Bundesprogramm "Demokratie leben!"

Geförderte Einzel- und Jugendprojekte 2018

  • 18 Einzelprojekte
  • 9 Jugendprojekte (ausgewählt von Jugendlichen / jungen Erwachsenen) 

Geförderte Einzelprojekte 2018

Diakonieverein Freiburg-Südwest

Beim Projekt des Diakonievereins werden drei Methodenkoffer zu den Themen Diskriminierung und Rassismus sowie zu Antiziganismus und Islamophobie erarbeitet, die in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Schulklassen eingesetzt werden können. Ziel der Methoden ist die Sensibilisierung von Jugendlichen für die verschiedenen Ausprägungen von Diskriminierung und ihren Folgen für die Betroffenen. Die Koffer umfassen Anleitungen für je 90-minütige Workshops, in denen Spiele, Diskussionsrunden, Hintergrundinformationen und anderes angewandt werden. Mit den Jugendgruppen der drei Kooperationspartner (Kinder- und Jugendzentrum Weingarten, KjK Kinder und Jugend im K.I.O.S.K. e.V., Rieselfeld und der Vigeliusschule) werden die Workshops erprobt und durchgeführt.

Netzwerk für Gleichbehandlung

An die Antidiskriminierungsberatungsstelle des Netzwerks für Gleichbehandlung werden immer häufiger Fälle herangetragen, in denen es um Diskriminierung von/unter Kindern und Jugendlichen geht. Die Anfragen kommen sowohl von Eltern als auch von Kindern und Jugendlichen selbst. Häufig werden Diskriminierungen nicht als solche erkannt, was mitunter schwere Folgen haben kann. Mit einem Vortrag und einem Workshop bietet das Netzwerk unter der Leitung von profamilia eine Fortbildungsmöglichkeit für Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten (wie zum Beispiel Sozialarbeiter*innen, Berater*innen, Psycholog*innen). Der Vortrag soll einen Überblick und einen Einstieg in das Thema bieten. Ziel ist die Sensibilisierung von Multiplikator*nnen für Ursachen und Folgen von Diskriminierung sowie der gegenseitige fachliche Austausch darüber.

Diakonisches Werk Freiburg / ABC

Geflüchtete Familien und deren Angehörige mit einer Behinderung erfahren oft eine Mehrfachdiskriminierung, z.B. aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Behinderung, ihres Geschlechts und/oder ihrer Religion. In den Geflüchtetenwohnheimen, wo viele Menschen auf engem Raum leben und es nur wenig Privatsphäre gibt, haben Familien und deren Angehörige mit einer Behinderung häufig mit Ressentiments zu kämpfen und unterliegen oft einem Prozess der Abwertung und Isolierung. Zur Unterstützung und Beratung wird der Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche (ABC) ein wöchentliches Elterncafé für Betroffene anbieten. Ein weiteres Ziel ist der Austausch der Eltern untereinander und gegenseitiges Empowerment. Das offene Café wird von Migrations- und Fluchterfahrenen geleitet, die unter anderem eine Schulung der Elternstiftung Baden-Württemberg erhalten haben. Für Kinder wird währenddessen eine Betreuung angeboten. Auf das Angebot wird über die Sozialarbeitenden in den Unterkünften aufmerksam gemacht. Zudem werden Fortbildungen zum Thema Behinderung in Geflüchtetenwohnheimen stattfinden, um Mitarbeitende der Heime zu informieren.

INForum e.V.

Selten werden rechte Einstellungen unter Migrant*innen thematisiert. Die interkulturelle InZeitung, von Menschen mit Migrationserfahrung gestaltet, wird das Thema 2018 mit verschiedenen Aktivitäten aufgreifen. Ziel ist, über das Thema zu informieren und eine Debatte innerhalb der migrantischen Community anzustoßen - ohne dabei auf übliche rassistische Darstellungen zurück zu greifen. Dazu gehört unter anderem eine öffentliche Diskussionsrunde mit verschiedenen Vertreter*innen von Migrant*innen-Vereinen und Selbstorganisationen. Darüber hinaus soll es Fortbildungsworkshops über den Umgang mit rechten Einstellungen bei Migrant*innen für Multiplikator*innen sowie journalistische Beiträge in der InZeitung und auf Radio Dreyeckland geben.

