Lirum Larum Leseklasse fragt
Welches Märchen mögen Sie besonders gerne?
Hach ich liiiiiebe Märchen!
Als ich klein war, hat mir meine Mutter häufig aus einem großen, dicken Märchenbuch mit tollen Bildern vorgelesen. Manche Seiten hatten schon Risse, so oft haben wir darin geblättert. Und ich mochte einfach wie es roch. Ein kleines bisschen schön gammelig. In diesem Buch waren unglaublich viele Märchen, trotzdem glaube ich, dass ich mich an jedes einzelne erinnern kann.
Es waren Märchen aus der ganzen Welt darin. Nicht nur deutsche Märchen der Gebrüder Grimm, wie „Rotkäppchen“, „Hänsel und Gretel“ oder „Der Wolf und die sieben Geißlein“, die kennt ihr ja auch alle, sondern auch Märchen aus Frankreich, Irland, Italien, Russland und vielen anderen Ländern.
Aber ich schweife ab. Ihr fragt nach meinem Lieblingsmärchen. Das war ein russisches und hieß „der Feuervogel“. Kennt das jemand? Ja? Nein? Ich erzähl das jetzt nicht, aber es passiert so einiges, das mochte ich.
Welches ist Ihr Lieblingstier?
Mensch, das ist schwierig. Kleine Zesel natürlich. Aber abgesehen davon….. Schwierig. Vielleicht Raben? Ich finde es gibt superviel spannende Tiere und morgen würde ich diese Frage vielleicht anders beantworten, aber, ja, Raben gehören eindeutig zu meinen Lieblingstieren. Ich glaube die sind verdammt schlau. Auf meinem Arbeitsweg treffe ich immer wieder die gleichen, jeden Morgen, und so langsam bekomme ich das Gefühl, sie unterhalten sich über mich wenn ich an ihnen vorbei gehe… „Was hat die denn heute an?“ oder „Guckt mal, heute ist sie ein bisschen spät….“ So in der Art. Wer weiß.
Wie kamen Sie auf die Idee mit dem Zesel (halb Zebra, halb Esel)?
Also genau genommen war das überhaupt gar nicht meine Idee gewesen! Die andere Stefanie, Stephanie Schneider, ist die Autorin und die hat sich die ganze Geschichte ausgedacht. Mit Grimm und Zesel und dem Haus mit der schiefen Sieben. Das gab es von Anfang an und steckte in ihrem Kopf. Und es sollte „Grimms Möhrchen“ heißen.
Sie wollte sehr gerne, dass ich die Bilder dazu male und deshalb hat sie mich eines regnerischen (wirklich!) Nachmittags angerufen und mir erzählt, dass sie sich eine Geschichte ausgedacht hat, die sie gerade aufschreibt. Und dass sie sich wünscht, ich würde dazu Zeichnungen machen. Dann hat sie mir die Geschichte (nur den Anfang) erzählt und ich habe ein paar Tage später die ersten Skizzen gemacht. So fing das an. Zuerst war Grimm ein älterer, kleiner, runder Postbote mit Glatze und der Zesel war so groß, dass Grimm darauf hätte reiten können.
Aber so ist das manchmal, wenn man eine Idee hat und dann einfach anfängt. Erst ist es so und dann wird es anders.
Wir haben uns ein paar Mal getroffen, ich hatte mein Notizbuch mit lauter Entwürfen für Grimm und Möhrchen dabei und da waren dann auch ein paar sehr kleine Zesel drin. Als Stephanie die gesehen hatte, sagte sie gleich „das da ist er!“ Und ab da war er dann klein, etwas niedlich aber auch schlau. So wie ihr ihn kennt. Ich war es also, die den Zesel gezeichnet und die sich sein Aussehen ausgedacht hat, aber ohne Stephanies Begeisterung für den kleinen, kniehohen Zesel, hätte ich ihn vielleicht auch überblättert und an einem anderen Entwurf weitergearbeitet… Und so ist das dann eben, wenn man mit anderen zusammenarbeitet, manchmal kommen am Ende ganz andere Sachen heraus, als alle am Anfang gedacht haben!