Bundesprogramm "Demokratie leben!"
Geförderte Einzel- und Jugendprojekte 2021
- 16 Einzelprojekte
- 10 Jugendprojekte (ausgewählt von Jugendlichen / jungen Erwachsenen)
Geförderte Einzelprojekte 2021
Freiheit beginnt im Kopf
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Freiburg hat Ahmed Mansour Ende 2020 für einen Vortrag sowie für einen Workshop für Schüler*innen nach Freiburg eingeladen. Diese Veranstaltung musste leider abgesagt werden, weshalb sie nun 2021 nachgeholt werden soll. Mansour wurde 1976 als palästinensischer Israeli geboren, er studierte Psychologie und widmete sich u.a. der Frage, mit welchen pädagogischen Konzepten Antisemitismus bekämpft werden kann. Mansour hat zahlreiche Bücher und Artikel veröffentlicht, zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen neben Antisemitismus auch Islamismus und Deradikalisierung.
"You are powerful!" Empowerment Workshop für Jugendliche
Die Jugendberatung Freiburg wird von jungen Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund genutzt. Viele von ihnen haben eigene Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung erlebt. In einem Workshop, geleitet von einer professionellen Trainerin, soll ein geschützter Raum geboten werden, um Erfahrungen verarbeiten und Gegenstrategien entwickeln zu können.
War da was? Freiburger Geschichte ungeschönt
Im Rahmen des Stadtjubiläums, dass Corona bedingt in 2021 gefeiert wurde, möchte das iz3w – informationszentrum 3. Welt – auch die Schattenseiten der Freiburger Geschichte in einer Veranstaltungsreihe beleuchten. Es wird Vorträge unter anderem zu den Themen Kolonialismus, NS-Zeit, Antiziganismus, Antisemitismus und Erinnerungspolitik geben.
Dear White People 3 - Schaut her! Migrantische Selbstorganisationen
Bereits zum dritten Mal in Folge findet das DWP Festival in Freiburg statt. Die Veranstaltung will eine Plattform für eine kritische Auseinandersetzung mit marginalisierten Themen wie systemischen Rassismus und Diskriminierung bieten. Und die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung zwischen Betroffenen von Rassismus und weißen Menschen ermöglichen. In 2021 wird der Schwerpunkt des Festivals beim Thema Migrantische Selbstorganisationen liegen.
Geflüchtete erzählen
Zeugen der Flucht bietet Unterrichtsbesuche an Freiburger Schulen an, in denen junge Menschen mit Fluchterfahrung über ihre Erlebnisse berichten. Von den Gründen ihrer Flucht, den oft gefährlichen Fluchtwegen und ihrem Ankommen in Deutschland sowie ihren Erfahrungen mit Rassismus hierzulande. Anstatt über Geflüchtete zu sprechen, kommen diese in den Unterrichtsbesuchen selbst zu Wort.
Racial Profiling in Freiburg
Unter der polizeilichen Praxis des racial profiling leidet auch die Sinti- und Roma-Community in Freiburg, wie nicht zuletzt der Diskriminierungsbericht des Freiburger Roma Büros aufzeigt. Die pro familia Freiburg möchte in Form einer Podiumsdiskussion einen Raum bieten, in dem von racial profiling Betroffene über ihre Erfahrungen berichten und lösungsorientiert miteinander diskutieren können
bauschen & biegen
In der bewährten Lesereihe des Vereins samt & sonders kommen Autor*innen mit Alltagsexpert*innen ins Gespräch. Aufgrund des aktuellen Lockdowns werden in 2021 alle geplanten Veranstaltungen entweder online oder im Freien stattfinden. Die Themen der Reihe umfassen unter anderem Rassismus und Polizeigewalt, Isolation und Diskriminierung von „Randgruppen“, Sexualität und weibliche Selbstbestimmung sowie Antisemitismus.