E-Werk Freiburg e.V./ Theater Radix

Der belgische Autor Ismael Saidi erzählt in seinem Theaterstück "Djihad" die Geschichte dreier Jugendlicher in Berlin. Ihre Leben zeigen, wie schwer es ist, sich zu integrieren - und wie leicht dagegen sich zu radikalisieren. Die Charaktere geraten in die Unterstützerszene von Islamisten und machen sich auf den Weg nach Syrien. Dem Autor gelingt es, ein schwieriges Thema mit viel Humor zu inszenieren und dabei mit vielen Klischees zu brechen. Das Ensemble Theater RadiX führt das Stück über die Frage, warum sich junge Menschen der salafistischen Szene anschließen, mehrere Male für Schulklassen und in einer Veranstaltung auch für die Öffentlichkeit auf. Ziel ist es, insbesondere Jugendliche, aber auch Lehrkräfte in unterhaltsamer Form für die Ursachen islamistischer Radikalisierung zu sensibilisieren. Im Anschluss an die Vorstellung gibt es für die Schulklassen und Jugendlichen jeweils die Möglichkeit, mit dem Regisseur das Thema Extremismus nachhaltig zu diskutieren.

Radio Dreyeckland

Ziel des Projektes ist es, Perspektive und Stimme von Geflüchteten in den Medien hörbar zu machen. Über die mit der Medienproduktion einhergehende Ermächtigung wird eine gesellschaftliche Integration vorangetrieben. Bei Radio Dreyeckland arbeiten sechs Journalist*innen mit Fluchterfahrung, die regelmäßig eine Sendung in mehreren Sprachen erstellen. Um deren medienpädagogische Kompetenzen zu verbessern, finden Train-the-Trainer-Workshops statt. Durch das erworbene Wissen wird der Aufbau von Geflüchteten-Redaktionen in anderen Community Medien beratend unterstützt und das Netzwerk der Geflüchteten-Redaktionen gestärkt. Auch der Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und (selbstkritische) Reflexionsprozesse zwischen Community Medien mit Geflüchteten-Projekten werden gefördert. In mindestens 12 Workshops werden Geflüchteten ohne journalistische Erfahrungen sowohl in allen Aspekten der Radiotechnik als auch über Basiskenntnisse des journalistischen Arbeitens weitergebildet. Gemeinsam werden mindestens 6 Exkursionen und ca. 3 Live-Radio-Events (z.B. in Unterkünften für Geflüchtete) durchgeführt. Die Journalist*innen akquirieren laufend weitere Geflüchtete zur aktiven Gestaltung der Radiosendung "Our Voice".

step stiftung

Mit Spielen und Tänzen möchte die step stiftung den interkulturellen Dialog zwischen Mädchen mit und ohne Fluchterfahrung fördern. Milieuübergreifend werden Begegnungsmöglichkeiten für den interkulturellen Austausch geschaffen. Neben den wöchentlichen Treffen finden in den Ferien Kompaktworkshops statt, die dem Einstudieren der Choreografie und dem Teambuilding dienen. Am Ende steht die Aufführung einer gemeinsam eingeübten Tanzchoreografie bei verschiedenen Veranstaltungen. Ein Höhepunkt soll ein Auftritt im Konzerthaus Freiburg in Kooperation mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg (IfSS) sein. Durch den Einsatz methodisch-didaktischer Übungen werden interkulturelle und soziale Kompetenzen vermittelt. Spielerisch werden ganz nebenbei auch die sprachlichen Fähigkeiten der Mädchen gefördert, deren Selbstbewusstsein nicht zuletzt durch den Auftritt vor größerem Publikum gestärkt wird. Bei Interesse werden die Mädchen dabei unterstützt, in lokalen Sportvereinen weiterhin aktiv zu sein.

Kommunikation und Medien e.V.

