Viel Energie auf wenig Fläche produzieren, das ist ein großer Vorteil der Windenergie. Doch sie hat noch viel Ausbaupotenzial. Freiburg verfügt auf Grund seiner geographischen Lage am Rande des Schwarzwalds über auch wirtschaftlich sehr rentable Standorte für Windenergieanlagen – im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten in Deutschland.
Vorteile von Windkraft für die Stadt Freiburg
Windkraft ist mehr als nur saubere Energie und ausschlaggebend für die Erreichung der Klimaschutzziele
Mit der Nutzung der freien und unerschöpflichen Ressource Wind, wird Freiburg nicht nur weniger abhängig von teuren Energieimporten wie Öl und Gas oder auch Uran. Die Energieerzeugung vor Ort bedeutet außerdem Wertschöpfung vor Ort, durch lokale Unternehmen, die Entstehung von Arbeitsplätzen und entsprechende Steuereinnahmen.
Nach der anfänglichen Investition fallen kaum Betriebskosten sowie keine Rohstoff oder CO2 Kosten an – Windkraftanlagen brauchen keinen Brennstoff und arbeiten emissionsfrei. Das sorgt langfristig für stabile und vergleichsweise günstige Strompreise. Das ist gut fürs Klima und für den Geldbeutel – von Bürger*innen, Betrieben und der Stadtverwaltung.
Sicherung des Wirtschaftsstandortes Freiburg: über die allgemeine Stabilisierung der Strompreise hinaus, kann eine direkte Nutzung der Windenergie von ansässigen Betrieben und Unternehmen hier ebenfalls für günstige und kalkulierbare Energiepreise sorgen.
Windkraft schützt unsere natürlichen Ressourcen. Im Gegensatz zu vielen konventionellen Kraftwerken verbrauchen Windräder kaum Wasser – ein wichtiges Thema, gerade angesichts heißer und trockener Sommer. Zudem lassen sich Flächen rund um Windkraftanlagen weiterhin land- und forstwirtschaftlich nutzen.
Außerdem sind Windkraftanlagen unproblematisch rückbau- und auch wiederverwendbar. Die meisten Bauteile können schon heute wirtschaftlich recycelt werden, von ihnen geht zudem keinerlei Belastung (Strahlung, Toxizität etc.) aus.
Die Freiburger Windkraftoffensive
Der gemeinsame Ausbau von Windkraft und Photovoltaik sorgt darüber hinaus für eine größere Versorgungssicherheit und stabilisiert unser Stromnetz. Wind und PV haben sowohl im tages- als auch im jahreszeitlichen Verlauf unterschiedliche Produktionszyklen. Während naturgegeben über Tag und vor allem in den Mittagsstunden die PV ihr Produktionsmaximum hat, ist es bei der Windkraft genau umgekehrt. Ähnlich verhält es sich im jahreszeitlichen Lauf, auch hier ist die Windenergie im Winterhalbjahr stärker als die PV die das Sommerhalbjahr dominiert. Die beiden ergänzen sich also hervorragend!
Regionale Windkraftanlagen sollen künftig 140 Gigawattsunden und damit zehn Prozent des Freiburger Strombedarfs erzeugen.
Die Ziele sollen vor allem mit Repowering erreicht werden. Bestehende Windenergieanlagen sollen also durch leistungsstärkere ersetzt werden. Konkret heißt das: Das neue Windrad auf der Holzschlägermatte produziert nun zehn statt fünf Gigawattstunden grüner Energie. Zusammen mit den neu errichteten Windrädern am Standort Taubenkopf und dem Austausch der alten Windräder durch zwei deutlich leistungsstärkere Anlagen auf dem Rosskopf steigt die Produktion künftig auf 74 Gigawattstunden pro Jahr
Neue Standorte werden über die Regionalplanung sowie über Fortschreibungen des bestehenden Teilflächennutzungsplanes ausgewiesen.
Neue Flächen für die Windkraft
Neubewertung
Die Windkraft hat in den letzten Jahren eine rasante technische Entwicklung durchlebt, welche unter anderem bedingt, dass auch Standorte die ehemals als nicht geeignet eingestuft wurden, nun für eine auch wirtschaftliche Nutzung in Frage kommen. Zudem haben sich analog hierzu auch Gesetze und Vorgaben sehr dynamisch verändert und auch zu Veränderungen in Freiburg geführt.
Bis 2019 gab es auf Freiburger Stadtgebiet lediglich eine sogenannte Vorrangfläche für Windkraft. Die Ausweisung dieser Fläche entfaltete nach damals gültiger Rechtsprechung Ausschlusswirkung für weitere Planungen auf der Gemarkung. Mit Änderung des Teilflächennutzungsplan Windkraft (391 KB) (TFNP) im Jahr 2019, wurden weitere Flächen auf ihre Tauglichkeit für Windkraft geprüft – mit Erfolg: So kann nun etwa am Taubenkopf mit Windkraft Strom für 8000 Haushalte produziert werden.
Das Wind-an-Land-Gesetz
Seit 2023 gilt bundesweit das Wind an Land-Gesetz: Zwei Prozent der jeweiligen Landesflächen müssen bis Ende September 2025 für Windenergie und Photovoltaik ausgewiesen werden. In Baden-Württemberg sind hierfür die Regionalverbände zuständig, in der Region Freiburg dem Regionalverband Südlicher Oberrhein. Würde kein gültiger Plan aufgestellt, könnte die gesamte Fläche mit Windenergie beplant und im beschleunigten Verfahren bebaut werden. Parallel hierzu werden weiterhin die Instrumente der kommunalen Bauleitplanung zum Ausbau der Windkraft genutzt, wie etwa punktuelle Fortschreibungen des TFNP am Ochsenberg.
Planung und Genehmigung
Den richtigen Standort zu finden, ist nicht einfach. So entscheidet nicht nur die Ausweisung von Standorten darüber ob eine Windkraftanlage gebaut werden darf, sondern ein komplett separates Genehmigungsverfahren für den ausgewiesenen Standort. Hierbei spielt nicht die die Windausbeute die Hauptrolle, sondern der Landschafts- und Naturschutz sowie die menschliche Gesundheit. Deshalb ist die Genehmigung von Standorten für Windenergieanlagen sehr komplex und oft langwierig.
Freiburg kann Klimaschutz. Die Freiburger*innen gelten als Vorreiter*innen in Sachen Nachhaltigkeit. Deshalb steckt sich die Stadt ein großes Ziel: klimaneutral bis 2035. Freiburg ist schon "so weit und so gut".
Aber um das ambitionierte Ziel zu erreichen, müssen wir als Stadtgesellschaft in den nächsten Jahren noch eine Schippe draufpacken!