Evangelisches Dekanat Freiburg

Beitrag der Institution zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Freiburg und zu den Freiburger Nachhaltigkeitszielen

Die Evangelische Kirche in Freiburg hat in den letzten Jahren sowohl im ökonomischen, wie im ökologischen und im sozialen einen großen Umbruch erlebt. Die durchgeführte innerkirchliche Verwaltungsreform brachte neue Spielräume:

  • Energetische Sanierung von verschiedenen Gebäuden (Kindertagesstätten, Gemeindehäuser, Kirchen)
  • Reduzierung des CO2 Ausstoßes aufgrund vom Baumaßnahmen und Erneuerungen

Beispiele

  • 1 zertifizierter "Grüner Gockel"-Predigtbezirk (EMAS-Zertifizierung), Hochdorf
  • 1 Pfarrgemeinde (Südwest = 5 Predigtbezirke) in Vorbereitung "Grüner-Gockel" und 1 Predigtbezirk (= Stadtquartier) der Pfarrgemeinde (PG) Ost
  • 8 Predigtbezirke "Sparflamme" = Nutzerorientierte Klimaschutzinitiative mit gering investiven Maßnahmen
  • 6 Predigtbezirke mit "Heizungsoptimierung" (Beratung und Optimierung der Heizung durch Fachingenieur)
  • Energie-Verbrauchskontrolle in 8 Predigtbezirken über online-Portal "Avanti"
  • Bezug von KSE-Strom (Strom aus Wasserkraft" und Bioerdgas) für alle Einrichtungen der Stadtkirche
  • Energetische Sanierung mehrerer Gebäude (6x Pfarrhaussanierungsprogramm, Teilsanierung Auferstehungskirche, Sanierung Gemeindezentrum DB, etc.)
  • Schulungen für Hausmeister, ErzieherInnen, Energiebeauftragte aus den Gemeinden
  • Infoveranstaltungen/Stände für Gemeindemitglieder
  • Ökologisches Jahresprogramm im Predigtbezirk Dietrich-Bonhoeffer (Weingarten) mit Filmen Aktionstag "Ist Nachhaltigkeit im Alltag möglich", etc.
  • Verkauf fair gehandelter Produkte nach den Gottesdiensten

Zuordnung zu den Politikfeldern und den Nachhaltigkeitszielen

Politikfeld 1: Governance

Ziel 1.1: Vor der Entscheidung über wichtige Themen der Stadtpolitik wird die Stadtgesellschaft beteiligt.

Die Stadtsynode ist bei allen Baumaßnahmen und -projekten selbst oder durch Ausschüsse eingebunden.


Politikfeld 2: Lokales Management für Zukunftsbeständigkeit

Ziel 2.2: Die fünf Arbeitsschritte des Nachhaltigkeitsmanagements: Bestandsaufnahme, Zielsetzung, politische Beschlussfassung, Umsetzung und Beobachtung werden in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Es gibt eine Stabsstelle für Energiemanagement und Arbeitssicherheit.


Politikfeld 4: Verantwortungsbewusster Konsum und Lebensweise, Lokal und Global

Ziel 4.2: Unterstützung von Strukturen und Maßnahmen für ökologisch, regional und fair produzierte und gehandelte Produkte.

Ziel 4.3: Förderung des Bewusstseins für globale Entwicklungen, für den Kauf von langlebigen Produkten und für Produkte mit Umweltsiegel oder Fairtrade Siegel.

Ziel 4.4: Angebote, Projekte und Kampagnen für einen nachhaltigen Konsum und eine nachhaltige Lebensweise und eine weltweit gerechte Entwicklung fördern.

Ziel 4.5: Organisationen, Strukturen, Initiativen und Projekte unterstützen, die sich der Entwicklungs-zusammenarbeit, der internationalen Begegnung und dem Fairen Handel widmen.

Grüner Gockel (EMAS-Zertifikat) in einem Predigtbezirk, Visitationsziel in der Pfarrgemeinde (PG) West, Bildungsveranstaltungen im Rahmen der Erwachsenenbildung


Politikfeld 6: Verbesserte Mobilität, weniger Verkehr

Ziel 6.2: Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und Steigerung der Fahrgastzahlen im Binnen- und im Quell-/Zielverkehr.

Ziel 6.3: Konsequente Förderung des Fußverkehrs und attraktiver Ausbau des Fußwegenetzes.

Ziel 6.4: Stärkung des Radverkehrs, Ausbau der Radverkehrsanlagen und Reduzierung der Fahrradunfälle.

Ziel 6.5: Schutz der Bevölkerung vor Verkehrsunfällen sowie vor schädlichen Luft- und Lärmimmissionen.

Reduzierung des Parkangebots für KFZ nach Umzug in neues Verwaltungs- und Dienstleistungsgebäude (Ernst-Lange-Haus, Evangelisches Forum)


Politikfeld 7: Kommunale gesundheitsfördernde Maßnahmen

Ziel 7.2: Vollwertige und ausgewogene Ernährung, Sport und Bewegung vor allem von Kindern und Jugendlichen fördern; regional, saisonal und ökologisch kontrollierte Lebensmittel verwenden.

Bei der Versorgung in Kindertagesstätte wird auf diesen Punkt besonders geachtet. Ein Arbeitsschutzprogramm ist implementiert.


Politikfeld 9: Soziale Gerechtigkeit

Ziel 9.1: Armut bekämpfen, existenzsichernde Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und fördern sowie soziale Ausgrenzung verhindern.

