An der Rad-Vorrang-Route FR1 zwischen Lehen und der Gaskugel sowie am Fahrradweg entlang der Granada- und Lembergallee wurden die Straßenlaternen mit Bewegungssensoren ausgestattet. Wenn dort keine Radfahrer*innen oder Fußgänger*innen unterwegs sind, dimmen die Leuchten automatisch auf 20 Prozent ihrer maximalen Helligkeit.
Lichtvermutzung wird verringert
Durch das Dimmen verringert sich die Lichtverschmutzung an den betroffenen Abschnitten. Das spart Strom und ist gut für die Natur, denn wie wir Menschen haben auch Tiere einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Gerade für die vielen nachtaktiven und damit lichtsensiblen Tierarten an der Dreisam ist das wichtig. Auch das europäische Natura 2000-Schutzgebiet "Mooswälder", an das die Granada- und Lembergallee angrenzen, nutzen viele gefährdete nachtaktive Tierarten wie die Bechsteinfledermaus als Rückzugsort. Die Leuchten dort nachts zu dimmen ist sinnvoll, um diese Tierarten bei der Nahrungssuche und der Fortpflanzung weniger zu stören. Außerdem lockt eine abgedunkelte Straßenlaterne weniger Insekten an, die wegen den dauerhaft brennenden Leuchten häufig sterben.
Bis 2030 müssen alle Straßenlaternen insektenfreundlich sein
Bis 2030 müssen Städte ihre Straßenlaternen insektenfreundlich umrüsten, um Lichtverschmutzung einzudämmen. Das schreibt das Landesnaturschutzgesetz vor. Deshalb rüstet die Stadt die Leuchten insektenschonend nach. Diese sind so programmiert, dass alle, die dort zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, sicher durchkommen.
In Freiburg-Nord wurde die Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie umgestellt. Damit ist der Stromverbrauch der Leuchten um 73 Prozent pro Jahr – das entspricht rund 900.000 Kilowattstunden – gesenkt. Über einen Zeitraum von 20 Jahren werden so rund 7850 Tonnen CO₂ gespart.
Leuchten vermeiden unnötige Streustrahlung
Auch Insekten und andere nachtaktive Tiere profitieren: Die neuen Leuchten lenken das Licht gezielt auf die Straßen und vermeiden unnötige Streustrahlung. Zudem erhitzen sie sich nur auf maximal 40 Grad – so besteht keine Gefahr, dass Insekten durch Kontakt mit den Leuchten verenden.
Weitere Stadtteile folgen
Insgesamt wurden rund 3600 Leuchten auf einer Strecke von etwa 91 Straßenkilometern ausgewechselt – die Stadtteile Hochdorf, Lehen, Landwasser, Brühl, Zähringen und Mooswald erstrahlen jetzt in neuem Licht. In den kommenden Jahren folgen auch alle anderen Stadtteile.
Kosten
Die Umrüstung hat rund 2,2 Millionen Euro gekostet. Etwa 40 Prozent davon stammen aus Fördermitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative. Damit unterstützt die Bundesregierung seit 2008 Projekte, die Treibhausgasemissionen senken.
Förderung
- Titel: Umrüstung der öffentlichen Straßenbeleuchtung in LED Technik in der Stadt Freiburg BA-Nord
- Zeitraum: 2024-2025
- Förderkenzeichen 67K27231
- Beteiligte Partner: BadenovaNetze als Beleuchtungsbetreiber und Stadtwerke Villingen-Schweningen GmbH
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationale Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucher*innen ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Ende Februar 2025 wurde die neue Beleuchtung des Martinstors und der umliegenden Gebäude feierlich in Betrieb genommen. Die moderne Lichtinstallation hebt die historische Architektur des Martinstors hervor und bereichert so das Stadtbild nachhaltig.
Neues Lichtkonzept für die Innenstadt
Die Idee für eine neue Beleuchtung stammte von der Altstadtgesellschaft. Dabei geht es aber um mehr als nur um neues Licht für das Martinstor. Die Gesellschaft initiierte ein umfassendes Lichtkonzept für die gesamte Kaiser-Joseph-Straße, dessen Ziel ist ein einheitliches Erscheinungsbild und eine einladende Atmosphäre. Die Umsetzung lief dann gemeinsam mit der Stadt Freiburg.
Architektonische Details in Szene gesetzt
Das Martinstor, eines der ältesten erhaltenen Stadttore Freiburgs aus dem 13. Jahrhundert, ist ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst. Die neue Beleuchtung setzt seine architektonischen Details besonders in Szene. Dank moderner LED-Technologie kann die Lichtfarbe und -intensität flexibel angepasst werden. Die Grundlichtfarbe von 2700 Kelvin sorgt für eine warme und einladende Atmosphäre, während zu besonderen Anlässen das Martinstor in unterschiedlichen Farben angestrahlt werden kann.
Die neue Beleuchtung am Tor und an den drei umliegenden Gebäuden steht beispielhaft dafür, wie die gesamte Kaiser-Joseph-Straße in Zukunft aussehen könnte.
Historische Details in Szene gesetzt
Teil des Konzepts ist es, die Innenstadt in einer einheitlichen, warmweißen Grundfarbe zu beleuchten. Zudem soll die Beleuchtung die Architektur der Gebäude mit einbeziehen und deren historische Details hervorheben. Dieses Prinzip wurde vom Lichtkonzept des Freiburger Münsters inspiriert.
Neben der Anstrahlung des Martinstors wurden auch alle Straßenlaternen in der Kaiser-Joseph-Straße auf moderne LED-Technik umgestellt. Diese neue Beleuchtung hebt den historischen Pflasterbelag besser hervor. Das wurde bereits 2024 umgesetzt.
Bei der Installation wurde großer Wert auf den Erhalt der historischen Bausubstanz gelegt. Wo möglich, wurden bestehende Leitungen und Strahler weiterverwendet, um Eingriffe zu minimieren und den Denkmalschutzauflagen gerecht zu werden.
Kosten
Die Gesamtkosten für die Beleuchtung des Martinstors belaufen sich auf rund 150.000 Euro. Die Altstadtgesellschaft steuerte 40.000 Euro bei, die Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe unterstützte das Projekt mit weiteren 25.000 Euro. Bereits zuvor hatte die Altstadtgesellschaft die Planungskosten in Höhe von 25.000 Euro übernommen und sich zudem an der Finanzierung der Beleuchtung des Bertoldsbrunnens beteiligt. Die Beleuchtung der privaten Gebäude wurde durch die jeweiligen Eigentümer*innen finanziert.