Altlast Stolberger Zink

Situation der Altlast Stolberger Zink

Auf dem ehemaligen Gelände der Stolberger Zink AG in Freiburg-Kappel und Kirchzarten wurde bis in die 50-er Jahre eine Anlage zur Aufbereitung von Erzen aus der Grube Schauinsland betrieben.

Auf dem Gelände befinden sich schwermetallhaltige Ablagerungen, unter anderem auch mit Schwermetallen belastete Schlämme aus Klär- und Absatzbecken, die zu einem Schadstoffeintrag ins Grundwasser führen. Nach Untersuchungen des Abstroms ist von einer räumlich begrenzten Belastungssituation des Grundwassers auszugehen. Maßnahmen zur Verbesserung dieser Situation sind mit hohen Kosten verbunden, sodass Sanierungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der Belastungen des Grundwassers und des zu erzielenden Nutzens für den Grundwasserschutz rechtlich als unverhältnismäßig anzusehen sind. Sanierungsmaßnahmen können daher derzeit gegenüber bodenschutzrechtlich grundsätzlich sanierungspflichtigen Personen nicht angeordnet werden. In der Bewertung ist die Belastungssituation für die im Stadtkreis Freiburg liegenden Teilflächen des Altlaststandortes Stolberger Zink aus Verhältnismäßigkeitsgründen als bis auf weiteres hinzunehmender Schaden einzustufen.

Erst in Verbindung mit einem Investitionsprojekt, wie der geplanten wohnbaulichen Nutzung einer Teilfläche des Areals Stolberger Zink, können und müssen verhältnismäßige Sanierungsmaßnahmen gefordert werden.
Insoweit begrüßt die Verwaltung grundsätzlich Investitionsprojekte, die durch eine erforderliche Sanierung zu einer Reduzierung der Belastungssituation für das Grundwasser im Bereich der Altlast Stolberger Zink beitragen.


Probenentnahme Schlammteiche
(Februar 2015)

Die Projektgesellschaft Kappel mbH wird am 24. und 25. Februar 2016 eine Beprobung der Schlammteiche im Areal Stolberger Zink in Freiburg-Kappel veranlassen. Hierzu wird ganztags ein Bagger vor Ort sein und das Gelände zeitweise mit einem LKW mit Mulde befahren. Die Mulde wird für den Transport abgedeckt.

Die Beprobung erfolgt mit Blick auf die geplante Sanierung Stolberger Zink, um die Konditionierung und Entwässerung des Schlamms im Labor untersuchen zu können.  Um unterschiedliche Verfahren und Konditionierungsmittel zu testen, wird eine größere Menge an Probenmaterial, je Probenahme ca. 7 m³ , benötigt.

Als Ansprechpartner ist vor Ort Herr Schrade von der Firma HPC unter der Handy-Nummer 01727665600 erreichbar. Anfragen können Sie auch an das Umweltschutzamt, Frau Dold (Tel. 0761/201-6182) richten.



Allgemeiner Hinweis des Umweltschutzamtes zur Sanierung (August 2014)

Das Umweltschutzamt ist für das bodenschutzrechtliche Verfahren zur Verbindlicherklärung der Sanierungsplanung „Stolberger Zink“ zuständig. Für die geplante Wohnbebauung auf Flurstück-Nr. 72, der sog. Teilfläche A des ehemaligen Betriebsgeländes der Stolberger Zink AG, läuft beim Stadtplanungsamt das Bebauungsplanverfahren „Neuhäuserstraße, Plan-Nr. 3 - 82“. Diese beiden Verfahren sind voneinander unabhängige, jeweils eigenständige Verfahren, die in der Stadtverwaltung aufeinander abgestimmt werden.

Auf dieser Internetseite informiert das Umweltschutzamt über die Sanierungsplanung und den Stand des bodenschutzrechtlichen Verfahrens.


Informationen des Umweltschutzamtes zum bodenschutzrechtlichen Sanierungsverfahren

Das Sanierungsprojekt Stolberger Zink ist ein privates, durch die Vorhabensträgerin, die Projektgesellschaft Kappel mbH (PG Kappel mbH) zu finanzierendes Vorhaben, für das nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz ein Sanierungsplan zu erstellen ist.
Für den Sanierungsplan ist beim Umweltschutzamt als unterer Bodenschutzbehörde die Verbindlicherklärung (Genehmigung) zu beantragen, deren Voraussetzungen im Rahmen des bodenschutzrechtlichen Verfahrens durch das Umweltschutzamt und weitere Fachbehörden zu prüfen sind. Erfüllt der Sanierungsplan die Anforderungen, hat die Antragstellerin einen Anspruch auf Erteilung der Verbindlicherklärung des Sanierungsplans.

