Vielfältige Funktionen

Der Freiburger Stadtwald

Hohe Bäume im Wald

Schwarzwaldmetropole wird die Stadt Freiburg gerne genannt. Für den Wald trifft das allerdings nur in Teilen zu. Denn die Stadt liegt an der Nahtzone zwischen zwei klimatisch und geologisch völlig unterschiedlichen Naturräumen: der Oberrheinischen Tiefebene im Westen und dem eigentlichen Schwarzwald im Osten und Süden der Stadt.

Die Gesamtgemarkungsfläche Freiburgs beträgt etwa 15.300 Hektar, wovon rund 6600 Hektar (43 Prozent) aus Wald bestehen. Davon sind etwa 5360 Hektar im Eigentum der Stadt Freiburg (Stadtwald). Der Stadtwald erstreckt sich vom Rheintal über die Vorbergzone bis ins Hochgebirge des Schwarzwalds auf Höhen von 200 bis 1.284 m ü. NN und umfasst damit eine große Bandbreite unterschiedlicher Waldgesellschaften.

In enger Nachbarschaft wachsen hier wärmeliebende, eichenreiche Laubwälder der Ebene und nadelbaumreiche Bergmischwälder auf dem Schauinsland. 60 Prozent des Stadtwaldes gehören zum Naturraum Schwarzwald. Die Wälder in Günterstal, Littenweiler und Kappel sowie an Rosskopf und Schauinsland bilden den Bergwald. Die im Westen gelegenen Mooswälder werden, trotz ihrer mittlerweile stark veränderten Grundwasserverhältnisse, auch heute noch als Auewald bezeichnet.

Der Freiburger Stadtwald gliedert sich in die sechs städtischen Forstreviere Günterstal, Mooswald / St. Georgen, Opfingen, Roßkopf, Schauinsland, Waldsee.

Wichtiges Ökosystem

Wälder stellen ein komplexes und multifunktionales Ökosystem dar. Sie sind nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern erfüllen vielfältige Funktionen – von der Holzproduktion über den Schutz vor Erosion und Hochwasser bis hin zur Erholung für die Bevölkerung.

Freiburger Waldkonvention

Deshalb wird der Freiburger Wald nach den Leitlinien, die in der Freiburger Waldkonvention (2,791 MB) festgehalten sind, bewirtschaftet. Sie ergänzt die forst-, naturschutz- und weiteren rechtlichen Vorgaben sowie die Selbstverpflichtung zur Waldbewirtschaftung nach den Kriterien und Standards des Forest Stewardship Council® (FSC® C021805). Gemeinsam bilden diese Vorgaben den verbindlichen Rahmen für die mittelfristige Bewirtschaftungsplanung, der sogenannten Forsteinrichtung, die alle zehn Jahre für den Freiburger Stadtwald neu erarbeitet wird.

Bislang wurden die verschiedenen Leistungen des Stadtwaldes unter dem Dreiklang der Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion zusammengefasst. Neben seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten  wird dem Stadtwald in Freiburg auch eine Klimaschutzfunktion zugeordnet und gefördert – als eigenständige, vierte und gleichberechtigte Waldfunktion zur Kohlendioxidminderung.

  • Schutzfunktion: Der Wald ist das flächenmäßig bedeutsamste naturnahe Ökosystem der Stadt und spielt für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Freiburg eine große Rolle. Neben der Tier- und Pflanzenwelt hat er große Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit und das Landschaftsbild.
  • Nutzfunktion: Der Wald hat insbesondere durch die Produktion und Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt und die Region.
  • Erholungs- und Sozialfunktion des Waldes: Der Stadtwald stellt einen bedeutsamen Naherholungsraum für die in Freiburg und Umgebung lebenden Menschen dar. Er ist Ort und Objekt waldpädagogischer Angebote und hat in Freiburg große Bedeutung für die Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • Klimaschutzfunktion des Freiburger Stadtwaldes: Der Stadtwald und seine Bewirtschaftung tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei, durch die Bindung und Speicherung von Kohlenstoff im Wald und in langlebigen Holzprodukten sowie durch die Vermeidung von Kohlendioxidausstoß durch die energetische und stoffliche Verwendung von Holz.

Der Stadtwald wird so erhalten und bewirtschaftet, dass die vier Waldfunktionen gleichrangig sichergestellt und gefördert werden. Dieses Leitbild erfordert ein differenziertes Vorgehen für einzelne Waldflächen. Sowohl die natürlichen und gesetzlichen Gegebenheiten – wie Schutzgebiete und bestehende Erholungseinrichtungen – werden berücksichtigt, als auch das Potenzial eines jeden Waldbestands für die vier Waldfunktionen: So haben z.B. Wälder mit langer Lebensraumtradition ein besonders großes Potenzial für die Biotopschutzfunktion, zuwachsstarke Wälder für die Klimaschutzfunktion, siedlungsnahe und leicht erreichbare Waldflächen für die Erholungsfunktion, Bestände mit hoher Holzqualität für die Nutzfunktion. Die Gleichrangigkeit der Waldfunktionen bedeutet demnach nicht, in allen diesen verschiedenen Waldflächen das Gleiche zu verfolgen. Vielmehr wird der Stadtwald mit geeigneten Konzepten, Instrumenten und Maßnahmen so bewirtschaftet, dass das Potenzial jedes einzelnen Waldbestands bestmöglich ausgeschöpft wird.

Waldschutzgebiete

Stand März 2025 sind im Stadtwald Freiburg folgende Waldschutzgebiete ausgewiesen:
  • Schonwald "Eichelgarten": etwa 20 Hektar
  • Schonwald "Benzhauser Wald": etwa 21 Hektar
  • Schonwald "Schauinsland": etwa 285 Heaktar
  • Bannwald "Bahnholz": etwa 36 Heaktar

Insgesamt stehen damit derzeit etwa 359 Hektar unter Schutz als Waldschutzgebiete, was einem Anteil von rund 6,7 Prozent der Stadtwaldfläche entspricht. Auf etwa 45 Prozent des Stadtwaldes sind naturschutzrechtliche Schutzkategorien, wie beispielsweise Natura 2000 oder Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Kontakt

Forstamt
Wonnhaldestr. 8
79100 Freiburg
Telefon +49 761 2016201
Telefon +49 761 2016202
Mobiltelefon (Wochenendnotfalldienst) +49 175 9322476