Gibt man Kindern eine Hütte, dann machen sie daraus Kleinholz.
Gibt man ihnen Kleinholz, dann bauen sie daraus eine Hütte.
Ein großes Gelände mit Hügeln, Bäumen, Büschen, Bach und Wiesen, auf dem man ausgelassen spielen, toben, rennen und klettern kann. Stallungen mit fünf Pferden, neugierigen Ziegen, Seidenhühnern und Sundheimern, ein großer Hüttenbereich, Bolzplatz und vieles mehr gilt es zu entdecken. Der Abenteuerspielplatz, gegründet 1975, ist nicht mit einem gewöhnlichen Spielplatz vergleichbar! Er wird pädagogisch betreut und bietet weit mehr Anregung und Freiraum für kreative Aktivitäten und die Verwirklichung eigener Ideen.
Ziele
Ziele unserer pädagogischen Arbeit sind die Förderung der persönlichen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und die Auseinandersetzung mit ökologischen Themen. Dies geschieht über Primärerfahrungen mit Feuer, Wasser, Erde, Pflanzen und Tieren, kreative und handwerkliche Angebote sowie zahlreiche Möglichkeiten zu freiem Spiel und zum Experimentieren mit verschiedenen Materialien.
Besuch und Aufsicht
Wir sind eine Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Freiburg. Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren können den Abenteuerspielplatz nachmittags selbsständig und ohne Eltern kostenfrei besuchen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im offenen Spielbereich übernehmen die Betreuer_innen die Sorgfaltspflicht, nicht jedoch die Aufsichtspflicht. Bei Gruppenangeboten, Ferienfreizeiten mit Anmeldung und Aktionen außerhalb des Abenteuerspielplatzes wird auch die Aufsichtspflicht übernommen. Kinder unter 6 Jahren dürfen nur in Begleitung eines betreuenden Erwachsenen den Platz besuchen und sind mittwochs zu unserem Familientag herzlich willkommen.
Lernen im Freilichtklassenzimmer
Während am Nachmittag die offene Kinder- und Jugendarbeit im Mittelpunkt steht, sind es am Vormittag Bildungsangebote für Grundschulklassen sowie Projekte mit weiterführenden Schulen zur Berufsvorbereitung. Statt aus Büchern wird vor allem durch praktisches Tun gelernt: Tiere werden gepflegt und gefüttert, Getreide mit Mühlen gemahlen und zu Brot verarbeitet, Wasser durch ein selbstgebautes Leitungssystem befördert und Feuer wie in der Steinzeit entfacht. Bei unseren Berufsvorbereitungsprojekten geht es um das Kennenlernen verschiedener Berufsfelder und die Vermittlung wichtiger Schlüsselqualifikationen. Für Schulklassen, die ihren Zusammenhalt stärken wollen, bietet der Abenteuerspielplatz zudem erlebnispädagogische Angebote.
Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
Auf lange Sicht dürfen wir nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde oder zukünftiger Generationen leben.
Kerngedanke des UNESCO Weltaktionsprogramms BNE
Der Abenteuerspielplatz Freiburg hat seit seiner Eröffnung 1975 immer Aspekte der Nachhaltigkeit in seine pädagogische Arbeit integriert. Umweltschutz, ökologische Verantwortung und Ressourcenschonung, die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen und Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Selbst-, Sozial-, Sach- und Lernkompetenz sind bis heute Kernziele unserer pädagogischen Arbeit. Im Rahmen des Weltaktionsprogramms der UNESCO "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" und des Freiburger BNE-Fonds entwickeln wir diese Bereiche weiter und bauen sie aus.
Konzeption des Abenteuerspielplatzes Freiburg, herausgegeben vom Amt für Kinder Jugend und Familie.
Stand: April 2020
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Unser Selbstverständnis
Der Abenteuerspielplatz Freiburg ist ein lebendiger Ort der offenen Kinder- und Jugendarbeit und eine Umwelt- und Bildungseinrichtung. Hier finden Kinder und Jugendliche – besonders im Alter von 6 bis 14 Jahren – Raum zum Spielen, Entdecken, Lernen und Mitgestalten. Wir verbinden die Grundprinzipien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (§11SGB VIII) mit denen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): freiwillige Teilnahme, echte Beteiligung, Vielfalt, Verantwortung und Lernen durch eigenes Erleben.
Wir sind überzeugt: Jeder Mensch zählt. Jedes Leben ist wichtig. Unser Platz ist bunt, vielfältig und offen für alle – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Fähigkeiten oder individuellen Lebensrealitäten. Unsere Unterschiedlichkeit erweitert unsere Perspektiven und das bereichert unsere Gemeinschaft.
