Pressemitteilung vom 30. Januar 2026

Statistik des Standesamts 2025 liegt vor

  • Geburten und Trauungen auf Vorjahresniveau, weniger Sterbefälle und Kirchenaustritte
  • Ältere Semester legen besondere Heiratslust an den Tag

Eheschließungen und Geburten, Todesfälle und Kirchenaustritte – die Jahresstatistik 2025 des Standesamts liegt vor. Hinter den Zahlen lassen sich Glücksmomente und Schicksalsschläge erahnen, sie geben Einblick in die Lebensentwürfe von Freiburger*innen. Bei einer Pressekonferenz hat das Team des Standesamts heute die neuen Daten und Zahlen vorgestellt. „Geburten und Trauungen bewegen sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs – hier gibt es nur leichte Schwankungen. Aufgefallen ist uns aber die Heiratslust der älteren Semester“, verrät Standesamtsleiterin Dominique Kratzer. Gleichzeitig hat es einen Rückgang der Sterbefälle gegeben. Außerdem ist das Selbstbestimmungsgesetz nun seit 14 Monaten in Kraft. Das Standesamt kann deswegen erstmals die Zahlen für ein volles Kalenderjahr präsentieren.

Geburten

Wie schon in den vergangenen Jahren gab es bei den Geburten auch 2025 keinen Rekord. Die 6000er Marke wurde seit 2021 nicht mehr überschritten. Mit der Beurkundung von 5600 Geburten wurde aber der exakt gleiche Wert erreicht wie im Jahr 2022; ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr (2024: 5511). Wie in den Jahren zuvor erblickten in Freiburg mehr Jungen (2856) als Mädchen (2742) das Licht der Welt. Bei zwei Neugeborenen konnte das Geschlecht nicht bestimmt werden.

Über doppeltes Glück konnten sich 110 Elternpaare freuen, zwei mehr als im Vorjahr. Der Rekord von 159 Zwillingsgeburten aus dem Jahr 2021 wurde damit erneut weit verfehlt. Drillinge gab es erstmals wieder seit 2012 keine.

2025 hat sich der prozentuale Anteil der Eltern, die aus dem Umland in die Freiburger Kliniken kamen, leicht erhöht. Das Standesamt registriert nicht nur den Nachwuchs der Freiburger*innen. Gezählt werden alle Kinder, die hier geboren werden. 62,8 Prozent (2024: 61,6 Prozent) der beurkundeten Geburten sind Eltern zuzurechnen, die beispielsweise aus dem Freiburger Umland oder dem Hochschwarzwald stammen.

Der Freiburger „Geburtstag des Jahres“ fiel 2025 in den Frühherbst: Am 5. September wurden 26 Kinder in den Freiburger Kreißsälen geboren. Die wenigsten Geburten wurden an einem Wintertag, nämlich dem 1. Februar, verzeichnet. An diesem Tag kamen sechs Babys zur Welt. Als Monat mit den wenigsten Geburten ging der November in die Statistik ein (402). Im Jahr zuvor war der März geburtenschwächster Monat. Beim Spitzenreiter hat sich der Trend der vergangenen Jahre verfestigt: Die meisten Geburten gab es wieder in einem Sommermonat, diesmal dem August (538). Im Vorjahr lag der Juli an der Spitze.

Ein genauer Blick auf Namen, Daten und sogar Uhrzeiten bringt immer wieder kuriose Zufälle ans Licht: Ein Kind entschied sich, am 12.12. um 21.21 Uhr den Mutterleib zu verlassen, und erwies sich damit als Fan von Palindromen. Ein anderes Kind mit Faible für Zahlenspiele erblickte am 7.03. genau um 7.03 Uhr das Licht der Welt. Ein besonders Gespür für Zahlen hat auch diese Familie an den Tag gelegt: Die Eltern heirateten an einem 20. März, Geburtstag haben sie am 20. April und am 20. Mai; folgerichtig kam ihr Kind am 20. Juni auf die Welt. Drei Tage in Folge feiern kann eine andere Familie: Die Eltern sind am 5. und 6. August geboren, ihr Kind am 7. August. Bei einem Paar lagen Trauung und Geburt ganz nah beieinander. Ihr Kind kam einen Tag vor der Hochzeit auf die Welt. Bei einem anderen Elternpaar hingegen lagen zwischen ihrer Hochzeit und der Geburt des ersten Kindes 20 Jahre.