Im interkulturellen Medien- und Kochprojekt "Küchengespräche" werden Begegnungsräume geschaffen. Bei den Treffen von Frauen unterschiedlichster Herkunft wird nicht nur gemeinsam gekocht, sondern auch über eigene Erfahrungen und Wünsche gesprochen. In der Begegnung zwischen den hier beheimateten Frauen und den neu hinzu gezogenen werden Barrieren und Vorurteile abgebaut. Das Verständnis füreinander wird geweckt. Mit dem Zubereiten des Essens sind Erinnerungen und Geschichten aus den Herkunftsländern der Frauen verbunden. Während des Treffs wird Deutsch gesprochen, damit die Frauen die Möglichkeit bekommen, die Sprache auch außerhalb eines Sprachkurses zu praktizieren. Die Gespräche und Erzählungen werden im Projekt mit einer Filmkamera begleitet und als kleine Filmclips der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Geflüchtete Frauen werden in der Öffentlichkeit in einer aktiven Rolle präsent.

Fabrik für Handwerk, Kultur und Ökologie e.V.

Das Theaterstück "Name: Sophie Scholl" setzt sich mit den Themen Zivilcourage, Widerstand und Identitätssuche auseinander. Die Jurastudentin Sophie Scholl wird in einen Prüfungsbetrug verwickelt und muss sich entscheiden: Soll sie die Wahrheit sagen, dafür aber ihre Zukunft riskieren? Das Stück ist eine Verknüpfung aus geschichtlichen Einschüben der Widerstandskämpferin Sophie Scholl und der aktuellen Situation der Jurastudentin. Es stellt die Zuschauer*innen vor die schwierige Frage: Wie hätte ich mich verhalten? Die Fabrik für Handwerk wird es in Form eines Klassenzimmerstückes unter anderem an der Max-Weber-Schule Freiburg für Jugendliche aufführen, insgesamt sind mindestens 25 Aufführungen geplant. Im Anschluss besteht für die Schüler*innen die Möglichkeit, mit dem Regisseur und den Darsteller*innen ins Gespräch zu kommen. Klassenzimmertheater ist nicht nur eine künstlerische Gattung. sondern auch eine pädagogische Maßnahme. Seine Stärke liegt in der Nähe zum Publikum und der Authentizität, die es vermittelt.

Roma Büro Freiburg e.V.

Die Diskriminierung und Ausgrenzung von Sinti und Roma ist auch in Freiburg und der Region ein großes Problem. Die Migranten-Selbshilfeorganisation "Roma Büro Freiburg" wird im Rahmen des Projektes alle antiziganistischen Vorfälle in der Region dokumentieren, auswerten und die Ergebnisse am Ende des Jahres öffentlich präsentieren. Die Vorfälle betreffen individuellen und institutionellen Rassismus sowie strukturelle Diskriminierung - sie umfassen alle Lebensbereiche. Die Medien sollen quantitativ und qualitativ ausgewertet werden. Damit soll die Freiburger Öffentlichkeit über Ursachen und Folgen des Antiziganismus aufgeklärt werden. Darüber hinaus wird das Büro Kurse und Empowerement-Workshops für Sinti und Roma anbieten, um die Wachheit der Betroffenen sowie deren Resilienz gegenüber dem Antiziganismus zu stärken.

Lebensraum für Alle e.V.

Die Informationsseite "Zähringen für Alle" enthält nicht nur wichtige Informationen über Einkaufsmöglichkeiten oder Veranstaltungen in Zähringen, sondern auch über Möglichkeiten und Orte der Begegnung und des Engagements. Die Seite richtet sich dabei an alle Bewohner*innen und Nutzer*innen von Zähringen, seien es Alteingesessene, neu Hinzugezogene wie etwa Geflüchtete oder Tourist*innen. Um wirklich allen Bewohner*innen des Stadtteils diese Informationen zugänglich zu machen, wird der Verein "Lebensraum für alle" die Internetseite in leichte Sprache übersetzen, damit auch Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geringen Deutschkenntnissen die Seite nutzen können. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die Öffnung und Stärkung von Partizipationsmöglichkeiten.

Caritasverband Freiburg Stadt e.V.

