Klimaschutzpolitik

Die globale Erwärmung der Erdatmosphäre ist eine belastende Hypothek im 21. Jahrhundert. Das Umweltschutzamt entwickelt Konzepte und Maßnahmen, um die Emissionen klimaschädlicher Gase in Freiburg zu verringern. Auch wenn die Energiewende in Deutschland nur zögerlich vorankommt und weltweit die klimaschädlichen CO2-Emissionen steigen, hält die Stadt an ihrem Klimaschutzziel unbeirrt fest und verschärft es sogar. So beschloss der Gemeinderat 2014 einstimmig, die Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren und bis 2050 ganz auf null zu stellen. Bezugswert sind immer die CO2-Emissionen des Jahres 1992. Bislang strebte die Stadt ein Reduktionsziel von 40 Prozent bis 2030 an.


Klimaschutzbilanz 2012

Pro-Kopf-Emission sinkt leicht, aber langsam

Laut der aktuellen Freiburger Klimaschutzbilanz für 2012 sind die Pro-Kopf-Emissionen erneut leicht zurückgegangen und bestätigen damit den seit 1992 kontinuierlich rückläufigen Trend. Die Reduktion hat sich im 10-Jahres-Vergleich aber deutlich verlangsamt.

Zum ersten Mal liegen zwei unterschiedliche Berechnungen vor, die bisherige Methode und ein neues Verfahren, das in den nächsten Jahren von allen deutschen Kommunen übernommen werden soll. Freiburg ist damit die erste Stadt, die ihre Klimabilanz mit der neuen Systematik berechnet. Wie in den vergangenen Jahren wurde die Bilanzierung auch vom Ifeu-Institut aus Heidelberg erstellt.

Bislang war es nicht möglich, die Klimaschutzbilanzen einzelner Städte zu vergleichen, da mit unterschiedlichen Methoden bilanziert wurde und keine einheitlichen Standards vorlagen. Deswegen beauftragte das Bundesumweltministerium verschiedene Institute, darunter auch das Ifeu-Institut, eine vergleichbare Bilanzierungsmethode zu entwickeln. Damit erhalten die Kommunen in den nächsten Jahren vergleichbare Aussagen ihrer kommunalen Klimaschutzaktivitäten.

Da das Ifeu-Institut in den vergangenen Jahren alle Klimabilanzen für Freiburg erstellte, bot es sich an, das neue Verfahren so früh wie möglich in Freiburg anzuwenden; deshalb wurde das Bilanzjahr 2012 vorgezogen und damit vom zweijährigen Bilanzierungszeitraum abgewichen. Da aber eine wirkliche Vergleichbarkeit mit anderen Kommunen erst möglich sein wird, wenn die Städte ihre Berechnungen sukzessiv umstellen, werden für die nächsten Jahre beide Bilanzierungsverfahren parallel eingesetzt.

In der aktuellen Bilanz sind die Pro-Kopf-Emissionen erneut leicht zurückgegangen, sie bestätigen damit den seit 1992 kontinuierlich rückläufigen Trend, so das Fazit des Ifeu-Instituts. „Mit den zusätzlichen Mitteln aus der Konzessionsabgabe der Badenova können wir verstärkt in den Klimaschutz hier in Freiburg investieren“, betont Oberbürgermeister Dieter Salomon. „Aber unsere kommunalen Anstrengungen reichen allein nicht aus, um bis 2050 eine klimaneutrale Stadt zu werden. Wir brauchen Unterstützung vom Land, vom Bund und von der EU“, so Salomon weiter. Und Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik: „Für unser mittelfristiges Ziel, bis 2030 die CO2-Emissionen um 50 Prozent zu senken, müssen wir die bisherigen Schwerpunkte fortführen und unsere Bemühungen intensivieren. Hierzu gehört auch die Ansprache neuer Zielgruppen mit neuen Projekten. Wenn uns dies gelingt, bin ich mir sicher, dass Freiburg im interkommunalen Vergleich einen der vordersten Plätze belegen wird“.

Im Vergleich zur bisherigen Bilanzierungsmethode wird bei der neuen Systematik nur noch der jeweils aktuelle bundesweite Strommix herangezogen, statt dem bisherigen Emissionsfaktor für Strom, der sich aus dem lokalen Mix und einem konstanten, bundesweiten Strommixanteil errechnet hat. Außerdem wird auf die Witterungskorrektur verzichtet. Damit ist das Freiburger Berechnungsverfahren auch konform mit der nationalen Bilanzierung.

