luchse in der Region ermöglichen wird.
Die Luchskatze Elisabeth wurde die im Herbst 2025 im Nordschwarzwald ausgewildert gilt erst seit kurzem als territorial oder sesshaft: Nachdem sie zunächst zwei Monate im Gebiet des Auswilderungsortes östlich der Murg geblieben war, querte sie das Murgtal und ließ sich westlich der B500 nieder. Die Telemetriedaten, die ihr Sendehalsband liefert, zeigen: Seitdem ist sie diesem Gebiet treu geblieben. Als sesshaft gilt ein Luchs, wenn er mindestens über ein halbes Jahr hinweg in einem Gebiet nachgewiesen werden konnte.