Pressemitteilung vom 8. Mai 2026
Stadt Freiburg errichtet Zaun an der Synagoge
- Maßnahme zum Schutz jüdischer Einrichtungen
Die Stadt Freiburg wird an der Synagoge der Israelitischen Gemeinde einen Schutzzaun errichten. Hintergrund ist die weiterhin angespannte Sicherheitslage und wiederholte Angriffe auf jüdisches Leben in Deutschland. Der Entscheidung sind längere Abstimmungen mit der Israelitischen Gemeinde sowie intensive Abwägungen vorausgegangen. Der Sicherheitszaun war schon länger Wunsch der israelitischen Gemeinde.
Oberbürgermeister Martin Horn sagt: „Es ist erschreckend, dass eine solche Maßnahme notwendig ist. Gleichzeitig wollen wir jüdisches Leben in Freiburg bestmöglich schützen. Nach sorgfältiger Abwägung und im engen Austausch mit der Israelitischen Gemeinde haben wir uns entschieden, diesen Schritt zu gehen. Der Schutz der Gemeinde und ein gutes Miteinander in unserer Stadt stehen dabei im Mittelpunkt.“
„Wir bedanken uns ganz herzlich bei Oberbürgermeister, Martin Horn, der Stadt Freiburg, der Caritas Freiburg sowie natürlich auch der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, der wir angehören, und dem Zentralrat der Juden in Deutschland dafür, dass diese wichtige Ergänzung unserer bisherigen Sicherheitsstrukturen in Freiburg nun endlich realisiert wird. Auch wir würden uns selbstverständlich eine andere Realität wünschen, kommen aber eben auch nicht umhin der nach Einschätzung des BKA weiterhin bestehenden hohen besonderen abstrakten Gefährdung für jüdische Einrichtungen zu begegnen. Der Schutz unserer Gemeindemitglieder, Angehörigen und des jüdischen Lebens in Freiburg hat für uns dabei Priorität. Gleichzeitig bietet uns die Umfriedung nun auch die Möglichkeit, die Fundamentsteine der alten Synagoge zu einem würdigen Denkmal zu verarbeiten, das vor der neuen Synagoge Platz finden kann“ sagt Nikita Nikischin, Sicherheitsbeauftragter der Israelitischen Gemeinde Freiburg.
„Wir begrüßen die Errichtung des Zauns, da er der Israelitischen Gemeinde nicht nur mehr Sicherheit bietet, sondern auch zur notwendigen Klärung der Situation im Vorfeld der Synagoge beiträgt. Für unsere Arbeit in der ,Pflasterstub’, der Einrichtung für wohnungslose Menschen, bedeutet der Zaun eine spürbare Erleichterung, da sich die wohnungslosen Menschen häufig im Bereich vor der Israelitischen Gemeinde aufhalten. Als Caritasverband fühlen wir uns der Israelitischen Gemeinde eng verbunden – nicht nur, weil wir Nachbarn in Freiburg sind, sondern vor allem, weil das Judentum unsere ältere Geschwisterreligion ist“, sagt Rainer Gantert, Vorstandsvorsitzender des Caritasverband Freiburg-Stadt. Der Caritsverband übernimmt die Planung und Umsetzung des Zauns.
Aus stadtplanerischer Sicht sind Zaunanlagen im öffentlichen Raum grundsätzlich nicht vorgesehen, da öffentliche Plätze möglichst offen und zugänglich bleiben sollen. In diesem Fall wird davon aber abgesehen. Die Stadt Freiburg hat gemeinsam mit der Israelitischen Gemeinde einen Entwurf entwickelt, der sowohl den Sicherheitsanforderungen gerecht wird als auch den Charakter des Platzes so weit wie möglich erhält.
Der geplante Stahlstaketenzaun ist bewusst transparent gestaltet und ermöglicht weiterhin Sichtbeziehungen zum Platz und den angrenzenden Nutzungen. Gleichzeitig schaffen paarweise verbundene Stahlstäbe einen geschützten Bereich. Mit einer Höhe von rund 1,75 Metern soll ein Übersteigen verhindert werden. Der Verlauf des Zauns berücksichtigt bestehende Leitungen im Untergrund sowie die Querung des Bächles.
Der Brunnen vor der Synagoge bleibt unverändert. Eine großzügige Toranlage mit einem Sonderelement, das an eine Menora erinnert, greift die Symbolik des Ortes auf. Weitere Öffnungen sind unter anderem für Wartungszwecke vorgesehen.
Die Kosten für die Maßnahme werden derzeit auf rund 120.000 Euro geschätzt. Der Zentralrat der Juden beteiligt sich mit einem Zuschuss in Höhe von 27.500 Euro. Die übrigen Kosten trägt die Stadt Freiburg.