Bisheriges Berechnungsverfahren

Nach dem alten Berechnungsverfahren liegen die gesamten CO2-Emissionen im Jahr 2012 bei 1,73 Millionen Tonnen und 8,02 Tonnen pro Kopf. Sie liegen damit 25,1 Prozent Pro-Kopf niedriger als 1992.​

Die Emissionen im Bereich Energie lagen im Jahr 2012 bei 1,36 Millionen Tonnen. Von 1992 bis 2012 haben sich die CO2-Emissionen um 17,7 Prozent verringert. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist im Jahr 2012 gegenüber 2011 um rund 11 Prozent von 51 Gigawattstunden (GWh) auf 56 GWh gestiegen. Bei der Photovoltaik ist ein Anstieg von 34,5 Prozent und bei Wind um 5 Prozent zu verzeichnen.​

Die aktuelle Stagnation bei der Absenkung in absoluten Zahlen seit 2010 liegt vor allem daran, dass die erzielten Rückgänge bei den CO2-Emissionen kompensiert worden sind. So wurden beispielsweise von 2010 bis 2012 zusätzliche Wohnungen mit insgesamt rund 160.000 Quadratmetern gebaut und etwa 4.300 Menschen fanden in diesem Zeitraum eine Beschäftigung in Freiburg.​

Weitere Gründe der aktuellen Entwicklung liegen daran, dass die Bedingungen auf dem Gas- und Strommarkt dazu geführt haben, dass die Gasturbine im Wärmeverbundkraftwerk (WVK) seit 2012 aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet werden musste. Damit wird in Freiburg weniger Strom mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt und Strom musste zugekauft werden. Durch den starken Rückgang des Stromhandelspreises gibt es derzeit zu geringe Anreize, die Stromerzeugung mit Erdgaskraftwerken wieder zu forcieren, obwohl sie eine vergleichsweise geringe CO2-Emission aufweisen.​

Dem gegenüber stehen, so die aktuelle Klimabilanz, erfolgreiche Beispiele an zahlreichen Klimaschutzmaßnahmen der Stadt, wie die laufende Sanierungen der städtischen Liegenschaften oder die Modernisierung der Beleuchtung in den städtischen Museen durch LED-Lampen, die diesem Fall die CO2-Emissionen um nahezu 85 Prozent reduzieren.​

Verkehr​

Die CO2-Emissionen beim Verkehr lagen 2012 bei 0,37 Millionen Tonnen CO2. Von 1992 bis 2012 haben sich die CO2-Emissionen um 10,4 Prozent verringert. Auch im Verkehrssektor sinken die CO2-Emissionen seit Jahren kontinuierlich. Dieser Rückgang ist unter anderem das Ergebnis der städtischen Verkehrspolitik, die bereits seit vielen Jahren den kontinuierlichen Ausbau des umweltfreundlichen Verkehrs fördert. Steigende Fahrgastzahlen des ÖPNV sowie ständig steigende Radverkehrszahlen belegen diese Entwicklung.

Um das angestrebte Klimaschutzziel zu erreichen, gibt es auch im Verkehrssektor zahlreiche Projekte: dazu gehören die 2014 in Betrieb gegangene Stadtbahnverlängerung mit erfreulich hohen Fahrgastzahlen und der Bau der beiden Stadtbahnlinien, Messe und Rotteckring. Auch das Radwegenetz wird in den nächsten Jahren, vor allem auf den Rad-Vorrang-Routen, weiter ausgebaut werden.

Der kontinuierliche Rückgang des pro Kopf-Verbrauchs bei den CO2-Emissionen ist zufriedenstellend, bescheinigt die aktuelle Klimabilanz. Aber die Bemühungen im Klimaschutz müssen weiter intensiviert werden. Die vom Gemeinderat beschlossene Erhöhung der Mittel aus der Konzessionsabgabe der Badenova leistet hier einen wesentlichen Beitrag, aber auch die vielen laufenden städtische Klimaschutzprojekte sowie die Fortführung des Förderprogramms "Energiebewusst Sanieren“ bewirken einen signifikanten Rückgang.

Neues Bilanzierungsverfahren​​

Nach dem neuen Bilanzierungsverfahren liegen die CO2-Emissionen für das Jahr 2012 bei 1,67 Millionen Tonnen (bisherige Methode: 1,73 Millionen Tonnen) und bei 7,7 Tonnen pro Kopf (bisherige Methode: 8,02 Tonnen pro Kopf).Die bedeutete nach der neuen Systematik eine CO2-Reduktion von 20,7% insgesamt und von 29,1% pro Kopf (bezogen auf 1992).

Die bisher erreichte Reduktion der CO2-Emissionen ist angesichts des Anstiegs der Einwohnerzahlen ein positives Ergebnis. Allerdings zeigt der in den letzten vier Jahren langsamere Rückgang der CO2-Emissionen, dass die Bemühungen im Klimaschutz auf allen Ebenen weiter verstärkt und intensiviert werden müssen. Nur so können die ambitionierten städtischen Klimaschutzziele erreicht werden.

Klimaschutzbilanz für die Jahre 2010 und 2011 und Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes (Klimaschutzziele, Konzessionsabgabe und Maßnahmenplan der Verwaltung)
Drucksache G-14/047

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