Institutionalisierte Diskriminierung in der Polizeiarbeit
In einer Podcast-Reihe sowie einer öffentlichen Podiumsdiskussion widmet sich Radio Dreyeckland dem Thema Diskriminierung durch die Polizei. Durch hintergründige Recherchearbeiten und dem Austausch mit Betroffenengruppen sollen informative Radiobeiträge produziert werden, in deren Herstellung die Betroffenen aktiv eingebunden sind.
Rapflekt!
In einem mehrtägigen Workshop setzen sich Jugendliche aus dem Umfeld der Jugendhilfswerkes mit Rassismus auseinander. Mit Unterstützung von Künstler*innen aus den Bereichen Musik und Kunst sollen die Ergebnisse des Workshops in Graffiti Kunst und Rapsongs kreativ verarbeitet werden.
Omas gegen Rechts
Rund 160 Omas engagieren sich in Freiburg und Umgebung auf vielfältige Weise gegen Rechts. Zu ihren geplanten Aktivitäten zählen in 2021 unter anderem die Organisation von Fortbildungen und Veranstaltungen, die Vernetzung mit weiteren rassismuskritischen Akteur*innen, Besuche in Schulen und Präsenz bei öffentlichen Veranstaltungen wie Demonstrationen.
Verschwörradio
Um die Etablierung des neuen Mobilfunks G5 ranken sich allerlei Mythen und Verschwörrungsideologien. Der Chaos Computer Club möchte in Form von Radiopodcasts, Flyern und der Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen Aufklärungsarbeit betreiben. Da bei Verschwörungserzählungen oft unterschiedlichste Themen zusammengeworfen werden, wird sich die Gruppe auch mit Diskursen rund um Covid19, Weltherrschaften und Antisemitismus auseinandersetzen.
Antirassistische Bildungsarbeit zum Thema Sexismus
Schon seit einigen Jahren setzt sich das A-Team (awareness) mit Infoständen und Workshops im Freiburger Nachtleben gegen Sexismus und Rassismus ein. Außerdem bieten sie auch Begleitung für Betroffene, für Täterpersonen und deren Umfeld an. In 2021 werden sie Fortbildungsworkshops für Multiplikator*innen anbieten, aufgrund des Lockdowns im Online-Format.
Empowerment queerer Geflüchteter
Als einzige Institution in Freiburg bietet die Rosa Hilfe spezielle Beratungs- und Begleitungsangebote für die Belange von LSBTIQ* Geflüchteten an. Neben der laufenden Beratung soll in diesem Jahr ein monatliches Treffen zur Vernetzung hinzukommen, das „International Queer Café“.
Gegen strukturelle Diskriminierung in Zeiten der Corona-Krise
Das AMS Camp findet jedes Jahr im Sommer im Schwarzwald statt und bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Region eine Vielzahl an spannenden, politischen Workshops und kulturellen Veranstaltungen. Auf dem nächsten AMS Camp soll es in den Vorträgen und Workshops einen thematischen Schwerpunkt auf den gesellschaftlichen Folgen der Corona Pandemie geben.
Junge Afrikaner*innen in Freiburg
Der Verein CAPOA möchte mit einer Podiumsdiskussion verschiedene Gruppen miteinander ins Gespräch bringen. Im Fokus sollen die Bedürfnisse von afrikanischen Migrant*innen stehen – und wie diese als Gruppe in der Freiburger Öffentlichkeit und in den Medien wahrgenommen und dargestellt werden. Statt übereinander möchte der Verein dazu beitragen, dass miteinander gesprochen wird, um Vorurteile abzubauen.
Informed Migrants
Das One World Network e.V. bietet in der Kaiserstuhlstraße einen wöchentlichen Informations- und Austauschnachmittag, speziell für afrikanische Migrant*innen an. Um das Angebot weiter bekannt zu machen sollen in 2021 unter anderem Flyer produziert und weitere Menschen durch gezielte Ansprache für das Treffen gewonnen werden.
