Städtisches Pilotprojekt
Neue Schulstraße an den Pestalozzischulen

In Zusammenarbeit mit der Pestalozzi-Grundschule und der Pestalozzi-Realschule führt die Stadtverwaltung im Melanchthonweg im Stadtteil Haslach zum Beginn des neuen Schuljahrs die zweite Pilotschulstraße in Freiburg ein. Ab Montag, 14. September, ist der Melanchthonweg während des kommenden Schuljahrs deshalb zeitweise für den motorisierten Verkehr gesperrt: von Montag bis Freitag jeweils von 7.30 bis 8.30 Uhr und von 12.15 bis 13.30 Uhr.
Radfahrer*innen und Anwohnende kommen weiterhin durch
Radfahrer*innen dürfen durchfahren und Anwohnende können eine Ausnahmeregelung beantragen. Um den verbleibenden Verkehr zur Schule zu ordnen, richtet die Verwaltung zudem in der Staufener Straße eine Hol- und Bringzone ein.
Eine feierliche Eröffnung der Schulstraße ist im Rahmen der Einschulung am Donnerstag, 17. September, geplant. Eltern der Pestalozzi Grundschule organisieren dies mit Unterstützung der Stadt Freiburg.
Schulstraße soll den Autoverkehr reduzieren
Die neue Schulstraße soll den Autoverkehr vor der Schule reduzieren und so die Sicherheit der Kinder erhöhen. Künftig sollen mehr Kinder selbstständig zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen. Anlass für neue Regelung war, dass Schulleitung und Eltern gefährlichen Situationen durch Bring- und Wendeverkehr sowie durch Ausweichverkehr auf den Gehweg im Melanchthonweg geschildert hatten.
Begleitend zu den neuen Regeln plant die Stabsstelle Mobilität Informations- und Mitmachangebote wie zum Beispiel die Einrichtung eines Laufbusses. Außerdem evaluiert die Verwaltung, wie die Maßnahme wirkt. Dafür gibt es Verkehrszählungen, Befragungen und auch die Kinder werden beteiligt.
Wer Fragen zu der neuen Schulstraße hat, kann sich per Mail an die Stabsstelle Mobilität wenden: schulwege@freiburg.de. Mehr Infos gibt es auch unter: freiburg.de/schulstrassen.
Tiengen zieht positive Bilanz
Seit März gibt es in Tiengen vor der Markgrafenschule die erste Schulstraße; ergänzt durch eine neue Parkordnung. Schulleitung, Kitaleitung, Elternvertretung und Kinder bewerten die neue Regelung bisher positiv. Sie fühlen sich sicherer und berichten, dass sich die Situation vor der Schule deutlich verbessert hat.
Auch die Verkehrszählungen zeigen, dass der Autoverkehr seit Einführung der Schulstraße zu den Sperrzeiten deutlich abgenommen hat. Vereinzelt gibt es aber noch Autofahrer*innen, die sich nicht an die Sperrung halten. Wie sich die Verkehrszahlen langfristig entwickeln, muss weiter beobachtet werden. Eine abschließende Bewertung steht noch aus, Beobachtungen und Rückmeldungen fließen in die abschließende Bewertung ein.
Gesamtstrategie in Arbeit
Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat mit einem Erlass im vergangenen August erstmals klar definiert, was Schulstraßen und Schulzonen sind und wie Kommunen sie rechtssicher einführen können. Eine Schulstraße ist ein Straßenabschnitt vor einer Schule, der zu bestimmten Zeiten für den Autoverkehr gesperrt wird – typischerweise zu Schulbeginn und -ende.
Da es das bisher in Freiburg nicht gab, testet die Verwaltung das Konzept aktuell in der Maierbuckstraße in Tiengen – und ab Herbst eben auch im Melanchthonweg. Mit den Erfahrungen wird die Stabsstelle Mobilität dann eine Gesamtstrategie zur Umsetzung von Schulstraßen in Freiburg erarbeiten.