Ziel 9.2: Gegenseitige Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen fördern, gegen Gewalt, Diskriminierung und ihre Ursachen auf allen gesellschaftlichen Ebenen konsequent angehen.

Ziel 9.3: Für alle Gruppen der Bevölkerung einen bedarfsgerechten und besonders für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen erschwinglichen Wohnraum sichern.

Ziel 9.4: Chancengleichheit und freien Zugang zu Bildung und bei der Nutzung von Einrichtungen gewährleisten, Kinder mit ihren Fähigkeiten und Ressourcen altersgerecht fördern und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und sozialen Kompetenz ermöglichen.

Ziel 9.5: Teilhabe am gesellschaftlichen Dialog sicherstellen, bürgerschaftliches Engagement, interkulturelles, generationenübergreifendes und alle Gruppen einbeziehendes Zusammenleben und Begegnungsmöglichkeiten fördern.

Klassisches Thema das die Kirchen in Gemeindearbeit, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit und Diakonie. Z. B. Diskussionen um Kirchenasyl, Integration von körper- und geistig behinderten Menschen (vgl. Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche, ABC u.a.), Familiencafé bei Thomas in Freiburg-Zähringen.


Politikfeld 10: Bildung

Ziel 10.4: Frühe Förderung der Sprachkompetenz, auch die Sprachfähigkeit der deutschen Kinder – jedes Kind soll bei Schulbeginn die deutsche Sprache und bei Kindern mit Migrationshintergrund die Muttersprache seinem Alter gemäß sprechen können.
Sprachförderprogramme in Kitas/Familienzentren (z. B. Kreuzkindergarten, Kitia Violett).

Ziel 10.5: Stärkung, Ausbau und Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der interkulturellen Bildung im Prozess des lebenslangen Lernens, um Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln in globaler Verantwortung zu vermitteln.

Sprachförderprogramm für Mütter mit Migrationshintergrund im Kita Violett.


Politikfeld 11: Klima und Energie

Ziel 11.1: Senkung der Kohlenstoffdioxid (CO2) – Emissionen.

Teilnahme an Programm der Evang. Landeskirche zur Reduktion von CO2 um 40%.

Ziel 11.2: Energieeffizienz, Energieeinsparung und erneuerbare Energien gemeinsam mit allen Akteuren stärken und fördern.

Bezug von Strom von kircheneigener Gesellschaft (KSE): Verzicht auf Atomstrom, Strom aus Wasserkraft, KSE Bioerdgas.

Ziel 11.3: Steigerung des Anteils von Häusern mit hohen energetischen Standards.

Diverse energetische Sanierungen wurden durchgeführt: Gemeindehäuser (z. B. Melanchthonkirche, Ludwigskirche, Petrus-Pauluszentrum u. a.) Kitas (z. B. Kreuzkindergarten, Petrus-Paulus-Kiga, Zachäuskita, u. a.).

Ziel 11.4: Nutzung aller Potenziale für erneuerbare Energien (u.a. Solardächer, Wind- und Wasserkraftanlagen) und Steigerung des Anteils erneuerbarer Energie (Strom, Heizung, Mobilität usw.) am Gesamtenergieverbrauch.

Es sind Solardächer auf zwei Gemeindehäuser installiert: Katharina-von-Bora- Haus, Hochdorf, Auferstehungskirche, Littenweiler.

Es werden Programm durchgeführt wie "Sparflamme" zur Heizungsoptimierung oder "Avanti".


Politikfeld 12: Kultur

Ziel 12.1: Die Teilhabe an den kulturellen Angeboten und den kulturellen Aktivitäten fördern und für alle gesellschaftlichen Gruppen ermöglichen.

Kulturelle Teilhabe ist möglich in Gruppen und Kreisen, z. B. in Chören aber auch in Gottesdiensten, Ausstellungen und Veranstaltungen (häufig kostenlos).

Ziel 12.2: Das kulturelle Erbe schützen, für die nächsten Generationen erhalten und seine Bedeutung für die Geschichte der Stadt vermitteln.
z. B. historische Pfarrhaus Maienstraße, oder Christuskirche, oder Kreuzkirche, Melanchthonkirche usw.

Historisches Pfarrhaus Maienstraße, Christuskirche, Kreuzkirche, Melanchthonkirche u.a.

Ziel 12.3: Die Stadtgeschichte mit ihren kulturellen, soziologischen und bildungsbezogenen Aspekten lebendig vermitteln.

Z.B. durch Jubiläum "200 Jahre evangelisch in Freiburg", 2007.

Ziel 12.5: Stärkung von Angeboten zur Förderung eines friedlichen, sozial integrativen Zusammenlebens – die kulturelle Vielfalt der Einwohner im kulturellen Angebot der Stadt widerspiegeln.

Z. B. durch die Ausbildung von Jugendlichen (Konfirmanden) zu Friedensstiftern, Organisation der kirchlichen Friedendekade usw., Diskussion in den kirchlichen Leitungsgremien Stadtsynode und Stadtkirchenrat (Friedensethisches Papier).



Beispielhafte Projekte der Institution

Grüner Gockel Zertifizierung in Freiburg-Hochdorf. Klare Philosophie der Bauabteilung zu nachhaltigem Bauen und Umbauen.

Grüner Gockel
Klimaschutz und Umweltmanagement
Energie-Check "Sparflamme"

Evangelisches Dekanat Freiburg


Bildergalerie

Neubau des Lukaskindergartens in Freiburg-St.Georgen (Foto: Günter Hammer)
Sanierung des Gemeindezentrums Petrus-Paulus an der Lorettostraße inkl. Sanierung des Petruskindergartens (Foto: Günter Hammer)