Viele Besucher*innen seit Eröffnung

NS-Dokuzentrum zieht erste Bilanz

Besucher*innen laufen durch die Ausstellung, im Hintergrund die Ausstellungs-Objekte

Vor vier Monaten hat das neue Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS) am Rotteckring seine Türen geöffnet. Seit dem haben über 22.000 Menschen die dreisprachige Dauerausstellung und den Gedenkraum besucht.

Neben Gästen aus Freiburg und anderen Teilen Deutschlands kamen viele aus den Nachbarländern Frankreich und Schweiz, aber auch aus Israel, Skandinavien, Lateinamerika, Kanada oder den USA. Nachkommen von Freiburger*innen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, besuchten den Gedenkraum in Erinnerung an ihre Angehörigen.

Die hohe Nachfrage zeigt, wie groß das Interesse an diesem wichtigen Ort ist – in Freiburg, aber auch weit darüber hinaus. Das Dokumentationszentrum ist mir ein echtes Herzensanliegen, es ist ein wichtiger Baustein im Einsatz für unsere Demokratie. Hier ist ein Ort des Erinnerns entstanden, des Nachdenkens und vor allem des Lernens für die Zukunft. Der gelungene Start ist auch ein Verdienst der engagierten Arbeit aller Beteiligten im Vorfeld und im Betrieb.

Oberbürgermeister Martin Horn

Führungen und Bildungsangebote

  • Seit der Eröffnung verzeichnete das DZNS gebuchte Führungen für 74 Schulklassen und 72 für Erwachsenengruppen.
  • 58 Schulklassen und 32 Erwachsenengruppen nutzten vor Ort entweder das App-Angebot oder ließen sich von Lehrpersonen oder eigenen Guides anleiten.

Unter der Woche fanden vormittags fast täglich Führungen für Schüler*innen und regelmäßig auch für Erwachsenengruppen statt. Hier spiegelt sich auch der Erfolg von Fortbildungen für Lehrkräfte wider, die zu unterschiedlichen Themen angeboten wurden und auf großes Interesse stießen. Die öffentlichen Führungen am Sonntag waren wie die Lesungen, Podiumsdiskussionen oder Vorträge im Foyer bisher immer ausgebucht. Bei öffentlichen Kurzführungen unter der Woche, Kulturpause und Feierabendführung, war die Nachfrage ebenfalls hoch.

Gegen das Vergessen

Ich freue mich, dass die Angebote des NS Dokumentationszentrums gerade von jungen Menschen so gut angenommen werden. Sie sind ein unschätzbarer Beitrag zur Demokratiebildung. Die zunehmende Geschichtsvergessenheit beweist, wie wichtig gerade in diesen politisch unruhigen Zeiten Aufklärung und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sind.

Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach

Über das Dokuzentrum Nationalsozialismus

Das DZNS ist eine Außenstelle des Augustinermuseums und fünftes Haus im Verbund der Museen Freiburg. Es ist mit seiner Dauerausstellung „Hinter den Fassaden. Freiburg im Nationalsozialismus“ seit dem 21. März in den Räumen des früheren Verkehrsamts von 1936 untergebracht. Hierzu gehört auch ein ziviler Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Haus steht unter Denkmalschutz, seine eigene Vergangenheit ist Teil der Präsentation.

Auf drei Etagen gibt es historische Objekte, Reproduktionen, interaktive Elemente und digitale Medien verteilt auf vier „ZeitRäume“. Im Fokus stehen beispielhafte Biografien unterschiedlicher Persönlichkeiten, konkrete Orte und Ereignisse. Ein zentraler Ort der Erinnerung befindet sich im überdachten Innenhof. Der neu errichtete Gedenkraum ist allen Menschen aus Freiburg gewidmet, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.

Von den aktuell 1048 sichtbaren Namen sind bisher 700 Biografien über die Museen Freiburg App abrufbar. Auch zu verfolgten Menschen und Gruppen, zu denen bislang wenig bekannt ist, soll geforscht werden. In den kommenden Jahren sollen die Recherchearbeiten zum Gedenkraum durch die Unterstützung des Fördervereins und durch eine Förderung des Landes Baden-Württemberg intensiviert werden. Die 700 Biographien sollen vervollständigt werden und zu verfolgten Menschen und Gruppen, zu denen bislang wenig bekannt ist, soll geforscht werden.

Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus, Rotteckring 14, ist von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am Dienstag von 10 bis 19 Uhr. Bis März 2026 ist der Eintritt frei. Weitere Informationen gibt es unter www.museen.freiburg.de/dzns.

Veröffentlicht am 22. Juli 2025