Berufswahl jenseits von Geschlechterrollen

Stadt tritt der Initiative Klischeefrei bei

Eine junge Frau und ein junger Mann werden im Maurerhandwerk ausgebildet
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Männer können dies, Frauen können das – solches Schubladendenken beeinflusst noch immer die Berufsberatung und -orientierung. Das führt dazu, dass sich viele junge Frauen und Männer für Berufe entscheiden, die als vermeintlich typisch für ihr Geschlecht gelten. Dabei haben sie heute die Wahl aus rund 300 Ausbildungsberufen und über 18.000 Studiengängen.

Die Initiative Klischeefrei will das ändern. Sie fördert eine interessensgeleitete Berufswahl. Junge Menschen sollen sich auf Grundlage ihrer persönlichen Stärken für einen Job entscheiden, anstatt sich an Geschlechterklischees oder anderen Zuschreibungen wie Herkunft oder Behinderung zu orientieren. Auch die Stadt Freiburg will eine interessengeleitete Berufsorientierung voranbringen. Deshalb tritt sie der Initiative am 27. Mai bei. Das hat der Gemeinderat vor Kurzem mit großer Mehrheit beschlossen.

Wir wollen junge Menschen dabei unterstützen, einen Beruf zu wählen, der wirklich zu ihren Stärken passt. Und wir setzen uns für gute Bedingungen ein, die Diskriminierung in der Berufswelt abbauen und so klischeefreie Arbeitsplätze ermöglichen.

Oberbürgermeister Martin Horn

Mit dem Beitritt zur Initiative Klischeefrei verpflichtet sich die Stadt, Rollenklischees in der Verwaltung und der Berufsorientierung weiter abzubauen. Dafür sollen Workshops und Fortbildungen der Initiative Klischeefrei in das Fortbildungsprogramm für Mitarbeitende aufgenommen werden. Zudem arbeitet die Stadt gemeinsam mit Fachkräften daran, bestehende Angebote zur Berufsorientierung in Kitas, Schulen und Beratungsstellen im Sinne einer klischeefreien Ansprache weiterzuentwickeln. Zugang zu den Bildungsmaterialien der Initiative Klischeefrei erhalten Fachkräfte wie Erzieher*innen, Lehrkräfte und Berufsberater*innen, nachdem sie eine Einführungsschulung der Initiative besucht haben. Alle Maßnahmen werden im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel umgesetzt und verursachen keine zusätzlichen Kosten.

Veröffentlicht am 22. Mai 2025