Findet Nemo

Junge Clownfische auf dem Mundenhof

Farbenfroher Nachwuchs im Aquarium auf dem Mundenhof. (Foto: Thomas Baumann, Aquarienverein Freiburg e.V.)

Mit dem Film "Findet Nemo" von 2003 sind Clownfische aus der Gattung der Anemonenfische weltweit zu Berühmtheit gelangt. Jetzt schwimmen 20 von ihnen in einem Salzwasserbecken im Aquarium auf dem Mundenhof. 

Für diesen Zuchterfolg hat der Freiburger Aquarienverein wieder alles aus seinen begrenzten technischen Möglichkeiten herausgeholt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verein mit der Nachzucht von Piranhas und Kauderni-Barschen Aufsehen erregt.

Weibchen geben den Ton an

Die Jungtiere sind zwar noch winzig, werden aber bald auf Nemos Größe aus dem Film heranwachsen. Amphiprion ocellaris oder auch "Falsche Clownfische" erkennt man an der leuchtend orangenen Farbe, die von zwei bis drei weißen Querstreifen unterbrochen wird. Ihr Habitat erstreckt sich von den Riffen Südostasiens bis zum Nordwesten Australiens. Sie sind aber im gesamten Indischen Ozean und im Pazifik weit verbreitet und leben meist zusammen in einer Gruppe. Kurios: Die Fische werden zuerst männlich geboren. Das stärkste Tier aus dem Schwarm wird zum Weibchen, das zweitstärkste zeugt die Nachkommen mit der nun weiblichen Anführerin.

Ungewöhnliche Freundschaft

Clownfische leben im Gruppenverbund und gehen eine außergewöhnliche Symbiose mit Anemonen ein. Die Fische dürfen sich zwischen den sonst giftigen Tentakeln der Anemone verstecken und werden nicht gestochen. Das schützt sie vor Gefahren. Zum Dank versorgen sie die Anemone mit Futter und vertreiben ihre Fressfeinde.

Auch ihre Eier beschützt die Mutter mit ihrem Leben. Sie legt die Eier am Fuß der Anemone ab, etwa 200 Stück an der Zahl. Schlüpfen die Tiere, werden sie als Larven mit der Strömung ins weite Meer hinausgetrieben. Weil sie in diesem Stadium fast durchsichtig sind, sind sie für Fressfeinde kaum zu erkennen. Schwierig wird es nach der Metamorphose, durch die sie ihre charakteristische Färbung bekommen. Der Weg zum rettenden Riff ist oft weit und mit Gefahren gespickt. So ist es schon ein Erfolg, wenn es zwei von 200 Mini-Nemos überhaupt zurück in eine Anemone schaffen.

Publikumslieblinge im Aquarium

Mit viel Liebe zum Detail haben die Hobbyzüchter*innen vom Aquarienverein auf dem Mundenhof optimale Bedingungen für die Fortpflanzung der Publikumslieblinge geschaffen – ganz ohne gefährliche Strömung und hungrige Raubfische. So konnte das Weibchen auch im Aquarium seine Eier an einer Blasenanemone ablegen. Bereits nach acht Tagen schlüpften die Larven und brauchten gleich Futter. Auch dafür war gesorgt: Da das Futter genau die richtige Größe für die Jungfische haben muss, haben die Aquaristiker*innen Rädertierchen für die Kleinen gezüchtet.

Nach ihrer Metamorphose waren die Fischchen etwa so groß wie die "1" auf der Ein-Cent-Münze. Drei Wochen später schwimmen nun 20 Jungtiere durch das Einhängebecken des Aquariums auf dem Mundenhof. Mittlerweile sind sie größer als die "2" auf der Zwei-Euro-Münze. Übrigens: Wer sich beim Besuch fragt, warum die Fische so eng beieinander schwinnen, sieht ein natürliches Verhalten: Sie haben nicht etwa zu wenig Platz, sondern knäueln sich zusammen, um Feinde zu täuschen.

Vor denen müssen sie sich auf dem Mundenhof allerdings nicht fürchten, weder im noch vor dem Aquarium, wo sie besonders Kindern viel Freude bereiten. Die hatten in der Vergangenheit immer wieder nach zwei Fischarten gefragt: Piranhas und Nemos. Beide können sie nun auf dem Mundenhof bestaunen.

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Veröffentlicht am 12. Februar 2026