Etwa 200 Menschen mit und ohne Fluchterfahrung engagieren sich derzeit im Freiburger MOSAIK Netzwerk. Gemeinsam werden alle drei Wochen Begegnungs- und Lerncafés veranstaltet, außerdem gibt es Gitarrenkurse, eine Nähwerkstatt, Wanderausflüge und Feste mit internationalem Essen. Diese Treffen und Aktionen tragen zum Abbau von Vorurteilen bei, regen Verständnis und Empathie für unterschiedliche Lebenswege an und eröffnen Räume für Austausch und Kommunikation. Aufgrund des persönlichen Kontakts sind viele Lerngruppen und Patenschaften ohne explizite Vermittlung entstanden. Viele Fragen und Probleme, denen geflüchtete Menschen in ihrer neuen Stadt gegenüberstehen, können bei den Treffen besprochen werden. Über die Förderung im Rahmen von „Demokratie leben!“ können Tagesausflüge z.B. zum Haus der Geschichte oder zum Bundesverfassungsgericht durchgeführt werden. Diese dienen der politischen Bildung und Wertevermittlung sowie der interkulturellen Begegnung.

E-Werk Freiburg e.V.

Im Südufer-Chor des E-Werkes sind seit dem Sommer 2016 etwa 70 Sänger*innen unterschiedlichster Herkunft engagiert, darunter auch viele Menschen mit Fluchterfahrung (z.B. Syrer, Kurden, aber auch Jesidinnen aus dem Schutzprogramm der Landesregierung). Gemeinsames Singen stellt eine Basis her, auf der sich Menschen verschiedener Kulturkreise auf Augenhöhe begegnen können. Es werden Lieder aus den Herkunftsländern gesungen sowie Musik gemacht, die in der Tradition der imaginären und imaginierten Folklore steht. Für den Chor werden einzelne Lieder vom musikalischen Leiter bearbeitet, zum Teil ungeschrieben und neu arrangiert. Die Leitung haben der Sänger und Komponist Jan F. Kurth und die Musikerin Carla Wierer. Bislang fanden die Auftritte in eher kleinem Rahmen statt, in 2018 wird sich der Chor einem größeren Publikum auf Veranstaltungen präsentieren.

Start International e.V.

Das Projekt mit Geflüchteten afrikanischen Männern und mit Roma aus Südosteuropa soll den Austausch und die Begegnung fördern. Zudem fördert es den Abbau von Vorurteilen. Durch kulturspezifische Lieder, die den jeweils anderen Part zur Improvisation anregen, werden neue Musikstücke kreiert. Westafrikanische Rhythmen und Roma-Musik verschmelzen zu einer Roma-Afro-Fusion und bilden einen einzigartigen "Terricafo"-Klang. Diese musikalischen Kreationen werden in 2018 auf Veranstaltungen, etwa im Rahmen der Wochen gegen Rassismus, einer Öffentlichkeit präsentiert.

SJD - Die Falken Baden-Württemberg

Das „Action, Mond und Sterne Camp“ in St. Georgen / Schwarzwald ist ein selbstverwaltetes Zeltlager von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für politische Bildung und Kultur, das sich als emanzipatorisch und antidiskriminierend versteht. Die Themen Rassismus, Rechtspopulismus und andere Formen von Diskriminierung sind in den zahlreichen Workshops des Camps prominent vertreten. In 2018 möchten die Veranstalter*innen gezielt Jugendliche mit Fluchterfahrung für die Teilnahme am Camp ansprechen und Referent*innen mit Flucht- oder Migrationserfahrung als Expert*innen für die Workshopleitung gewinnen. Das Camp bietet damit antirassistische Fortbildungen für Jugendliche und zugleich einen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsame Kreation.

