Der Freiburger Mehrwegverbund

Logo Mehrwegverbund: "Mehrweg. Gibt's hier mit Dir!"

Der Mehrwegverbund Freiburg ist ein Zusammenschluss aus unterschiedlichen Hersteller*innen/Anbieter*innen von Mehrwegbehältern, Ausgabe- und Rücknahmebetrieben, Mehrweglogistikern und Spüldienstleister in einem „Freiburger Mehrwegverbund“.

Das Hauptziel des Mehrwegverbundes ist der Auf- und Ausbau von einer Mehrweginfrastruktur in Freiburg, um die einfache Nutzung und Rückgabe von Mehrweg zu ermöglichen. Durch den Mehrwegverbund soll eine anbieterübergreifende Rücknahme für Mehrwegbehältern im Außer-Haus-Verzehr ermöglicht werden. Die zentrale Koordinierungsstelle des Kreislaufverbundes Mehrweg (non-profit) übernimmt die Steuerungsfunktion des Netzwerkes.

Verbund soll Freiburger Betriebe entlasten

Der Mehrwegverbund soll die Betriebe, unter anderem durch die zentralisierte Reinigung von genutzten Mehrwegbehältern, eine ausgleichende Pfandberechnung und die Reinigung, Sortierung und Verbringung verschiedener Behälter, entlasten.

Rückgabe

So geht's: Jeder Becher des Mehrwegverbunds trägt einen QR-Code. Nach dem letzten Schluck wird dieser gescannt – die Web-App öffnet sich automatisch und zeigt die nächstgelegene Rückgabestelle an. Das funktioniert schnell, unkompliziert und ohne Anmeldung. Wer möchte, kann die Becher natürlich auch weiterhin ohne den QR-Code zu scannen und ohne die App zu benutzen zurückgeben.

Der Aufbau des Mehrwegverbunds wird von der Stadt mit einem Förderprogramm begleitet, das die teilnehmenden Betriebe finanziell unterstützt.

Fragen und Antworten für Betriebe

Wann startet der Mehrwegverbund?

Der Mehrwegverbund soll ab dem 1. Januar 2026 mit Mehrwegbechern starten. Danach soll das Angebot um weitere Mehrweggegenstände erweitert werden.

Welche Aufgaben werden im Mehrwegverbund übernommen?

  1. Anlieferung der sauberen Mehrwegbehälter in Sammelboxen
  2. Rücktransport der benutzten Behälter in den Sammelboxen
  3. Reinigung und Sortierung der Behälter im Spülzentrum
  4. Dokumentation der gereinigten Behälter
  5. Pfandabwicklung
  6. Gutschrift des Pfands an die Betriebsstätte

Wie ist der Mehrwegverbund aufgebaut?

Der Mehrwegverbund ist ein Zusammenschluss aus unterschiedlichen Anbietern von Mehrwegbehältern, Ausgabe- und Rücknahmestellen, Rücklogistik und Spülinfrastruktur für Mehrweg im Außer-Haus-Verzehr. Der Treuhänder verwaltet und rechnet den Kreislaufbeitrag ab, ausgezahlt wird der Kreislaufbeitrag dann durch den Kreislaufbeitragskontoführer.

Welche Vorteile hat der Mehrwegverbund?