Wie im Vorjahr waren etwa 30 Prozent der frischgebackenen Eltern unverheiratet. Die jüngste Mutter, die das Standesamt 2025 beurkundet hat, war 15 Jahre alt, ein Jahr älter als die jüngste Mutter im Jahr zuvor. Der jüngste Vater zählte 17 Jahre. Die älteste Mutter war erneut 54 Jahre alt. Wie in den drei Jahren zuvor kamen die Eltern aus insgesamt 121 verschiedenen Herkunftsländern – sehr nah dran an dem Rekord aus dem Jahr 2021 (123).

Die Zahl von Hausgeburten beziehungsweise Geburten außerhalb von Kliniken und Geburtshäusern ist auf 48 angestiegen (2024: 43).

39 Kinder wurden tot geboren, drei weniger als im Vorjahr

Trauungen

2025 haben sich 1017 Paare das Ja-Wort gegeben, etwas weniger als im Vorjahr (2024: 1032). Das Niveau der Eheschließungen ist mit Blick auf die vergangene Dekade stabil, die Zahl lag immer über der Eintausend-Grenze. Der Freiburger Heiratsrekord liegt bei 1463 Trauungen im Jahr 1967. Für 848 Paare war es eine Hochzeitspremiere, also die erste Ehe, die sie eingingen (2024: 792). Vier Paare gaben sich nach der Scheidung erneut das Ja-Wort. Wie im Vorjahr hatte knapp ein Fünftel der frisch Vermählten bereits gemeinsame Kinder (2025: 191; 2024: 190).

Insgesamt gingen 16 weibliche (2024: 25) und zwölf männliche Paare (2024: 11) die Ehe ein. Eines der Paare ließ eine bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln.

Viel zu tun gab es für die Standesbeamtinnen an den Wochenenden: Mehr als ein Drittel der Ehen (343) wurde an einem Samstag geschlossen (2024: 294). Der beliebteste Heiratsmonat war wie in den Vorjahren der August mit 128 Trauungen (2024: 137), gefolgt vom Juli mit 118 Trauungen (2024: Juni mit 118 Trauungen) und dem Wonnemonat Mai mit 110 Trauungen (2024: Juli mit 113 Trauungen). Das Schlusslicht bildete im Jahr 2025 der Februar mit nur 32 Trauungen (2024: Januar mit 30 Trauungen).

Gute 80 Prozent, und damit der Großteil der Ehepaare, wohnte auch in Freiburg. 201 Brautpaare, also knapp 20 Prozent, kamen von auswärts zur Trauung hierher, ein ähnlicher Anteil wie im Vorjahr (2024: 198). 223 Freiburger Paare haben sich für den umgekehrten Weg entschieden und außerhalb von Freiburg geheiratet, etwas weniger als im Vorjahr (2024: 260). Weitere 49 Paare beantragten eine Bescheinigung für die Eheschließung im Ausland (2024: 51). Sieben Trauungen fanden außerhalb des Standesamtes statt: Diese Paare gaben sich das Ja-Wort in der Uniklinik.

Bei 241 Trauungen hatte mindestens einer der Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit (2024: 249). In 82 Fällen traf das auf beide zu (2024: 87). Insgesamt stammten die Brautleute aus 67 verschiedenen Staaten (2024: 63), darunter nach Deutschland am häufigsten aus der Türkei (27 Personen), Italien (25 Personen) und Frankreich (neun Personen). Im Jahr 2024 hatte Italien die Nase vorne (29 Personen), danach folgten die Türkei (16 Personen) und Spanien (14 Personen).

