DATEN:RAUM:FREIBURG

Jahresrückblick 2024

Das Jahr 2024 geht für das Smart City Modellprojekt DATEN:RAUM:FREIBURG zu Ende und wir können auf zahlreiche Fortschritte zurückblicken.

2024 war ein Jahr voller innovativer Ideen, nachhaltiger Lösungen und gemeinsamer Anstrengungen, um Freiburg als Modellstadt für die Zukunft weiter zu gestalten. Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Meilensteine, Erfolge und Herausforderungen des vergangenen Jahres geben und einen Ausblick darauf, was uns im kommenden Jahr (das übrigens das letzte Jahr des offiziellen Förderzeitraums sein wird) erwartet.

Die Projektfortschritte im Einzelnen:

Erste Erfolge der städteübergreifenden Kooperation bei Smart-City-Projekt

Gemeinsam mit der Stadt Köln hat Freiburg im Rahmen des Smart-City-Projekts eine Kooperation etabliert, bei der sich seit 2022 über agile Prozesse und Projektmanagement-Methoden ausgetauscht wird. Ein Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit liegt auf der Erprobung der OKR-Methode (Objective and Key Results). Freiburg und Köln nutzen die OKR-Methode sowohl in den jeweils eigenen Smart City Projekten "DATEN:RAUM:FREIBURG" und "un:box cologne", als auch für die gemeinsame Arbeit. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kommunen hat nach der Initiierung einige positive Erfahrungen und Ergebnisse gebracht. Die Kooperation der beiden Städte zeigt, dass agile Methoden und Netzwerkeinheiten ein vielversprechender Ansatz sind, um komplexe digitale Projekte schnell und effektiv umzusetzen.

Vermarktungsplattform Kleineschholz

Ende März 2024 startete die Vermarktung des Gebietes Kleineschholz mit der gemeinschaftlich von immovativ Gmbh und Symbiolab GmH entwickelten digitalen Vermarktungsplattform für städtische Grundstücke. Die Plattform soll den hohen Verwaltungsaufwand, welcher Konzeptvergaben meist zu Grunde liegt, minimieren und die Sachbearbeiter:innen und Entscheidungsfinder:innen unterstützen. Der Einsatz dieser Plattform ist auch für die Vermarktung des neu entstehende Stadtteil Dietenbach vorgesehen.

Launch der Onlinepräsenz zum Status der Anwendungsfälle

Seit Ende des Sommers können die Anwendungsfälle des Smart City Projekts nun gesammelt auf einer Website betrachtet werden. Die Anwendungsfälle, im internen Sprachgebrauch die sogenannten "Use Cases", sind konkrete Maßnahmen und Ideen, die im Rahmen des Smart City Projekts umgesetzt werden. Ob für Mobilität, Verwaltung, Bildung, Wirtschaft, Umwelt oder das Leben in der Stadt: Was macht Freiburg digitaler, gerechter, nachhaltiger? Wie wird unsere Stadt vielfältig digital vernetzt? Aktuell befindet sich Freiburg in der Umsetzung vieler Einzelmaßnahmen und der Pool an weiteren Maßnahmen ist groß. Im anstehenden letzten Jahr des Förderzeitraums gilt es nun, so viele Maßnahmen wie möglich nachhaltig voranzutreiben. Der Umsetzungsstatus aller Maßnahmen kann nun unter www.freiburg.de - Anwendungsfälle verfolgt werden.

Bitkom-Preis

Freiburg ist eine der smartesten Städte in Deutschland! Am 16. September wurden die Ergebnisse des jährlich aktualisierten Bitkom Smart City Index 2024 veröffentlicht. In diesem Jahr erreichte die Stadt Freiburg mit Platz 6 die beste Platzierung seit Bestehen des Index. In 117 abgefragten Kategorien konnte Freiburg mit vielen kleinen und großen Projekten überzeugen. Zusätzlich zu den vorgegebenen Kategorien gab es fast immer die volle Punktzahl für Projekte, die über die abgefragten Kategorien hinausgehen. Hier finden sich spannende Projekte wie I4C, Datenexzellenz-Initiative, die innovative Ermittlung des CO2-Ausstoßes im Verkehrssektor oder die Umweltsensorik-Station "Straße der Möglichkeiten". In Freiburg tut sich also viel in Sachen Digitalisierung. Angetrieben von der Stadtverwaltung und den städtischen Unternehmen ebenso wie von der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft. Das macht den Freiburger Machergeist aus und dient letztendlich nicht einer guten Platzierung, sondern der Vereinfachung des Lebens der Bürger:innen und Mitarbeiter:innen der Stadt.

Regionalkonferenz

Wie gelingen grenzüberschreitende Kooperationen trotz unterschiedlicher Voraussetzungen? Diese Frage war der Schwerpunkt der 17. Regionalkonferenz in Freiburg. Am 23. Oktober 2024 lud die Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) zusammen mit dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) zur der Veranstaltung ein, welche Freiburg ausrichten durfte. Die Regionalkonferenz bietet ein vielfältiges, interaktives Programm mit Impulsen aus der kommunalen Praxis, Workshops, Networking-Formaten, Podiumsdiskussion und einem Markt der Möglichkeiten. In den schönen Räumlichkeiten des Schaltwerks durften die Teilnehmenden spannenden Vorträgen und Impulsen lauschen, in welchen Freiburg nicht selten als engagierte Modellregion gelobt wurde. Renate Mitterhuber betonte in ihrem Grußwort die Notwendigkeit, politischen Rückhalt für Smart City-Projekte zu sichern. Oberbürgermeister Martin Horn bekräftigte diese Aussage und sprach dem Projekt seine Unterstützung zu. Einigkeit bestand darin, dass der Wille zur Zusammenarbeit und ein offener Dialog essenziell für den Erfolg solcher Projekte seien.