Die Projektgesellschaft Kappel mbH beantragte Mitte Januar 2014 eine Änderung der im Juni 2012 eingereichten Sanierungsplanung. Der bei der Sanierung auf der sog. Teilfläche A der Altlast Stolberger Zink anfallende belastete Aushub soll jetzt weitgehend auf zugelassene Deponien verbracht und entsorgt werden. Nicht oder geringer belastetes Material soll teilweise belassen oder nach festzulegenden Kriterien wieder eingebaut werden.
Das Verfahren zur 2012 beantragten Umlagerung des Aushubs auf die sog. Teilfläche B/C innerhalb des Altlaststandortes ruht.

Von der Projektgesellschaft Kappel mbH wurden  der Sanierungsplan, der die eigentlichen Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen beinhaltet und der Landschaftspflegerische Begleitplan, in dem die mit der Sanierung verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft sowie Maßnahmen zum Ausgleich und Ersatz dieser Beeinträchtigungen dargestellt sind, an die geänderte Sanierungsplanung angepasst und zur Verbindlicherklärung eingereicht. Außerdem wurden weitere Gutachten erstellt.

Nachdem die aktualisierten Planunterlagen vorliegen,  wird das bodenschutzrechtliche Verfahren und das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung, das in Abstimmung mit der PG Kappel mbH hinsichtlich aller betroffenen Umweltbelange durchgeführt wird, wieder aufgenommen. In diesem Verfahren werden die betroffenen Fachbehörden, die anerkannten Naturschutzvereinigungen mit örtlichen Vertretungen, die Gemeinden Freiburg und Kirchzarten mit ihren gemeinderätlichen Gremien sowie der Ortschaftsrat Kappel über die geänderte Sanierungsplanung informiert und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Des Weiteren wird die Sanierungsplanung im Auftrag des Umweltschutzamtes durch einen unabhängigen Gutachter geprüft und ist zudem der staatlichen Altlastenbewertungskommission vorzulegen. 

Auch eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit ist weiterhin vorgesehen. Nach Vorprüfung wird die geänderte Sanierungsplanung in der Bürgerberatung im Freiburger Innenstadtrathaus sowie in den Rathäusern in Freiburg-Kappel und Kirchzarten ausgelegt und auf der Internetseite der Stadt Freiburg eingestellt. In einer Bürgerinformationsveranstaltung soll die neue Planung vorgestellt werden. Anschließend sind zwei Dialoggespräche zu den Themen „Verkehr“ sowie „Gesundheitsschutz“ mit dem Bürgerverein Neuhäuser e. V geplant. Die Dialoge sollen einen fachlichen Austausch zwischen Vertretern / Vertreterinnen der Bürgerschaft, des Vorhabensträgers und betroffener Fachbehörden ermöglichen. Auch interessierte Personen aus der Bevölkerung werden an den Dialogen teilnehmen und Fragen stellen können. Die Termine werden vorab rechtzeitig bekannt gegeben.

Eine Übersicht zum Sanierungsverfahren gibt das Ablaufschema (38,4 KB).


Ergebnisse der Sondierungen im August 2013

Nach einer ersten Kurzbewertung der Analyseergebnisse durch die Vorhabensträgerin, Herrn Dr. Eisele von der Planungs- und Projektentwicklungsgesellschaft Dr. Eisele mbH, weisen die entnommenen Feststoffproben nach wie vor teilweise sehr hohe Gehalte an Schwermetallen, insbesondere an Cadmium und Blei auf. Wesentliche Gehalte von Arsen konnten dagegen in den aktuellen Proben vom August 2013, wie bereits in früheren Untersuchungen, für die Teilfläche A der Altlast Stolberger Zink im Stadtkreis Freiburg nicht festgestellt werden.

Diese Kurzbewertung ist aus Sicht des Umweltschutzamtes schlüssig und bestätigt die bisher beim Umweltschutzamt bekannte Belastungssituation.

Eine ausführlichere Bewertung zu den Analysewerten der Bohrungen vom August 2013 wird noch erstellt und sobald diese vorliegt auf dieser Seite ebenfalls eingestellt werden.




