Verkehrsberuhigte Bereiche
Freiburg setzt seit Jahrzehnten auf ruhige Wohnquartiere. Verkehrsberuhigte Bereiche schaffen Platz zum Spielen, Bewegen und Verweilen – direkt vor der Haustür. Sie bremsen den Verkehr, stärken die Sicherheit und heben die Lebensqualität in neuen wie in gewachsenen Stadtteilen. Welche Regeln in einem verkehrsberuhigten Bereich gelten und an welcher Stelle sie eingerichtet werden, zeigt die Übersicht.
Was bringt ein verkehrsberuhigter Bereich?
- Wohnungsnahe Bewegungs- und Spielräume für Kinder
- Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Altersgruppen
- Niedrigere Geschwindigkeiten und dadurch eine höhere Sicherheit
- Verbesserung der Wohnqualität durch die Senkung der Fahrgeschwindigkeiten
- Neuaufteilung des Straßenraums zugunsten von Sicherheit und Aufenthalt
Was ist im verkehrsberuhigten Bereich erlaubt und was nicht?
In einem verkehrsberuhigten Bereich sind Fußgänger*innen und Fahrzeuge gleichberechtigt. Gegenseitige Rücksichtnahme ist daher sehr wichtig.
Damit die Anwohner*innen und insbesondere Kinder die verkehrsberuhigten Bereiche ohne Gefährdung nutzen können, gelten folgende Regelungen:
- müssen besondere Rücksicht auf Fußgänger*innen nehmen.
- dürfen maximal Schrittgeschwindigkeit fahren.
- dürfen Fußgänger*innen weder gefährden noch behindern; wenn nötig müssen sie warten.
- dürfen nur auf den dafür vorgesehenen Flächen parken. Ein- oder Aussteigen sowie Be- oder Entladen sind ausgenommen.
- die einen verkehrsberuhigten Bereich verlassen, müssen sich so verhalten, als fahren sie aus einem Grundstück heraus. Das heißt, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer*innen ausgeschlossen ist (z. B. haben querende Fußgänger*innen Vorrang).
Nach § 3 Abs. 2a StVO müssen Fahrende besonders vorsichtig sein, wenn Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Unterstützungsbedarf unterwegs sind. Das heißt: langsam fahren, bremsbereit bleiben und jede Gefahr vermeiden.
- dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen.
- dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern.
- Die Straße darf nicht blockiert werden, etwa durch große Gegenstände, Spielzeug oder Ähnliches.
- Kinder dürfen in einem verkehrsberuhigten Bereich spielen (Kinder unterliegen der Aufsichtspflicht der Eltern). Allerdings müssen sie zur Seite gehen, wenn ein Fahrzeug vorbeifahren möchte.
Wie entsteht ein verkehrsberuhigter Bereich?
Seit den frühen 1980er-Jahren markiert Freiburg in neuen Wohngebieten verstärkt verkehrsberuhigte Bereiche. Auch in älteren Vierteln wuchs der Wunsch nach ruhigeren Straßen. Deshalb entwickelte die Stadt ein eigenes Verfahren, mit dem bestehende Wohnstraßen nachträglich zu verkehrsberuhigten Bereichen umgebaut werden können. Das passiert nur, wenn die Straße dafür geeignet ist und die Anwohner*innen mehrheitlich zustimmen.
Heute gibt es in Freiburg 191 verkehrsberuhigte Bereiche, darunter 19 nachträglich umgestaltete Straßen.
Verkehrsberuhigte Bereiche in Neubaugebieten
In Neubaugebieten entsteht der Straßenraum meist ohne Bordsteine. Gehweg und Fahrbahn liegen auf einem Niveau. Diese Bauweise signalisiert die gemeinsame Nutzung und lädt zum Aufenthalt ein. Oft werden die verkehrsberuhigten Bereiche schon im Bebauungsplan festgelegt.
Verkehrsberuhigte Bereiche in bestehenden Wohnstraßen
In bestehenden Straßen arbeitet die Stadt mit einfachen Mitteln, um den Charakter des verkehrsberuhigten Bereichs sichtbar zu machen: Querstreifen, Poller, farbige Bodenmarkierungen, Einengungen, versetzte Parkplätze oder kleine Spielflächen. Dadurch verschieben sich Flächen zugunsten von Sicherheit und Aufenthaltsqualität – Parkplätze können dabei wegfallen. Wenn eine bestehende Straße in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt werden soll, ist eine breite Zustimmung der Anwohner*innen nötig.
Wenn eine Straße geeignet ist, fragt das Garten- und Tiefbauamt das Votum aller Anwohnenden ab. Mit der Anfrage erhalten die Anwohner*innen den genauen Plan, aus dem klar wird, welche Folgen die Umwandlung hätte – etwa weniger Parkplätze. Stimmt die Mehrheit zu, wird die Straße zum verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet.
Aktuell nimmt die Stadt wegen vieler offener Anträge keine neuen Umwandlungswünsche an. Ziel ist es, bald wieder neue Verfahren zu starten.
