Bleibelastung in Haus- und Dachstuhlstaub

Hauptsächlich in Dachstühlen, aber auch in Wohnungen, wurde in früheren Jahren immer wieder  eine erhöhte Konzentrationen von Blei im Staub gemessen.

Blei gelangt über den Magen-Darm-Trakt und die Lunge in unseren Körper und lagert sich über den Blutkreislauf hauptsächlich in den Knochen ab. Dort kann es sich in Stress-Situationen oder in der Schwangerschaft wieder lösen und schädigend auf die Gesundheit wirken. Blei kann zu Schädigungen des zentralen Nervensystems, Störungen im Vitamin-D-Stoffwechsel,  Auswirkungen auf die Bildung des roten Blutfarbstoffes, Blutdruckerhöhungen und Fruchtschädigungen führen.

Die Stadt Freiburg hat als einzige Stadt im gesamten Bundesgebiet daher in der Vergangenheit umfangreiche Untersuchungen veranlasst, um die Ursachen und Häufigkeit dieser Bleikontaminationen bestimmen zu können. Als Hauptquelle stellten sich dabei industrielle Emissionen heraus, die jedoch nach neuesten Schwebstaubuntersuchungen heute kaum noch für einen Neueintrag sorgen.

Erhöhte Bleikonzentrationen fanden sich vermehrt im Innenstadtbereich, im übrigen Stadtgebiet können Hausstaubbelastungen jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Erhöhte Dachstuhlbelastungen fanden sich in der unmittelbaren Umgebung um die ehem. Gießereien "Im Grün" sowie in Kappel (Erzbergbau Schauinsland). Des weiteren wurden in Teilen der Altstadt, des Stühlingers und in Haslach - im Vergleich zum übrigen Stadtgebiet - häufiger erhöhte Bleiwerte im Dachstuhlstaub gemessen.

Die Stadt informiert jedes Jahr über die Presse regelmäßig zu dieser Problematik, da für jeden Dachstuhl das Risiko einer solchen Belastung besteht. Vorrangig vor einem städtischen Eingreifen steht jedoch die Eigenverantwortung der HausbesitzerInnen, entsprechende Untersuchungen zu veranlassen. Rein vorsorglich können allgemeine Verhaltensmaßregeln eingehalten werden, die im täglichen Leben ohne besondere Einschränkungen möglich sind.

Dazu gehört, dass bei Reinigungsmaßnahmen im Dachstuhl kein Staub aufgewirbelt wird, dort keine offenen Lebensmittel oder un-verpackte Kleidungsstücke gelagert werden und Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter den Dachstuhl nur im Bedarfsfall betreten.

Bei stark verstaubten Dachstühlen sollten die Schuhe vor Betreten der Wohnung gewechselt werden, bei längeren Arbeiten im Dachstuhl sollten Staubschutzmasken getragen und die Arbeitskleidung vor der Wohnung gewechselt werden. Sollte man den Dachstuhl jedoch häufig nutzen wollen, ist es empfehlenswert, die Bleikonzentration des Dachstuhlstaubs messen zu lassen.

Einen Info-Flyer zum Thema finden Sie hier zum Herunterladen als PDF-Datei (180,6 KB).

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