Soziales, Integration und Kultur

Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach verabschiedet sich aus dem Amt

Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach

Wer in Freiburg über Kultur, Soziales und Integration spricht, kommt an einem Namen nicht vorbei: Ulrich von Kirchbach. Ganze 24 Jahre lang hat er als zuständiger Dezernent und zuletzt als Erster Bürgermeister das soziale und kulturelle Gesicht der Stadt geprägt. Kurz vor seinem 70. Geburtstag trat er heute zu seiner letzten Gemeinderatssitzung auf diesem Posten an – und erhielt viel Applaus und Anerkennung für sein Wirken aus dem Plenum.

Oberbürgermeister Martin Horn fand in seiner Laudatio treffende Worte für den scheidenden EBM:

Ulrich von Kirchbach hat in fast zweieinhalb Jahrzehnten die Sozial-, Kultur- und Integrationspolitik Freiburgs wie kein anderer geprägt. Mit seiner Überzeugung, dass Soziales und Kultur zusammengehören und sich gegenseitig stärken können, hat er immer wieder neue Maßstäbe gesetzt. Für sein unermüdliches Engagement, seine klugen Entscheidungen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit danke ich ihm von ganzem Herzen.

Oberbürgermeister Martin Horn

Vor seiner Tätigkeit als Bürgermeister der Stadt Freiburg studierte von Kirchbach Jura und arbeitete zunächst beim Regierungspräsidium Freiburg und dem Landratsamt Rastatt. Zwischen 1999 und 2001 saß er zudem als Stadtrat im Freiburger Gemeinderat, bevor ihn dieser im April 2002 zum Bürgermeister für Kultur, Integration, Soziales und Senioren wählte. Erster Bürgermeister und gleichzeitig Stellvertreter des Oberbürgermeisters wurde Ulrich von Kirchbach dann 2018.

Soziales

Die Handschrift von Ulrich von Kirchbach zieht sich wie ein roter Faden durch die städtische Sozialpolitik der letzten 24 Jahre. Zu seinen wichtigsten Projekten gehören unter anderem:

  • der Kontaktladen der AWO-Drogenhilfe (später Drogenkonsumraum)
  • Aufenthaltsplätze für suchtkranke Menschen
  • der Aktionsplan Inklusion
  • die Anlaufstelle OASE
  • der Kälte- und Hitzebus

In der Psychiatrie- und Pflegepolitik hinterließ er ebenfalls seine Spuren: So war er an der Gründung des Gemeindepsychiatrischen Verbunds und der Einrichtung der Kommunalen Pflegekonferenz beteiligt. Während der Corona-Pandemie organisierte sein Dezernat gezielte Impfaktionen.

Auch im Bereich Jugend und Teilhabe setzte von Kirchbach wichtige Impulse:

  • Neukonzeption des Jugendbüros
  • erste Jugendberufsagentur
  • Ombudsstelle beim Jobcenter
  • Freiburg-Pass
  • Sozialticket
  • Neuausrichtung der Quartiersarbeit

Migration und Integration

Um die Migrations- und Integrationspolitik zu verbessern und neu auszurichten, machte sich Ulrich von Kirchbach für ein Büro für Migration und Integration stark, aus dem ein eigenes Amt (Amt für Migration und Integration) entstand. Während der Flüchtlingsbewegungen 2015/2016 sorgte die Stadt für 16 neue Unterkünfte - diesen ämterübergreifenden Kraftakt koordinierte Ulrich von Kirchbach. Für sein langjähriges Engagement für geflüchtete Roma erhielt von Kirchbach den MERI-Preis der EU-Kommission für die vorbildliche Arbeitsmarktintegration von Roma.

Kultur

Was in zwei Jahrzehnten unter Ulrich von Kirchbach im Freiburger Kulturbereich gewachsen ist, hinterlässt eine beeindruckende Bilanz. An erster Stelle sind zwei Herzensprojekte des Kulturbürgermeisters zu nennen: Zum einen die Generalsanierung des Augustinermuseums und zum anderen die Eröffnung des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus. Beide Häuser stoßen bis weit über Freiburgs Grenzen hinaus auf großes Interesse und erleben einen anhaltenden Besucherzulauf.

Über viele neue Häuser und Formate durfte sich von Kirchbach während seiner Amtszeit freuen:

  • Ensemblehaus
  • Südufer
  • Literaturhaus
  • Zentrales Kunstdepot
  • Morat-Hallen
  • Umzug Stadtarchiv

Auf die Coronapandemie, die der Kulturszene stark zusetzte, reagierte von Kirchbach mit Unterstützungsangeboten wie dem Nothilfefonds oder der Clubförderung. Am Theater Freiburg begleitete von Kirchbach fünf Intendanzen und die Gründung des Eigenbetriebs 2005. Auch beim 100. Jubiläum des Theaters war er mit dabei und brachte diverse Sanierungsprojekte auf den Weg. Als Kulturdezernent begleitete von Kirchbach außerdem die Neustrukturierung der Museen.

Auch abseits der großen Bühnen modernisierte von Kirchbach konsequent die Stadtbibliothek:

  • barrierefreie Zugänge
  • Rückgabeautomaten
  • Schulbibliotheksnetz
  • Bibliotheksapp
  • Online-Registrierung
  • Zukunftsstrategie

 Nicht zuletzt hat Ulrich von Kirchbach natürlich an zentralen kulturpolitischen Konzepten mitgewirkt, darunter der Kulturentwicklungsplan oder das Kulturlabor.

Gremien

In seinen 24 Amtsjahren hat Ulrich von Kirchbach nicht nur auf unzähligen Kulturveranstaltungen seine Abende verbracht. Auch die Liste seiner Gremienzuständigkeiten liest sich beachtlich:

  • Ausschüsse des Städtetags Baden-Württemberg und Deutschland
  • Kommunalverband KVJS
  • Arbeitsagentur
  • Jobcenter
  • Studierendenwerk
  • Stiftungsverwaltung

Außerdem war er im Aufsichtsrat der fqb Freiburg und Vorsitzender des Vereins Sicheres Freiburg, des Landesverbandes Deutscher Bühnenverein, des Centre Culturel Francais Freiburg und des Jugendbildungswerks.

Am 31. März 2026 räumt er nun nicht nur seinen Platz in diesen Gremien, sondern auch auf der Freiburger Bürgermeisterbank. Was bleibt, ist eine Stadt, die sozialer, kulturell vielfältiger und offener geworden ist – nicht zuletzt durch ihn.

Veröffentlicht am 23. März 2026