Weltweiter Aktionstag am 30. November
Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe

Auf Initiative der Freiburger Hochschulgruppe von Amnesty International beteiligt sich die Stadt Freiburg seit 2014 an der internationalen Städtekampagne Cities for Life – Cities against the Death Penalty (Städte für das Leben –Städte gegen die Todesstrafe).
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartner*innen aus Kultur und Stadtgesellschaft entsteht jedes Jahr ein facettenreiches Veranstaltungsprogramm, das neue Perspektiven öffnet.
Diesmal richten wir den Blick wieder ganz gezielt auf die USA. Als einzige Nation auf dem amerikanischen Doppelkontinent vollstreckt das Land weiterhin Todesurteile – eine Entwicklung, die zunehmend besorgt stimmt: Zuletzt hat sich die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.
Programm
Büchertisch mit Lektüre gegen die Todesstrafe
Dienstag, 24.11.‒Samstag, 28.11.2026
Stadtbibliothek Freiburg, Münsterplatz 17
10‒19 Uhr
Im Vorfeld des weltweiten Aktionstags kuratiert die Stadtbibliothek Freiburg eine Bücherschau und lädt zur Entdeckung der Lektüre rund um das Thema Todesstrafe, politische Verfolgung und Exil ein.
Eintritt frei
Double Feature und Kino-Gespräch
Montag, 30.11.2026
Kommunales Kino, Urachstraße 40
19 Uhr
Rainer Komers: Barstow, California (76 Min, OmeU)
Filmvorführung und Gespräch mit Rainer Komers
21:30 Uhr
Werner Herzog: Tod in Texas (107 Min, OmeU)
Filmvorführung
Das Kommunale Kino zeigt zwei Dokumentarfilme, die das US-amerikanische Justiz- und Strafvollzugssystem aus zwei verschiedenen Perspektiven beleuchten. Während Werner Herzog in Tod in Texas mit einfachen, direkten Fragen die Lebenswege von Betroffenen im Gefängnis ergründet, wählt Rainer Komers in Barstow, California einen rein beobachtenden Ansatz. Er nimmt uns mit in die Welt des Lyrikers Stanley „Spoon“ Jackson, der aus seiner Autobiographie »By Heart« vorliest, ohne selbst jemals im Bild zu sein. Dabei lässt er die karge kalifornische Landschaft, gesprochene Texte und Lyrik atmosphärisch für sich selbst wirken.
Im Anschluss an die Filmvorführung von Barstow, California findet ein Gespräch mit dem vielfach ausgezeichneten Regisseur Rainer Komers und der Leiterin des Kommunalen Kinos Neriman Bayram statt.
Komers‘ filmische Gedichte leben von einer visuellen Faszination für die Moderne und ihre industrielle und urbane Ästhetik, die er neu kontextualisiert und dabei die vielfältigen Interdependenzen von Mensch und Natur untersucht. Rainer Komers lebt als Regisseur und Autor in Berlin und Mühlheim an der Ruhr. Filmprojekte führten ihn u. a. nach Alaska, Indien, Japan, Jemen, Lettland und Montana.
Eintritt: Filmvorführung 8/5 Euro, Double Feature 10/8 Euro
Vorverkauf über das Kommunale Kino
Hintergrund
Initiiert wurde Cities for Life von der christlichen Laienbewegung Gemeinschaft Sant’Egidio. Dieses Datum erinnert an die erste Abschaffung der Todesstrafe durch das Großherzogtum Toskana am 30. November 1786. Zum ersten Mal gab es den Welttag Cities for life – Cities against the Death Penalty am 30. November 2002. Allein in Deutschland haben seitdem fast 300 Städte ihren Protest gegen die Todesstrafe mit verschiedenen Gesten und Veranstaltungen zum Ausdruck gebracht.