  • Ihr Betrieb sucht sich den passenden Mehrweganbieter aus dem Verbund aus.
    • Dafür gibt es ein Register mit teilnehmenden Mehrweganbietern, aus deren Angebot der passende Behälter ausgewählt werden kann.
    • Das Register ist außerdem erweiterbar. Falls Ihr Betrieb also bereits ein Mehrwegsystem nutzt, es aber noch nicht Teil des Mehrwegverbunds ist (nicht im Register genannt), kontaktieren Sie Ihren Anbieter und machen ihn auf den Mehrwegverbund aufmerksam.
  • In Ihren Betrieb werden saubere Behälter geliefert, gebrauchte Behälter abgeholt und zentral gespült.
    • Anlieferung: Saubere Mehrwegbehälter kommen in Transportboxen. Dabei setzt der Mehrwegverbund auf existierende Logistik.
    • Ausgabe: Gegen ein Pfand geben Sie die Mehrwegbehälter an Ihre Kund*innen aus.
    • Rückgabe: Gebrauchte Mehrwegbehälter mit Verbund-Logo – auch von anderen Ausgabestellen – können in den Betrieben des Verbunds zurückgegeben werden. Der Pfandwert wird direkt von Ihnen an den/die Kund*in ausbezahlt. Die Behälter werden in einer Transportbox gesammelt und regelmäßig.
    • Pfandabwicklung: Überschüssig ausgegebenes Pfand wird Ihnen automatisch vom entsprechenden Mehrweganbieter über den Mehrwegverbund ausbezahlt oder gutgeschrieben.
    • Sicherheit geht vor: Zum Einsammeln werden verschlossene Boxen genutzt. Deckel und rückverfolgbare Plomben sichern das Leergut vor Zugriff und identifizieren den Rücknahmebetrieb.
    • Reinigung: Die Zentrale Spüleinrichtung übernimmt die Sortierung und Spülung.
  • Der Mehrwegverbund bündelt die Verwaltung und Organisation für ein Mehrwegsystem in Ihrem Betrieb.
    • Der Verbund koordiniert die Abrechnung zwischen den Verbundteilnehmer*innen.
    • Die gereinigten Behälter werden gezählt und dem Verbund gemeldet, beschädigte Becher werden aussortiert und ersetzt.
    • Es erfolgt außerdem ein Mengenausgleich zwischen Betrieben, die viele Mehrwegbehälter ausgeben und Betrieben, die viele Mehrwegbehälter zurücknehmen.
    • Die monatliche Pfandabrechnung erfolgt zentral.
  • Durch die zahlreichen Rückgabemöglichkeiten wird die Mehrwegnutzung für Ihre Kund*innen einfacher.
    • Mehrwegbehälter, die im lokalen Kreislaufverbund registriert sind, können problemlos von jedem registrierten Betrieb zurückgenommen werden. Sie sind mit dem Mehrwegverbund-Logo gekennzeichnet.
  • Die Stadt bezuschusst die Teilnahme.
    • Nutzungsentgelt und Monatsbeitrag werden städtisch bezuschusst.
    • Es entstehen keine zusätzlichen Personalkosten für die Reinigung von Mehrwegbehältern im eigenen Betrieb.
  • Mit der Teilnahme am Mehrwegverbund zeigen Sie, dass Ihr Betrieb nachhaltig mitdenkt.
  • Wer komplett auf Mehrwegbehälter umsteigt, spart sich die Verpackungssteuer.

Was bedeutet die Teilnahme am Mehrwegverbund für meinen Betrieb?

Ziel des Mehrwegverbunds ist, möglichst flächendeckende Rückgabemöglichkeiten („return anywhere“) zu schaffen. Damit das möglich ist, erklären Sie sich bereit, auch Mehrwegbehälter zurückzunehmen, die nicht in Ihrer Betriebsstätte ausgegeben wurden. Teilnehmende Mehrwegbehälter erkennen Sie am Logo des Mehrwegverbunds.

Mein Betrieb soll an den Mehrwegverbund angeschlossen werden. Wohin kann ich mich wenden?

Hierfür können Sie sich an den Betreiber des Freiburger Mehrwegverbunds wenden (info@reusable2go.org).

Wie erhält ein teilnehmender Betrieb das Logo des Mehrwegverbunds?

Der Betreiber des Mehrwegverbunds sendet Ihnen einen Sticker zur Kennzeichnung der teilnehmenden Betriebsstätte nach Abschluss des Teilnahmevertrags mit allen Unterlagen zu.

Können bereits vorhandene Becher in den Mehrwegkreislauf integriert werden?

Die Becher müssen dafür bestimmte Kriterien erfüllen. Diese können beim Mehrwegverbund (info@reusable2go.org) erfragt werden. Entscheidend ist auch, wie viele Becher vorhanden sind. Die Mindestpoolgröße kann ebenfalls erfragt werden.

Mein Betrieb soll Mehrwegbecher anbieten, die bereits im Kreislauf geführt werden. Wo kann ich die Becher leihen?

Sie können sich einen am Mehrwegverbund teilnehmenden Mehrweganbieter aussuchen, der die Anforderungen Ihrer Betriebsstätte erfüllt. Hier finden Sie eine Übersicht mit den derzeit verfügbaren Anbietern. Fragen Sie beim Mehrweganbieter Ihrer Wahl nach den Konditionen und beantragen Sie einen Zuschuss bei der Stadt.

Können ab dem 1. Januar 2026 auch Mehrweg-Speiseverpackungen über den Mehrwegverbund genutzt werden?

Ja, eine Nutzung von Mehrweg-Speiseverpackungen (diverse Bowls und weitere Angebote je nach Anbieter) ist möglich. Jedoch können die Speiseverpackungen noch nicht im Mehrwegkreislauf geführt werden, sondern sind vom Betrieb zunächst eigenständig zu reinigen. Sie bezahlen in diesem Fall nur die Miete des Gegenstands. Kosten für Transport und zentrales Spülen sowie der Monatsbeitrag fallen erst an, sobald die Gegenstände im Kreislauf geführt werden können. Um den Zuschuss zum Nutzungsentgelt zu erhalten, erklären Sie sich bereit, am Mehrwegverbund teilzunehmen, sobald der Mehrweggegenstand im Kreislauf geführt werden kann. Diese Gegenstände verfügen zunächst auch noch nicht über ein Mehrwegverbund-Logo und sind ausschließlich bei der ausgebenden Betriebsstätte zurückzugeben.

Wie ist in meinem Betrieb der Ablauf für das Verkaufspersonal, wenn ein Mehrwegbecher mit Verbund-Logo zurück gegeben wird?