Geförderte Jugendprojekte 2021
Jugendworkshop gegen Verschwörungstheorien
Woran erkennt man Verschwörungstheorien? Wie reagiert man auf sie? Darf man nicht mehr alles sagen? Der Politikwissenschaftler Florian Eisheuer von der Amadeu-Antonio-Stiftung leitet den Workshop zum Thema. Er arbeitet seit Jahren zu Antisemitismus und Verschwörungsideologien. Der Workshop wird im Frühjahr/Sommer 2021 stattfinden
Zeitschrift „Greift ein!“
Im Rahmen des Angebots des Kinder- und Jugendhaus Vauban trifft sich regelmäßig eine Mädelsgruppe (10 bis 18 Jahre). Unter dem Motto „habt Respekt vor jedem Menschen“ sammeln sie Erlebnisse rund um das Thema Rassismus. In der Gruppe haben viele Mädchen Fluchterfahrungen und einige eine Migrationsgeschichte und jede hat ihre eigenen Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung. Über diese möchten sie berichten. Auch möchten sie über Interviews und Fragebögen erlebte Situationen von anderen Menschen sammeln und diese in der Zeitschrift veröffentlichen. Die Mädchen wollen die Menschen sensibilisieren, genau hinzuschauen was um sie herum passiert und sie ermutigen einzugreifen. Die Zeitschrift wird kostenlos verteilt.
Mein Leben zwischen zwei Welten
Ousman Bojang aus Gambia lebt seit 2016 in Deutschland. Seine Bilder und Texte erzählen von seiner Heimat und von seinem Leben in Deutschland. Ein Leben zwischen zwei Welten und Kulturen. Bilder und Texte möchte er in einem Buch und einem E-Book zeigen. Er möchte außerdem eine Lesung zu dem Buch organisieren, zu der er Freunde und andere Geflüchtete einladet, um ihnen Mut zu machen. Es werden auch Menschen eingeladen, die sich für das Leben von Geflüchteten und seine Bilder interessieren. Miteinander sprechen schafft Verständnis und Hoffnung auf ein gutes Leben für alle.
South Cypherz 2- Hip Hop Tanz Battle
Das Battle ist ein internationaler Hip Hop Tanz Wettbewerb, bei dem unterschiedlichste Kulturen und Nationalitäten zusammenkommen um ihre tänzerische Kompetenz zu beweisen, zu zeigen und aneinander zu messen. Es ist ein friedlicher Wettstreit der in unterschiedlichen Disziplinen, z.B. „Allstyle“ oder „Hip Hop“ durchgeführt wird. Die Judges, welche die Tänzer*innen bewerten, sind selbst erfahrene und renommierte Tänzer*innen, die zum Höhepunkt der Veranstaltung die Gewinner*innen herausfordern. Mit dem Aspekt der Gemeinsamkeit, der tief in der Hip Hop Kultur verankert ist, möchten die Teilnehmenden Nationalismus und Rassismus entgegen wirken und jeden Einzelnen in seiner sozialen und kulturellen Entwicklung fördern. Die multikulturelle Vielfalt der Hip Hop Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung, da hier eine Vielzahl an Nationalitäten zusammenkommen. Zum ersten Battle 2019 kamen etwa 200 Jugendliche. Das für 2020 geplante Battle musste wegen der Corona-Pandemie leider ausfallen. 2021 soll es im September stattfinden, notfalls online.
#freiburgwasgeht 2021
Die Initiative #wetalkfreiburg läuft unter der Trägerschaft des ArTik e.V. Aktuell besteht #wetalkfreiburg aus 20 Teammitgliedern mit verschiedenen Hintergründen, die vor allem eins eint: Spaß an Politik. Ihr Ziel ist es, die Themen, die junge Menschen in Freiburg beschäftigen und betreffen aufzugreifen, zu thematisieren und über sie zu berichten. Dafür produzieren sie Beiträge in den sozialen Medien, um die teils unübersichtlichen und komplexen Geschehnisse der Lokalpolitik verständlich zu machen und jungen Menschen näher zu bringen. Zu finden sind sie auf Facebook und Instagram. Dort gibt es nicht nur Videos zu Freiburger Politik, sondern auch Interviews und Stories über Events. Zentral ist die Motivation, die oftmals von Experten*innen geprägte Fachsprache in ansehnliche Medienbeiträge zu übersetzen, um Engagement und politisches Interesse besonders bei jungen Menschen zu fördern. Darum berichten sie über alles, was in Freiburg läuft – Demos, Aktionen, Gemeinderat, Wahlen. Und das möglichst unabhängig, ehrenamtlich, und vor allem unterhaltsam.
