Jahrestag der Deportation der Freiburger Jüdinnen und Juden nach Gurs


Der 22. Oktober 1940 war der letzte Tag des jüdischen Laubhüttenfestes (hebräisch: Sukkot). In einer konzertierten Aktion der nationalsozialistischen Gauleiter Robert Wagner („Gau Baden“) und Josef Bürckel („Gau Saarpfalz“) wurden an diesem Tag über 6500 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert. Polizisten verhafteten die Freiburger Jüdinnen und Juden. Mindestens 379 Freiburger jüdische Bürger*innen wurden dann vom Freiburger Bahnhof aus deportiert.
Viele der in Gurs Internierten starben aufgrund völlig unzureichender Nahrung, katastrophaler hygienischer Zustände und fehlender medizinischer Versorgung an Entkräftung, Hunger und Krankheit. Ab August 1942 wurden die noch Lebenden über das Sammellager Drancy bei Paris in die Vernichtungslager im Osten, vor allem nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.
In den Jahren 1939 bis 1945 wurden im südfranzösischen Gurs an die 60.000 Menschen interniert: zunächst Soldaten der im Spanischen Bürgerkrieg geschlagenen republikanischen Armee, dann in Frankreich "unerwünschte" Frauen und Kinder sowie "Politische" und schließlich jüdische Männer, Frauen und Kinder. Zuletzt waren es Sinti und Roma, die als Unerwünschte inhaftiert waren, bevor das Lager Gurs nach Kriegsende geschlossen wurde.
Gedenkfeier
Jährlich organisiert die Stadt Freiburg gemeinsam mit zahlreichen Gruppen, Institutionen und Vereinen eine Gedenkfeier zum Jahrestag der Deportation der Freiburger Jüdinnen und Juden nach Gurs. Informationen zur diesjährigen Veranstaltung finden sich in Kürze an dieser Stelle.