Sehr heiratslustig waren die älteren Semester: 18 Frischvermählte waren über 70 Jahre alt (2024: 7); und sechs Eheschließende über 80 (2024: 1). Der größte Altersunterschied zwischen zwei Ehewilligen lag bei 35 Jahren.

Bei der Namenswahl haben sich 644 Paare (2024: 613) für einen gemeinsamen Nachnamen entschieden. Neu war die Möglichkeit, auch nach deutschem Recht einen gemeinsamen Doppelnamen zu wählen. Insgesamt 35 Paare haben sich dafür entschieden. In gemischtgeschlechtlichen Ehen wählten wie auch im Vorjahr etwa 80 Prozent der Eheleute den Nachnamen des Mannes zum Ehenamen (2025: 492; 2024: 491).

Selbstbestimmungsgesetz

Seit dem 1. November 2024 gilt das neue Selbstbestimmungsgesetz. Es ermöglicht trans- und intergeschlechtlichen sowie nichtbinären Personen, ihren Geschlechtseintrag und ihren Vornamen ändern zu lassen. Dazu ist nur eine einfache Erklärung gegenüber dem Standesamt notwendig. 2025 gaben beim Freiburger Standesamt insgesamt 85 Personen eine entsprechende Erklärung ab. 2024 waren es allein in den zwei Monaten von Inkrafttreten des Gesetzes bis Jahresende 84 Personen.

2025 änderten 19 zuvor als männlich eingetragene Personen ihren Eintrag zu weiblich. Den umgekehrten Weg, von weiblich zu männlich, gingen neun Menschen. Der Geschlechtseintrag „divers“ ersetzte in sechs Fällen den Eintrag „männlich“ und in 21 Fällen den Eintrag „weiblich“. Sieben in den Registern zuvor als männlich und 22 als weiblich Geführte ließen den Geschlechtseintrag ganz entfernen. Eine Person änderte ihren Eintrag von divers zu männlich.

Sterbefälle

Einen Rückgang gab es bei den Sterbefällen: 3372 Verstorbene hat das Standesamt Freiburg 2025 beurkundet, 96 weniger als im Vorjahr. Unter den Verstorbenen waren 1813 ortsansässige Personen, damit 48 mehr als 2024. Wie in den Vorjahren sind wieder etwas weniger Frauen (1660) als Männer (1711) verstorben. In 270 Fällen war die Todesursache unklar und die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. Unter den Verstorbenen waren 39 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, fünf weniger als 2024. 19 Frauen und zwei Männer waren zum Todeszeitpunkt hundert bzw. über hundert Jahre alt – zehn Personen weniger als im Vorjahr.

Kirchenaustritte

Nochmals einen deutlichen Rückgang gab es 2025 bei den Kirchenaustritten: Insgesamt sind im vergangenen Jahr 2238 Personen aus ihrer Religionsgemeinschaft ausgetreten, das sind 378 weniger als im Vorjahr (2024: 2616). Damit setzt sich der rückläufige Trend seit dem Rekordjahr 2022 mit 3805 Austritten fort. Die katholische Kirche haben 1277 Personen verlassen (2024: 1409), die evangelische 943 (2024: 1189). Anderen Glaubensgemeinschaften haben – wie im Vorjahr – 18 Personen den Rücken gekehrt.

Ortsverwaltungen

Die Ortsverwaltungen, die jeweils eigene Standesamtsbezirke bilden, meldeten 2025 insgesamt acht (2024: 10) Geburten. Bei den Eheschließungen gab es ein Plus: 2025 ließen sich 155 Paare in den Ortschaften trauen (2024: 143). Die Zahl der Sterbefälle in den Ortschaften lag mit 102 deutlich über der des Vorjahres (2024: 58). In den Ortsverwaltungen traten 265 Personen aus der Kirche aus – weniger als noch 2024 (287).

Veröffentlicht am 30. Januar 2026