Lernen fürs Leben
Auf dem Abenteuerspielplatz gilt: Leben heißt lernen – und Lernen gehört zum Leben. Kinder und Jugendliche werden natürlicherweise neugierig sein, ausprobieren, scheitern, lachen, wieder aufstehen und weitergehen. Lernen darf Spaß machen und Lebensfreude wecken. Wir fördern Mut, Abenteuerlust und den Stolz auf das, was man selbst schaffen kann. Beim Bauen, Werken, Spielen, Forschen, Kochen, Gärtnern oder im Umgang mit Tieren entdecken Kinder und Jugendliche ihre Stärken und entwickeln Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Fragen stellen, Wissen aufbauen, Erkenntnis begleiten, den eigenen Bezugsrahmen erweitern gehört dazu und ist wichtig für eine gute Grundlage eigener Urteils- und Meinungsbildung; hin zu einem achtsamen Umgang mit Nahrung und Ressourcen. Nicht weil man es so gelernt hat, sondern weil es Sinn macht.
Natur erleben – Verantwortung übernehmen
Unser Gelände ist Lebensraum. Durch unmittelbare und angeleitete Erfahrungen mit Erde, Wasser, Feuer, Luft, Pflanzen und Tieren entsteht ein Bewusstsein für die natürlichen Zusammenhänge.
Wir hegen und achten die Natur und halten unsere Tiere so artgerecht wie möglich. Dabei fördern wir einen verantwortungsvollen Umgang mit Materialien, Lebensmitteln und Energie. Kinder lernen, dass ihr Handeln Wirkung hat – für andere Menschen, für Tiere und für unsere Umwelt.
Ganz im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, gehen wir Schritt für Schritt einer nachhaltige Zukunft entgegen.
Gemeinsam stark
Der Abenteuerspielplatz ist ein Ort der Gemeinschaft. Kinder, Jugendliche, Fachkräfte, Ehrenamtliche und Kooperationspartner*Innen gestalten diesen Platz zusammen. Wir glauben an die Kraft von Teilhabe, Engagement und Ehrenamt – unabhängig von sozialen, kulturellen oder persönlichen Voraussetzungen. Wenn viele Menschen ihre Ideen, Fähigkeiten und Begeisterung einbringen, entsteht etwas Größeres: ein Ort, der wirkt – für Kinder, Mitarbeitende, für den Stadtteil und für die Gesellschaft. Gemeinsam setzen wir uns ein für Gerechtigkeit, Fairness, Chancengleichheit und ein friedliches Miteinander.
Ein sicherer Ort
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist Grundlage unserer Arbeit (§8aSGBVIII). Hierfür haben wir ein eigenes Schutzkonzept. Kinder werden ernst genommen und persönliche Grenzen respektiert. Wir stärken Selbstliebe, Selbstvertrauen und Empathie – für sich selbst und für andere. Dabei leben wir einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Wir tragen alle dazu bei, dass der Abenteuerspielplatz ein sicherer, gewaltfreier Ort für Kinder und Jugendliche ist. Unser Ziel ist ein diskriminierungsfreier Raum; dafür reflektieren wir uns regelmäßig selbst.
Jeder Mensch kann etwas bewirken
Kinder und Jugendliche sollen erfahren, dass sie die Welt mitgestalten können. Durch unterschiedliche Möglichkeiten der Teilhabe und Partizipation wird der Einfluss der eigenen Stimme und des Handelns sichtbar gemacht. Entscheidungen haben Konsequenzen und Auswirkungen auf ein ganzes System – im Kleinen auf unserem Platz und im Großen in unserer gemeinsamen Welt.
Die Entwicklung unseres Geländes
Die Weiterentwicklung unseres Geländes verstehen wir als Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Wir streben an die Hoffläche zu entsiegeln und die Verbindung der Gebäude mit Natursteinpflaster zu realisieren. Dadurch werden Flächen frei, welche begrünt werden können und Bäume gepflanzt werden, um die Biodiversität zu fördern und der Hitzeentwicklung im Sommer entgegenzuwirken. In fünf Jahren sollen regenerative Energieformen (PV, Windrad…) installiert sein.
Unsere Nachhaltigkeitsziele
Mit unserer Arbeit leisten wir insbesondere Beiträge zu folgenden Freiburger Nachhaltigkeitszielen:
Leitbild des Abenteuerspielplatzes Freiburg, herausgegeben vom Amt für Kinder Jugend und Familie.
Stand: Juni 2026