Hinweis des Stadtplanungsamtes

Auf der Grundlage des Flächennutzungsplanes 2020 wird hier für den Stadtteil Freiburg Kappel eine wichtige Wohnbaufläche entstehen. Die städtebaulichen Entwürfe für den Bereich Kappel Neuhäuserstraße wurden weiterentwickelt. Der Bau- und Umweltausschuss und der Ortschaftsrat Kappel haben den städtebaulichen Entwurf in der Variante Weiterentwicklung B im Juni 2012 jeweils einstimmig gebilligt. Ferner wurde  entschieden, mit dieser Variante (Weiterentwicklung B) in eine erneute frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB zu gehen. Die frühzeitige Öffentlichkeits- und  Behördenbeteiligung fand in der Zeit von 02.07.2012 bis zum 10.08.2012 statt.

Weitere Informationen zum Bebaungsplanverfahren

Lageplan


Download

Bauantrag für den Aushub und die Wiederverfüllung im Rahmen der Sanierung der Teilfläche Flst.Nr. 72 der ehemaligen Aufbereitungsanlage der Stolberger Zink AG:

Bauantrag (278,1 KB) und
Inhaltsverzeichnis der Anlagen (46,8 KB)

Übersichtslagepläne

Profilschnitte, vertikal Maßstab l:100/ horizontal Maßstab 1:200

Schnitte S-N/N-0
Schnitte W-O/S-0

Pläne Auffüllung und Aushubfläche

Mächtigkeit der verbleibenden Auffüllung nach Abtrag


Downloads

Geänderte Sanierungsplanung April 2015:
Sanierungsplan (19,093 MB) (15.4.2015)
Schalltechnische Untersuchung (610,4 KB)(März 2015)
Staubprognose (6,123 MB) (15.4.2015)

Gutachten zur Schwermetallexposition (123,5 KB) (5.9.2014)
Sanierungsplan (20,722 MB) (4.7.2014)
Landschaftspflegerischer Begleitplan (13,824 MB) (24.7.2014)
Prognose der Staubemissionen und -immissionen (5,243 MB) (23.7.2014)
Umweltverträglichkeits-Untersuchung (9,088 MB) (21.7.2014)
Schalltechnische Untersuchung (416,9 KB) (August 2014)
Natura 2000 – Vorprüfung (257,1 KB)(25.6.2014)
Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (701,2 KB)(18.6.2012)
Erläuterungsbericht (6,603 MB)„Variantenvergleich verkehrliche Erschließung Stolberger Zink Freiburg-Kappel“ (August 2013)


Download

Sanierungsuntersuchung
GEOsens, Juni 2005

Sanierungsuntersuchung (129,6 KB)
Anlage 1 (251,7 KB)
Übersichtslageplan, M 1: 2.500
Anlage 2.1 (304 KB)
Lageplan 1 : 2.000; Historische Einrichtungen und Ablagerungen
Anlage 2.2 (317,8 KB)
Lageplan 1 : 2.000; Aktueller Zustand; Standortdaten
Anlage 2.3 (305,4 KB)
Lageplan 1 : 2.000; Analysenergebnisse Grund- und Sickerwasser
Anlage 2.4 (299,8 KB)
Lageplan 1 : 2.000; Ergänzende Untersuchung
Anlage 3 (165,2 KB)
Teilflächen A und B1; Geol. Profilschnitt A-A'
Anlage 4 (42,7 KB)
Verzeichnis der Grund- und Schichtwassermessstellen
Anlage 5 (21,5 KB)
Verzeichnis der Wasseraustritte
Anlage 6 (127,8 KB)
Quellenverzeichnis
Anlage 7 (42,9 KB)
Übersicht zu den Sicherungs- und Sanierungsverfahren

Alle im Internet nicht eingestellten Unterlagen, z.B. im Quellen- und Literaturverzeichnis des Sanierungsplans aufgeführte Unterlagen können bei Umweltschutzamt der Stadt Freiburg eingesehen werden.


Kontakt

Wir nehmen Ihre Anregungen und Fragestellungen bei der Erarbeitung des Sanierungskonzeptes gerne auf. Verwenden Sie einfach unser Kontaktformular:

Fragen und Anregungen

Mit weiteren Fragen wenden Sie sich an:

Umweltschutzamt
Talstraße 4
79102 Freiburg

Tel. 0761/ 201-61 65,
2 01-61 82
umweltschutzamt@
stadt.freiburg.de