Landtagskandidat*innen-Roast 2021 und Bundestagskandidat*innen-Roast 2021
2021 ist Superwahljahr. Neben dem Bundestag im Oktober 2021 wählen Baden-Württemberger*innen im März 2021 zudem den Landtag. Beide Wahlen geben Gelegenheit, über die Verwerfungen der letzten Legislaturperioden zu diskutieren: Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Diskursfähigkeit und natürlich Corona und die Folgen. Dabei gibt es wie bei jeder Wahl Wähler*innen, die zum ersten Mal abstimmen. Gerade diese jungen Wähler*innen fühlen sich von der Politik aber oft nicht gehört. Die beiden von uns geplanten Veranstaltungen, die "Roasts", sollen daran anknüpfen: Demokratie muss gerade für junge Menschen zugänglich, das heißt erleb- und erfahrbar, gemacht werden. Je mehr Informationen verfügbar sind, desto schwerer haben es populistische Argumentationen, Verbreitung zu finden. Zentrales Element ist die unmittelbare Konfrontation mit den Kandidat*innen, die auf der Bühne auf ihre Positionen "geroastet" werden. Geplant sind also keine klassischen Podiumsdiskussionen, sondern Bildungsevents mit Unterhaltungscharakter. In jeweils circa zweistündigen Veranstaltungen werden Kandidierende der Freiburger Wahlkreise von den Moderatoren zur öffentlichen Diskussion eingeladen. Das Ganze wird per Livestream übertragen. Los geht’s am 3. März.
Feministisches- und Frauen*streik Komitee Freiburg
Das Freiburger Bündnis aus feministischen Gruppen und einzelnen Frauen* und Queers, planen die jährlich stattfindende Demonstration am internationalen Frauen*kampftag. Sie streiken gegen Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen* und Queers weltweit. Auch 2021 sollen wieder vielfältige Aktionen und Veranstaltungen stattfinden, aufgrund der Corona-Situation auch teilweise dezentral und online.
Feministisch lesen im fz*
Der Bücherbestand des feministischen zentrums (fz*) soll zu einer Bibliothek ausgebaut werden. Dafür sollen neue Bücher angeschafft werden, die den bereits vorhandene Bestand (überwiegend vor 2000 erschienen) ergänzen. Angeschafft werden sollen neue Bücher über feministische Theorie, aber auch queere Roman und Comics. Es soll ein Ausleih-System konzipiert werden, sodass die Bibliothek breit genutzt werden kann und einzelne Bücher in Lesungen öffentlich vorstellen.
Ein Blick zurück, um für heute und die Zukunft zu lernen
In der Geschichtswerkstatt der Lessing Realschule lernen die Schüler*innen etwas zu der besonderen Vergangenheit ihrer Schule als jüdische Zwangsschule von 1936 bis 1940. Dabei sind sie in regem Austausch mit Zeitzeug*innen und organisieren immer wieder Veranstaltungen. Mit dem neuesten Projekt wollen sie an den Mut der Retter*innen (vor allem in Südfrankreich) erinnern, denen viele der über 60 ehemaligen jüdischen Kinder der Schule ihr Überleben in der Nazi-Zeit verdanken. Der im November 2020 auf dem Pausenhof gepflanzte Baum für stille Held*innen soll mit einer Gedenktafel erklärt werden.
Entwicklung multikultureller Musik
Die Musiksektion des Roma Büros will ein neues Musikprojekt auf die Beine stellen. Bisher haben sie Roma-Musik gemacht, jetzt soll mit Menschen außerhalb der Roma-Community neue Musik entwickelt werden. Das Ziel ist es, mit der neuen Gruppe aufzutreten und die entwickelten Stücke im Tonstudio aufzunehmen und ins Netz zu stellen.