Interkultureller Verein Fairburg

Vor der italienischen Insel Lampedusa versinkt am 3. Oktober 2013 ein mit 545 Geflüchteten völlig überladener Kutter, 366 Menschen ertrinken. Ausgehend von diesen Ereignissen hat die Gruppe Lampedusa-Hannover eine szenische Lesung vorbereitet, die mit Freiburger Sprecher*innen, unter anderem Volker Finke und Jürgen Grässlin, am 22. März im Historischen Kaufhaus aufgeführt wird. Der Text „Ein Morgen vor Lampedusa“ veranschaulicht die unerträglichen Zustände auf dem Mittelmeer, die bis heute andauern. Im anschließenden Gespräch können Fragen des Publikums, etwa zu Handlungs- oder Veränderungsmöglichkeiten diskutiert werden. Für Schulen gibt es zudem Hintergrundmaterial für die Lehrpersonen. Das Projekt trägt dazu bei, die Öffentlichkeit für die Schwierigkeiten zu sensibilisieren, denen Menschen auf der Flucht begegnen - und politische Entscheidungen, etwa der Grenzpolitik, kritisch zu hinterfragen.

Herausforderung Salafismus II

Es handelt sich um einen Fachtag zur Bildungs- und Präventionsarbeit. Der Fachtag bietet eine Plattform, um Radikalisierungsmechanismen zu analysieren, progressive islamische Stimmen zu stärken und praktische Präventionsansätze zu entwickeln mit dem übergeordneten Ziel, Islamfeindlichkeit und extremistischen Narrativen entgegenzuwirken.

Turuk

Das Projekt widmet sich der Bildungs- und Präventionsarbeit zu den Themen Islamismus, Islamfeindlichkeit und Islam. Es richtet sich an Jugendliche, pädagogische Fachkräfte und Multiplikator*innen und wird vom Informationszentrum 3. Welt (iz3w) in Freiburg durchgeführt.

Geförderte Jugendprojekte 2018

Rosarote Brille? Runter damit!

Das (Schul-)Theaterprojekt von Theresa Bath behandelt am exemplarisch gewählten Beispiel des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) und ausgewählten Theatertexten dazu Themen wie (institutionellen) Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Der Schwerpunkt liegt in der Auseinandersetzung vor allem auf der zentralen Frage, was rechtsradikale Strukturen mit unserer Gesellschaft „machen“ und wie Schüler*innen als Individuum und als partizipierender Teil der Gesellschaft damit umgehen können. Die Schüler*innen sollen bei dem Projekt dazu angeregt werden Bezüge zu ihrem eigenen Lebensumfeld herzustellen und damit verbunden auch die gesellschaftlichen Rolle der Beteiligten (Justiz, Polizei, Anwälte, Opfer, Täter, Politik, Zivilgesellschaft), sowie die Verortung der eigenen Person in unserer Gesellschaft zu reflektieren. Ziel ist es, dass Schulen der Sekundarstufe I und II dieses Projekt für Projektwochen buchen können.

Dance a Way

Flucht zum Frieden? Dance aWay – Flucht zum Frieden? sind Geschichten von Geflüchteten erzählt in einer einzigartigen Form von Tanz, Musik, Interviews und Schauspiel und entstand im Rahmen einer Kooperation des Diakonievereins Freiburg-Südwest e.V. und HipHop 4 Hope e.V. Der Titel Dance aWay wurde bewusst gewählt, um die Ambivalenz vieler Geflüchteter widerzuspiegeln. Es bedeutet sowohl „tanze weg“, weit weg von allen Sorgen, allem Leid und Schmerz aber auch „Tanze dir einen Weg“, finde einen Weg und gestalte dir deine eigene Zukunft. Die Einzigartigkeit liegt im Mix der ausdrucksstarken verwendeten Tanzstile wie Hip-Hop, Breakdance, zeitgenössischem Tanz und Akrobatik. Durch reale Interviewsequenzen, zum Teil in die Musik eingearbeitet, wird wie bei einem persönlichen Gespräch eine sehr enge Beziehung mit Zuschauenden aufgebaut.

Dance It My Own Way

Das Projekt ‚Dance It My Own Way', welches im Frühsommer 2018 realisiert wurde, entstand vor dem Hintergrund, jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund eine Plattform zu eröffnen, in der sie sich musikalisch, textlich und tänzerisch zum Thema Flucht, Gewalt und Missbrauch auf einer persönlichen Ebene auseinandersetzen. Die erarbeiteten Abschlussperformance(s) wurden im öffentlichen Rahmen gezeigt.