Das Verkaufspersonal legt den Becher in eine Sammelbox und gibt das Pfand des jeweiligen Mehrwegsystems aus/verrechnet den Pfandbetrag mit dem Einkauf.

Wo gibt es Informationsmaterial für mich, mein Verkaufspersonal und meine Kund*innen?

Hier (1,915 MB) können Sie einen Flyer mit Informationen zum Mehrwegverbund herunterladen, ein weitere Flyer (2,081 MB) spricht gezielt Kund*innen an. Ein Übersichtsblatt zur Verpackungssteuer gibt es hier.

Fragen und Antworten zu den Kosten für teilnehmende Betriebe

Was ist der Monatsbeitrag?

Der Monatsbeitrag entsteht, wenn sich Ihre Betriebsstätte an den lokalen Mehrwegverbund anschließt und der entsprechende Mehrweggegenstand im Kreislauf geführt werden kann. Er wird an den Mehrwegverbund gezahlt. Dieser übernimmt die Organisation des Mehrwegkreislaufs, koordiniert die Logistik und Pfandabrechnung.

Wie hoch ist der Monatsbeitrag?

8 Euro pro Monat, unabhängig von der Anzahl der genutzten Mehrwegbecher.

An wen wird der Monatsbeitrag gezahlt?

Sie schließen einen Teilnahmevertrag mit dem Betreiber des Freiburger Mehrwegverbunds und zahlen den Monatsbeitrag an diesen Vertragspartner.

Welche Leistung ist im Nutzungsentgelt enthalten?

Das Nutzungsentgelt beinhaltet die Bechermiete des gewählten Mehrweganbieters und die Kosten für die Dienstleistungen im Mehrwegverbund (Abholung, Reinigung, Sortierung, Pfandabwicklung, Administration). Die Berechnung erfolgt pro Mehrwegbecher. Mit Zahlung des Nutzungsentgelts wird Ihre Betriebsstätte mit Mehrwegbechern versorgt, die Sie dann wiederum an Ihre Kund*innen ausgeben können.

An wen wird das Nutzungsentgelt gezahlt?

Ihr Betrieb schließt einen Mehrwegsystemnutzungsvertrag mit dem teilnehmenden Mehrweganbieter Ihrer Wahl. Das Nutzungsentgelt inkl. Kreislaufbeitrag fällt pro Becher an und wird auf einem Treuhandkonto hinterlegt, von dem die Dienstleistung entsprechend der beanspruchten Leistung bezahlt wird.

Was wird nach dem Förderprogramm „Mehr Mehrweg für Freiburg – Mehrweggeschirr | Spülmaschine“ gefördert und in welcher Höhe?

Förderfähig sind der Monatsbeitrag und das Nutzungsentgelt (90 Prozent der Kosten, max. 2500 Euro brutto) sowie die Anschaffung einer Gewerbespülmaschine (50 Prozent der Kosten, max. 2000 Euro brutto). Eine Beratung zu den Fördermöglichkeiten erhalten Sie kostenlos. Mehr dazu unter www.freiburg.de/mehrwegfoerderung.

Hintergrund

Takeaway-Angebote und Lieferdienste erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das damit verbundene Abfallaufkommen steht allerdings zunehmend in der Kritik und erfordert neue gesetzliche Grundlagen. So hat die Bundesregierung mit dem neuen Verpackungsgesetz beschlossen, schrittweise ein Verbot für Einwegkunststoffverpackungen und eine Pflicht für Mehrwegverpackungen einzuführen.

Im Zuge dessen wurde bereits ab Juli 2021 der Verkauf von bestimmten Artikeln aus Einwegkunststoff, wie Strohhalme, Besteck und Styroporboxen, verboten. Ab 2023 sind Betriebe bundesweit verpflichtet, Mehrwegverpackungen anzubieten, die nicht teurer als Einwegverpackungen sein dürfen.

Am 6. Mai 2025 beschloss der Gemeinderat mit sehr deutlicher Mehrheit eine umfassende Mehrwegoffensive. Der Fokus wurde dabei auf den Aufbau einer lokalen Mehrweglogistik gerichtet, die eine Analyse des bestehenden Mehrwegsystems in Freiburg empfohlen hatte. Der Bericht kann über mehrweg@freiburg.de angefordert werden. Durch die Mehrwegoffensive soll das Mehrwegsystem ausgeweitet werden – auch mit Hilfe eines Förderprogramms, das lokale Akteure beim Aufbau eines Mehrwegangebots unterstützt.

Gleichzeitig wurde auch die Freiburger Verpackungssteuer verabschiedet. Sie orientiert sich am Modell der Stadt Tübingen, die die Steuer 2022 eingeführt hat und vom Bundesverfassungsgericht im Januar 2025 als rechtmäßig bestätigt wurde. Die Verpackungssteuer gilt ab 1. Januar 2026.

Drucksachen

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Foto: Zerbor/istockphoto.com (Mehrwegförderung)