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Gestaltungsbeirat

Im Februar 2014 hat der Gestaltungsbeirat der Stadt seine Arbeit aufgenommen. Der Beirat steht der Stadt bei wichtigen Bauvorhaben beratend zur Seite. Dies gilt besonders für solche Projekte, die wegen ihrer Größe, Lage, Nutzung, ihres Umfelds, ihrer Ensemblewirkung oder ihrer Bedeutung für das Stadtbild prägend in Erscheinung treten. Das fünfköpfige Gremium aus den Gebieten Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur begleitet die Bauprojekte, steuert fachliche Argumente bei und versachlicht so die Diskussionen zu Architektur und Städtebau.

Güterbahnhof-Areal: Der neu gestaltete Platz vor dem Alten Zollhof (Foto: A. J. Schmidt)

Durch den Gestaltungsbeirat hat die Stadt eine offene Architektur- und Städtebaudiskussion initiiert. Kraft fachlicher Argumente soll damit die Akzeptanz von Bauvorhaben erhöht werden. Vor allem aber kann der Gestaltungsbeirat dazu beitragen, dass die Architektur- und Freiraumqualität steigt. Bauherren erhalten eine objektive fachliche Beratung, die den Dialog zwischen allen Beteiligten fördert und in Einzelfällen auch die inhaltliche Auseinandersetzung um umstrittene Bauprojekte versachlichen und neue Lösungsansätze vermitteln kann.

Arbeitsweise

Vor-Ort-Termin: Die Mitglieder des Gestaltungsbeirats besichtigen eines der eingereichten Bauprojekte.

Der Gestaltungsbeirat prüft im Rahmen von fünf bis sechs eintägigen Sitzungen rund 20 bis 25 Bauvorhaben pro Jahr auf ihre städtebauliche, landschaftsplanerische und architektonische Qualität. Nach einem Ortstermin und einer interner Vorbesprechung am Vormittag haben die Bauherren die Möglichkeit, ihr Projekt am Nachmittag dem Beirat vorzustellen und mit ihm gemeinsam zu beraten. Anschließend erarbeitet der Beirat eine Stellungnahme mit Empfehlungen. In einzelnen Fällen kann er auch anregen, dass das Bauvorhaben nach der Weiterbearbeitung wieder vorgelegt wird. Um die Transparenz der Verfahren zu erhöhen, werden die Bauprojekte in öffentlicher Sitzung vorgestellt und diskutiert, sofern der Bauherr nicht widerspricht.

Die Stadt will die Bauprojekte bereits in einer sehr frühen Phase der Konzeptentwicklung in den Gestaltungsbeirat einbringen, sodass einerseits grundlegende Richtungsentscheidungen noch möglich sind und andererseits die Bauherrschaft die Anregungen noch umsetzen kann, ohne dass sich die Planung verzögert. Der Gestaltungsbeirat wird von städtischer Seite durch eine Geschäftsstelle unterstützt, die im Baurechtsamt angesiedelt ist. Damit soll eine zügige Abwicklung der nachfolgenden Verwaltungsverfahren garantiert werden. Die Geschäftsstelle wird von der Architektin Berit Bachmann und der Landschaftsarchitektin Eva Bartling geleitet.


Rückblick 2014/15 und Ausblick 2017

Die Arbeit des Gestaltungsbeirats traf von Anfang an auf großes Interesse in der Öffentlichkeit. Bereits bei der Auftaktveranstaltung am 05. Februar 2014 war der Kaisersaal im historischen Kaufhaus mit 200 Personen vollständig gefüllt. Die anschließenden 13 Sitzungen (Stand Mai 2016) wurden im Schnitt von bis zu 50 interessierten Bürgerinnen und Bürgern besucht, die die Fachdiskussionen über die auf der Tagesordnung stehenden Bauprojekte verfolgten. Insgesamt wurden 34 Projekte vorgestellt, beraten und diskutiert. 14 dieser Vorhaben wurden im Rahmen einer, in einem Fall auch zweier Wiedervorlagen wiederholt behandelt. Der überwiegende Anteil der Projekte wurde in öffentlicher Sitzung beraten, nur bei zwei Projekten fand eine nicht öffentliche Beratung statt.

Die Bandbreite der vorgestellten Projekte reicht von der Umnutzung des denkmalgeschützten Maria-Hilf-Saales über die Neuerrichtung von Wohn-, Büro- und Gewerbebauten bis hin zu einem als Büro und Produktionsstätte genutzten Solar-Tetraeder. Schul- und Kindergartengebäude waren ebenso vertreten wie Hotels und Studentenwohnheime. Neben privaten Bauherren (drei Projekte), gewerblichen Investoren (17 Projekte), kirchlichen Bauträgern (zwei Projekte) und öffentlichen bzw. öffentlichkeitsnahen Bauträgern wie dem Unibauamt, dem Studierendenwerk oder der Freiburger Turnerschaft e.V. (fünf Projekte) haben auch die Stadt Freiburg selbst bzw. ihre Gesellschaften insgesamt sieben Projekte vorgestellt. Beispiele hierfür sind der geplante Kindergarten im Baugebiet Gutleutmatten, der Erweiterungsbau der Pestalozzischulen oder der Neubau der Friedhofsverwaltung.

Öffentliche Sitzung des Gestaltungsbeirats

Die vorgebrachten Anregungen und Denkanstöße des Gestaltungsbeirates werden von den Bauherren in der Regel gut aufgenommen und im weiteren Planungsprozess berücksichtigt. Von den bisher beratenen Projekten befinden sich gegenwärtig sieben im Genehmigungsverfahren, neun sind bereits genehmigt, fünf davon befinden sich im Bau. Zwei Projekte wurden bereits fertiggestellt und in Betrieb genommen. Einige Stimmen beteiligter Architekturbüros finden Sie hier.

Da die Gestaltungsbeiräte in Freiburg satzungsgemäß auf drei Jahre bestellt sind, haben die amtierenden fünf Gestaltungsbeiräte zwei Drittel ihrer ersten Amtszeit bereits hinter sich. Ihre Berufung kann gemäß Satzung einmalig um weitere drei Jahre verlängert werden, d.h. Anfang 2017 wird sich durch Gemeinderatsbeschluss entscheiden, mit welcher Besetzung das Gremium in die nächste Amtszeit geht.


Kontakt

Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

gestaltungsbeirat@stadt.freiburg.de
Telefon: 0761/ 201-4370 oder -4375
Fax: 0761/201-4399


Sitzungstermine

2017
2. Februar
30. März (entfällt)
18. Mai
13. Juli
5. Oktober
30. November


Satzung

Satzung (25,8 KB) über die Errichtung eines Beirats für Architektur und Stadtgestaltung - Gestaltungsbeirat