Ding Dong Kijong Dong - jemand zu Hause?

Nein, denn Kijong-Dong ist eine Geisterstadt an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea, bestehend aus aufwendigen Häuserfassaden. Eine Attrappe, die über Zeitschaltuhren mit Leben gefüllt wird. Mit diesem Ausgangspunkt stellt sich eine Projektgruppe dem zentralen Thema: Sind wir, was man von uns erwartet? Was wollen wir sein? Wie können wir eine Scheinwelt durchbrechen und dem Takt des Leistungsdrucks entgehen? Die Gruppe ist beim Jugendkunstpakour entstanden. Sie ist gewachsen und mittlerweile besteht sie aus zehn Jugendlichen in unterschiedlichen Lebensabschnitten, von 15 bis 26 Jahren.

Veranstaltungsreihe Ramadan

Die Initiative "JAm - junge aktive Muslime" hat sich unter dem Haus des Freiburger Vereins Südwind e.V. gegründet. JAm will ein Forum für junge Muslim*innen bieten um öffentlich aktiv zu werden. Sie sind moscheeunabhängig und deutschsprachig. Wie bereits im letzten Jahr findet auch 2018 wieder eine Veranstaltungsreihe statt, mit der interreligiöse Begegnungen ermöglicht werden sollen. Jungen Muslim*innen soll ein „Platz zwischen den Stühlen“ angeboten werden, indem die Verbindung von "deutsch Sein" und "muslimisch Sein" nicht als Widerspruch oder Konflikt aufgezeigt wird. In der Veranstaltungsreihe wird es einen Vortrag mit Ali Ghandour über den "Mythos Islam", eine Comic-Ausstellung von Soufeina Hamed, einen Filmabend mit dem Film "Shahada" sowie ein gemeinsames Fastenbrechen im Ramadan geben.

Gemeinsam ausdrucken

Im Rahmen des diesjährigen Jugendkunstcamps wird ein viertägiger Druckworkshop angeboten, bei dem Jugendliche unterschiedlicher Herkunft und Milieus miteinander an ihren individuellen Portraits arbeiten können. Dabei sollen Integration, Verständnis und Selbstwirksamkeit gefördert und der Zugang zur eigenen Kreativität ermöglicht werden. Die entstandenen Arbeiten werden im Juli im E-Werk ausgestellt.

Tonstudio im Romabüro

In dem bereits etablierten Tonstudio im Romabüro können Jugendliche unter Anleitung eigene Songs und Videos produzieren. Durch das Singen und Produzieren wird ihr Selbstwertgefühl gestärkt. Gleichzeitig können über die Musik Alltags- und politische Probleme ausgedrückt und diskutiert werden. Zudem dient das Studio als Vernetzungs- und Kennenlernort für Jugendliche mit Migrationshintergrund und Angehörige der Romaminderheiten.

Radio Grenzenlos

Radio Grenzenlos" ist ein deutsch-französisches Jugendprojekt der Radiosender Dreyeckland (Freiburg) und MNE (Mulhouse). Von 2018 bis 2019 produzieren Jugendliche beider Länder gemeinsam sechs Live-Sendungen aus dem Europaparlament zu selbstgewählten Themen. Ziel ist der kulturelle Austausch, Medienkompetenz und politische Bildung. Das Projekt wird durch Interreg V gefördert und von Medienpädagogen begleitet. Die Sendungen werden via UKW und Online-Stream übertragen.

Frei – wie wär’s?

As „Tanzatelier“ ist eine 10-köpfige Gruppe (15–26 Jahre), die seit 2017 wöchentlich unter Leitung der Choreografin Karolin Stächele probt. Ziel ist eine Performance beim „Grande Finale“ des Jugendkunstparkours, inspiriert von ihren Lebensabschnitten und der Frage: Wie frei sind wir wirklich? Thematisch setzen sie sich mit gesellschaftlichem Druck durch Familie, Bildung und Social Media auseinander.  Mit choreografischen Techniken und intensiven Proben entwickeln sie ein abendfüllendes Tanzstück inklusive Bühnenbild und Kostümen.