Kommunale Champions 2024

Bei dem Wettbewerb „Kommunale Champions 2024“ des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg (LfDI) wurden vier kommunale Stellen für ihre vorbildliche Arbeit im Bereich des Datenschutzes und der Informationsfreiheit ausgezeichnet. Die Stadt Freiburg wurde für ihr Konzept „Daten-Exzellenz-Strategie“ mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, bei der im Zuge der Umsetzung sämtliche Abläufe rund um städtische Daten koordiniert werden und dabei Daten jederzeit in der richtigen Qualität an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit sicher und rechtskonform genutzt werden sollen. Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Kommunalen Fachtags am 5. November 2024 beim Landesbeauftragten statt.

Umsetzung der Daten:Exzellenz:Strategie gestartet

Die preisgekrönte DX-Strategie, ausgezeichnet mit dem Sonderpreis für Informationsfreiheit durch den LfDI, wird bis Ende 2025 in DATEN:RAUM:FREIBURG umgesetzt, um Daten verantwortungsvoll und mit den Menschen im Mittelpunkt einzusetzen. Dabei wird auf eine starke Zusammenarbeit mit dem Team von iDIGMA gesetzt, die mit ihrer Expertise und ihrer Tatkraft bei der Umsetzung der ambitionierten Ziele unterstützen werden. Die DX-Strategie soll nicht nur weiterentwickelt und unser Datenmanagement weiter professionalisiert werden, sondern es sollen auch klare Rollen und Strukturen formalisiert werden, um letztendlich eine starke DX-Organisation zu etablieren. Die Plattform DATEN:RAUM:FREIBURG soll dafür die Infrastruktur bilden, auf der Technologie und Organisation zusammenkommen. Vordergründiges Ziel ist es, jeder und jedem den individuellen Mehrwert des DATEN:RAUM:FREIBURG aufzuzeigen, indem low-key Informationen, Mitmachmöglichkeiten und Fortbildungen angeboten werden und somit die breite Stadtgesellschaft zur Nutzung des DATEN:RAUM:FREIBURG befähigt wird.

Automatisierte Erstellung des Freiburger Nachhaltigkeitsberichts

Der Freiburger Nachhaltigkeitsbericht ist Teil des Nachhaltigkeitsmonitorings und dient als Informations- und Entscheidungsgrundlage, um finanzielle Entscheidungen und politisches Handeln an den Freiburger Nachhaltigkeitszielen auszurichten. Der Bericht erscheint bisher als PDF und in Papierform. Die Erstellung des Berichts aus den Daten von FR.ITZ erfolgte bisher in einem aufwändigen manuellen Prozess. In einer ersten Ausbaustufe wurde der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht 2024 "auf Knopfdruck" mit den Komponenten des DATEN:RAUM:FREIBURG automatisiert erstellt. Daten mussten nicht mehrfach in verschiedenen Systemen erfasst werden, was weniger Fehleranfälligkeit, weniger Aufwand beim Export von Daten und Kennzahlen und bei der Erstellung von Grafiken bedeutete. Die Automatisierung der Erstellung des Berichts adressierte in erster Linie Mitarbeiter:innen des Nachhaltigkeitsmanagements, um diese zu entlasten. Da der Bericht jedoch eine große Reichweite hat, sind insofern auch weitere Stakeholder wie die Stadtverwaltung generell oder andere Kommunen betroffen.

Fortschritt des Projekts "TriRegio Dataspace"

Das Projekt „TriRegio Dataspace“ befindet sich in einer fortgeschrittenen Planungs- und Abstimmungsphase. Die Städte Freiburg, Basel und Mulhouse haben sich auf die Etablierung eines trinationalen Datenraums in der Südlichen Oberrhein-Region verständigt. Ziel ist der Aufbau einer interoperablen Dateninfrastruktur, die die Verwaltungskooperation zwischen den Städten stärkt und innovative Anwendungsfälle ermöglicht. Diese Infrastruktur wird sowohl der öffentlichen Verwaltung, der Privatwirtschaft als auch der Zivilgesellschaft zugutekommen. Das Projekt strebt an, durch den grenzüberschreitenden Austausch von Daten neue Möglichkeiten zur Bewältigung zentraler Herausforderungen wie Klimaanpassung, nachhaltiger Stadtentwicklung und Lebensqualitätsverbesserung zu schaffen. Die datengetriebene Zusammenarbeit soll die Effizienz und Effektivität öffentlicher Dienstleistungen erhöhen und den Weg für neue Geschäftsmodelle sowie Forschungsergebnisse ebnen. Im Rahmen der Initiative #vernetztinEuropa des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) haben sich die Städte Basel, Freiburg und Mulhouse im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz zusammengefunden. Diese Initiative zielt darauf ab, durch innovative, grenzüberschreitende Kooperationen die digitale Transformation und nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern und so den gemeinsamen Datenaustausch zu ermöglichen.

Fortschritt in der Zusammenarbeit mit der KI-Allianz

Im Jahr 2023 erfolgte der Beitritt der Stadt Freiburg zur KI-Allianz. Die Allianz ist ein Förderprojekt des Landes (Startseite - KI Allianz Baden-Württemberg) dem insgesamt 17 Partner:innen angehören. Ziel ist es, regional übergreifende KI-Kompetenzen zu bündeln und zur Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft beizutragen, um so das KI-Ökosystem in Baden-Württemberg zu stärken. Freiburgs Beitrag zur KI-Allianz wurde im Jahr 2024 gefestigt und vorangetrieben.

Veröffentlicht am 18. Dezember 2024