Mittwoch, 22. Oktober 2025, 16 Uhr

85. Jahrestag der Deportation der Freiburger Jüdinnen und Juden nach Gurs

  • Mantel-Mahnmal auf der Wiwilibrücke
    Foto: Seeger/Stadt Freiburg
  • Rosen liegen im Gedenkbrunnen auf dem Platz der Alten Synagoge
    Foto: Seeger/Stadt Freiburg

Der 22. Oktober 1940 war der letzte Tag des jüdischen Laubhüttenfestes (hebräisch: Sukkot). In einer konzertierten Aktion der nationalsozialistischen Gauleiter Robert Wagner („Gau Baden“) und Josef Bürckel („Gau Saarpfalz“) wurden an diesem Tag über 6500 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert. Polizisten verhafteten die Freiburger Jüdinnen und Juden. Mindestens 379 Freiburger jüdische Bürger*innen wurden dann vom Freiburger Bahnhof aus deportiert.

Viele der in Gurs Internierten starben aufgrund völlig unzureichender Nahrung, katastrophaler hygienischer Zustände und fehlender medizinischer Versorgung an Entkräftung, Hunger und Krankheit. Ab August 1942 wurden die noch Lebenden über das Sammellager Drancy bei Paris in die Vernichtungslager im Osten, vor allem nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.

In den Jahren 1939 bis 1945 wurden im südfranzösischen Gurs an die 60.000 Menschen interniert: zunächst Soldaten der im Spanischen Bürgerkrieg geschlagenen republikanischen Armee, dann in Frankreich "unerwünschte" Frauen und Kinder sowie "Politische" und schließlich jüdische Männer, Frauen und Kinder. Zuletzt waren es Sinti und Roma, die als Unerwünschte inhaftiert waren, bevor das Lager Gurs nach Kriegsende geschlossen wurde.

Gedenkfeier

Anlässlich des 85. Jahrestags lädt die Stadt Freiburg zusammen mit den Mitveranstaltern zu einer Gedenkfeier am Mittwoch, 22. Oktober, 16 Uhr, auf den Platz der Alten Synagoge ein.

Redebeiträge

Zunächst spricht für die Stadt Bürgermeisterin Christine Buchheit. Es folgen Beiträge von Nicole Elias, Zweite Vorsitzende der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher, und von François Blum für die Nachkommen, Verwandten und Freunde der Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinde Freiburg.

Nach diesen Ansprachen tragen Marlis Meckel, Stolperstein-Projekt Freiburg, Thomas Richter, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Freiburg, Wolfgang Dästner, Gegen Vergessen – Für Demokratie, und Erika Weisser, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Texte von Verhafteten und Deportierten vor.  

Gebete

Zum Gedenken an die Opfer des Holocaust werden dann El Male Rachamim und Kaddisch von Moshe Hayoun, Kantor der Israelitischen Gemeinde Freiburg, gebetet.

Schweigemarsch

Im Anschluss findet ein Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwili-Brücke statt. Dort werden Kränze niedergelegt.

Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an dieser Gedenkfeier teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstalter​

Kulturamt der Stadt Freiburg in Zusammenarbeit mit:

  • Israelitische Gemeinde Freiburg
  • Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher
  • Chabad Lubawitsch Freiburg
  • Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
  • Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Freiburg
  • Deutsch-Israelische Gesellschaft
  • DGB Stadtverband Freiburg
  • Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
  • Freiburger Hilfsgemeinschaft/Arbeitskreis NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute
  • Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo
  • Gegen Vergessen – Für Demokratie
  • Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
  • Nachkommen, Verwandte und Freunde der Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinde Freiburg
  • Roma-Büro Freiburg
  • Rosa Hilfe Freiburg
  • Sinti-Verein Freiburg
  • Stolperstein-Projekt Freiburg
  • SWR Studio Freiburg
  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.