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Für besseren Bioabfall

Stadt tritt Kampagne „#wirfuerbio“ bei

Braune Biomülltonne mit Aufkleber: "Darf rein, darf nicht rein"

Vom Teller über die Tonne bis zur Heizung: Biomüll ist ein echtes Recycling-Wunder. Das funktioniert aber nur, wenn die Qualität stimmt – sprich, nur wenn keine Fremdstoffe im Müll landen. Deshalb möchten die Stadt und die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (ASF) die Bioabfallqualität verbessern und sind der bundesweiten Kampagne „#wirfuerbio“ beigetreten.

Auf richtige Mülltrennung achten

Frau hebt den Finger - Plakattext: Kein Plastik in die Biotonne, #wirfürbio

Freiburg steht im landesweiten Pro-Kopf-Vergleich mit 67 Kilogramm Bioabfall sehr gut da. Das heißt: Freiburg produziert schon viel Biomüll.

Trotzdem landen immer wieder Plastiktüten, Verpackungen und andere Fremdstoffe in der Biotonne. Auch sogenannter „kompostierbarer Bioplastik“ (beispielsweise kompostierbare Bioplastiktüten) stört in den Vergärungs- und Kompostieranlagen die Technik, verunreinigt den Kompost und reduziert die produzierte Biogasmenge. Schlimmer noch: Plastikschnipsel und Mikroplastik lagern sich langfristig in Böden, Nahrungsketten und Gewässer ein. Deshalb und um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, muss noch mehr auf die richtige Mülltrennung geachtet werden.

Wir alle produzieren jeden Tag viel Biomüll – seien es Kartoffelschalen, Kaffeesatz, Eierschalen und vieles mehr. Dieser Müll ist viel zu kostbar für die Restmülltonne. Denn mit Bioabfall können wir Kompost für die Landwirtschaft produzieren oder in Biogasanlagen klimaneutrales Biogas gewinnen. Daher sollten alle organischen Reste in die Biotonne wandern – allerdings ohne Plastikzusätze. Mit der Kampagne „#wirfuerbio“ wollen wir die Aufmerksamkeit der Bürger*innen für dieses Thema gewinnen.

Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit

Was gehört in die Biotonne ‒ und was nicht?

Darf rein Muss draußen bleiben
  • Papiertüte, Küchenpapier, unbeschichtetes Zeitungspapier
  • "Kompostierbare" Plastiktüten, Pappe, Karton
  • Organische Speisereste (Obst, Gemüse, Brot, Backwaren, Käse, Fisch, Fleisch)
  • Kunststoffe (Plastiktüten, Verpackungen, Folien, Dosen)
  • Organische Küchenreste (Filter, Teebeutel)
  • "Kompostierbare" Küchenreste (Bio-Kaffee-Kapseln, Besteck)
  • Gartenabfälle (Pflanzen, Blumen, Zweige, Laub, Gras)
  • Behandeltes Holz, Erde, Sand 
 
  • Metalle, Glas, Textilien, Katzenstreu
 
  • Hygieneprodukte (Windeln, Tampons)

Aufklärung als Zeichen für den Umwelt- und Ressourcenschutz

Mit dem Beitritt zur bundesweiten Kampagne „#wirfuerbio“ setzt die Stadt auch ein Maßnahmenpaket um:

  • Auf die Biotonnen kommen leicht verständliche Hinweise. So weiß jede*r, was hineindarf und was nicht.
  • Die ASF kontrolliert stichprobenartig den Inhalt, bevor der Behälter geleert wird.
  • Gelbe Aufkleber machen auf falsch befüllte Biotonnen aufmerksam. Die Haushalte und Hausverwaltungen werden angeschrieben und über die richtige Abfalltrennung informiert.

Es startet außerdem der Verkauf von kompostierbaren Papiertüten für den Bioabfall. Die Tüten gibt es bei der ASF-Verwaltung, auf städtischen Recyclinghöfen und an ausgewählten Verkaufsstellen. Eine Übersicht findet sich hier und in der Abfall-App.

Neue Bioabfall-Verordnung seit dem 1. Mai

Seit dem 1. Mai 2025 gilt eine überarbeitete Bioabfallverordnung. Sie legt fest, dass der Anteil von Störstoffen (z.B. Kunststoff, Steine, Glas, Keramik, Metall) im Bioabfall nicht mehr als drei Prozent betragen darf. 

Klingt streng? Ist es auch – aber mit gutem Grund. Denn der Bioabfall landet in Kompostierungsanlagen, die daraus fruchtbare Erde und Bioenergie machen. Wenn also weniger Störstoffe im Bioabfall sind, desto besser ist das für Umwelt und Landwirtschaft.

Die Initiative zur richtigen Bioabfallentsorgung ist auch Teil des jüngst verabschiedeten Freiburger Abfallvermeidungskonzeptes. Weitere Informationen zur Kampagne sind unter wirfuerbio.de/freiburg zu finden.

Veröffentlicht am 18. Juli 2025