Bundesprogramm "Demokratie leben!"
Geförderte Einzel- und Jugendprojekte 2016
- 11 Einzelprojekte
- 3 Jugendprojekte (ausgewählt von Jugendlichen / jungen Erwachsenen)
Geförderte Einzelprojekte 2016
Mensch im Container
Mit wöchentlichen Kunstnachmittagen gibt Start-International geflüchteten Kindern in Freiburger Container-Unterkünften die Möglichkeit, sich kreativ mit verschiedenen Mal- und Basteltechniken sowie Gesang und Musikinstrumenten auszudrücken. Begleitet von professionellen Pädagog*innen trägt das Projekt dazu bei, den Kindern in einer schwierigen Lebenssituation einen Freiraum zu eröffnen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und Gefühle von Zugehörigkeit und Gemeinschaft entstehen zu lassen.
"Blut muss fließen"
Die Szene der Rechtsradikalen wächst, formiert sich international und wirbt gezielt Jugendliche und junge Erwachsene an. Der interkulturelle Verein Fairburg möchte dem Trend gegensteuern und klärt im Laufe von 2016 mit Schulbesuchen und öffentlichen Veranstaltungen über Rechtsradikalismus auf. Dabei wird der Film "Blut muss fließen - Undercover unter Nazis" in Anwesenheit des Regisseurs Peter Ohlendorf gezeigt und in anschließender Diskussionsrunde besprochen.
Islam auf Badisch
Das Orient-Netzwerk lässt das Freiburger "Bobbele" Fragen rund um den Islam im badischen Dialekt beantworten - und ermöglicht damit einen humorvollen Einstieg, den Islam kennen zu lernen. Zehn verschiedene Fragen werden auf Bierdeckel gedruckt und in Freiburger Gaststätten verteilt. Auf der Rückseite der Bierdeckel steht ein QR-Code, über den Interessierte die Antworten auf badisch im Internet finden können.
Willkommen - was dann?
Das Freiburger Spielmobil führt Spielaktionen für geflüchtete Kinder in neu errichteten Wohnheimen bzw. Unterbringungen durch. Dabei werden die Kinder von professionellen Pädagog*innen angeleitet und es stehen ihnen vielseitige Spielgeräte und Materialien zur Verfügung. Die Aktionen ermöglichen den Kindern nicht nur unterhaltsame Freizeitaktivitäten, sondern auch gegenseitiges Kennenlernen durch Einbezug von Nachbarkindern aus dem Umfeld der Heime.
Die langen Nächte des Ramadan
In öffentlichen Debatten haben Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus in den vergangenen Jahren stark zugenommen - nicht zuletzt im Zuge der Diskussion um die Aufnahme von Geflüchteten. Mit einer breit angelegten Veranstaltungsreihe leistet der interkulturelle Verein Südwind durch Vorträge, Filme und Workshops Aufklärungsarbeit - und stellt dabei die Vielseitigkeit aller Religionen in den Vordergrund.
Schwarze Kinder stärken!
Die Gruppe Kidayo bietet einen geschützten Raum und Empowerment für afrodeutsche Kinder und deren Familien in Freiburg. Um Eltern und weitere Bezugspersonen afrodeutscher Kinder über den Umgang mit Rassismus zu sensibilisieren und über Gegenstrategien zu informieren, hat Kidayo die Antirassismus-Trainerin Tupeka Ogette für einen zweitägigen Workshop eingeladen.
Telling Stories
Migrant*innen und geflüchtete Menschen bewegen sich zwischen verschiedenen Kulturkreisen und setzen sich auf je eigene Weise mit dem Thema "Heimat" auseinander. Das Foto- und Videoprojekt "Telling Stories" des Künstler Emeka Udemba wird diese Prozesse in Zusammenarbeit mit migrierten Menschen kreativ verarbeiten. Am Ende wird eine Ausstellung entstehen, die an verschiedenen Orten in Freiburg gezeigt werden soll.
Fahrradbox
Das gemeinsame Instandsetzen und Reparieren von Fahrrädern hat nicht nur Unterhaltungswert, sondern kann auch zu Austausch, Begegnung und Kennenlernen von Menschen unterschiedlichster Herkunft beitragen. In diesem Sinn organisiert der Diakonieverein Freiburg-Südwest eine 'Fahrradbox' in Weingarten, in der einmal pro Woche geflüchtete Jugendliche und weitere Bewohner*innen des Stadtteils alte Fahrräder gemeinsam reparieren.
Sicher und Selbstbewusst
In den offenen Treffen des Arbeitskreises Behinderte an der Christuskirche (ABC) treffen sich unterschiedliche Menschen mit und ohne Behinderung, mit oder ohne Migrationshintergrund, Jugendliche oder Senior*innen. Diese können in unterschiedlicher Form von Diskriminierung betroffen und Übergriffen ausgesetzt sein. 2016 sollen zwei Empowerment-Workshops durchgeführt werden, um diese heterogene Zielgruppe zu stärken.
"Blumen für Otello" Antirassistische Gedächtnispolitik
Das Buch "Blumen für Otello" der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Esther Dischereit widmet sich der Aufklärung der NSU-Verbrechen aus Sicht ihrer Opfer. In einer Kunstperformance werden Ausschnitte aus dem Buch von der Autorin vorgelesen, begleitet von der Musik der türkischen Musikerin Ipek Ipekcioglu. Organisiert wird die Performance sowie eine weitere Podiumsdiskussion rund um den NSU-Komplex von der Feministischen Geschichtswerkstatt.
Katamaran
Das Projekt verbindet Schauspiel, Musik und Text zu einer experimentellen Reise durch die Themen Identität, Heimat und Fremde. In assoziativen Bildern und kontrastreichen Begriffen wie „Heimat/Fremde, Himmel/Hölle, kalt/heiß“ erkundet es die Widersprüche des menschlichen Daseins.
Geförderte Jugendprojekte 2016
Wachs mal (in) Farben
Künstlerische Außenwandgestaltung im Geflüchtetenwohnheim St. Christoph mit Bildern und Motiven aus den Erfahrungs- und Erlebniswelten von geflüchteten Kindern. Dies findet in der Zusammenarbeit von der seit einem Jahr bestehenden Gruppe “Denk mal…”, den 2015 hinzugekommenen jungen erwachsenen Geflüchteten und den teilnehmenden Kindern statt. Zielgruppe des Projekts sind sowohl die jungen erwachsenen Geflüchteten, als auch die Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. Ziele sind neben der malerischen Gestaltung der Wände, die Entwicklung der Kinder zu fördern und Aufgaben für die jungen Erwachsenen als Multiplikatoren zu schaffen.
Hiphop4hope for Refugees
Mit geflüchteten Jugendlichen und Jugendlichen aus benachteiligten Stadtteilen in Freiburg wird eine Tanzshow erarbeitet. Diese Show soll sich mit dem Thema Flucht befassen. Unterschiedliche Tanzstile aus den Ländern der Geflüchteten sollen darin einbezogen werden. Die Show wird zum Ende des Jahres mehrmals öffentlich aufgeführt.
Roma 2.0 – Dokumentarfilm
In diesem Filmprojekt werden die Erfahrungen und Geschichten junger Roma in Westdeutschland porträtiert. Im Unterschied zu den üblichen Bericherstattungen sollen Erfolgsgeschichten erzählt werden. Darunter sind auch Menschen, die ihren Romahintergrund verstecken, um sich vor Diskriminierung zu schützen und ihre Karriere nicht zu gefährden.