Freiburg-Chronik
Das war 2025

Auf allem, was die Stadt so treibt, steht seit Anfang des Jahres ein neues Logo, wobei: Ganz neu ist es nicht, für die Tourismuswerbung ist es schon etwas länger im Einsatz. Frisch, modern und offen kommt es daher, vielen gefällt's, manchen auch nicht. Aber alle verstehen es: Das mit dem Kringel, das ist die Stadt Freiburg.
Mit der Eröffnung des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus schaffte Freiburg einen erstaunlichen Spagat: Der Lern-, Gedenk- und Erinnerungsort kam 80 Jahre nach Kriegsende zwar spät, aber irgendwie auch genau zur richtigen Zeit. Nie wieder ist jetzt! Wer die Augen vor der Vergangenheit verschließt, kann niemals in eine gute Zukunft schauen.
Theoretisch ging es auch bei der Bundestagswahl darum, in eine gute Zukunft zu schauen. Erstaunlich war aber einmal mehr, dass die Menschen an der Dreisam eine ganz andere Vorstellung davon haben, wer für diese gute Zukunft sorgen könnte, als im Rest der Republik. Aber nach der Wahl ist ja immer auch vor der Wahl: Im April 2026 können die Freiburger*innen entscheiden, wer die Geschicke der Stadt lenken soll. Da zählt das Freiburg-Votum, zu 100 Prozent.
Spektakuläres tut sich auf den Bergen rund um die Stadt. Nach 20 Jahren Stillstand, was den Ausbau der Windkraft angeht, kann man zurzeit gut beobachten, wie die viel beschworene Energiewende eigentlich funktioniert. Die neuen Rotoren auf der Holzschlägermatte und am Taubenkopf verwandeln gänzlich abgasfrei Wind in Strom, und auch ihre Geschwister am Rosskopf haben schon die Flügel ausgebreitet. Nachteulen konnten die gewaltigen Schwingen sogar ganz aus der Nähe beobachten, denn auch die Transporte waren: spektakulär.
Bemerkenswertes hat sich auch im Freiburger Westen getan. Während andere Städte Öffnungszeiten begrenzen oder Schwimmbäder gleich ganz schließen, eröffnet in Freiburg einfach ein neues: „Wasser marsch“ hieß es im August im Freibad-West – und damit wurde für viele ein Traum wahr, an dessen Realisierung nur die wenigsten geglaubt haben.
Lachende Gesichter waren in diesem Jahr an vielen Freiburger Schulen zu sehen. Der Grund war aber nicht etwa die Abschaffung von Hausaufgaben oder Noten, sondern die Fertigstellung von Neubauten oder Sanierungen. Mit der Staudinger- und der Anne-Frank-Schule sind zwei Großprojekte abgeschlossen – und mit der Tunibergschule hat ein heiß ersehntes wichtige Hürden genommen.
Alle Achtung! Der Wohnungsmarkt gibt zwar auch 2025 wenig Anlass für Jubel, doch an Untätigkeit der Stadtverwaltung liegt das Problem sicher nicht. Im Baugebiet Kleineschholz ist alles bereit für die ersten Häuser, der neue Stadtteil Dietenbach startet demnächst in die Vermarktung – und allein bei der Freiburger Stadtbau sind aktuell 1000 neue Wohnungen im Bau, darunter in Landwasser ein Pilotprojekt für Auszubildende.
Träumen dürfen dieser Tage die Museums- und Eissportfans: Die Eröffnung des Augustinermuseums ist jetzt wirklich absehbar, das Datum Ende Februar ist schon fix – und sollte in allen Freiburger Terminkalendern dick vermerkt werden. Ganz soweit ist es mit der Eishalle noch nicht, aber so groß wie jetzt waren die Chancen für eine Generalsanierung am alten Standort noch nie. Viel Grund zur Vorfreude also auf das kommende Jahr.
Traditionell steht an dieser Stelle noch einmal das auslaufende Jahr 2025 im Mittelpunkt. Wie immer fasst das AMTSBLATT die wichtigsten Ereignisse der letzten zwölf Monate in seiner letzten Ausgabe des Jahres auf dieser Doppelseite zusammen und präsentiert in der Bilderleiste unten seine "Köpfe" des Jahres.
Die Chronik erschien in der Amtsblatt-Ausgabe Nr. 901 vom 20. Dezember 2025
Köpfe des Jahres
Logo? Logo! Zum Jahresbeginn gibt sich die Stadtverwaltung ein neues Corporate Design. Das Ziel ist klar: Überall, wo die Stadt drinsteckt, soll das auf den ersten Blick erkennbar sein.
Michelle Kaye reist aus Schottland an, um bei der Gedenkveranstaltung zur Auschwitz-Befreiung an ihre von den Nazis ermordete Urgroßmutter Flora Baer zu erinnern.
Christian Emrich ist Freiburgs neuer Feuerwehrchef. Sein Einstand ist extrem: Im Industriegebiet Hochdorf brennt eine riesige Lagerhalle aus. Emrich löscht an vorderster Front mit.
Julia Wolrab ist wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus. Die Einrichtung kommt spät – aber doch genau zur richtigen Zeit: Nie wieder ist jetzt!
Thomas Presper hat als Leiter des Planetariums gleich doppelten Grund zum Feiern: Erst den 50. Geburtstag des Sternentheaters, dann dessen Renovierung samt neuem Gestühl.
Marta Kuhn-Weber ist eine außergewöhnliche Künstlerin, die auch in Freiburg gelebt hat. Das Museum für Neue Kunst zeigt ihr fast vergessenes Werk in einer großartigen Ausstellung.
Sabine Burkhardt kümmert sich um die Umsetzung der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Zuvor war sie elf Jahre für die Kriminalprävention zuständig.
Dominique Kratzer hat als Chefin im Standesamt gut zu tun. Eine Gesetzesänderung bringt deutlich mehr Spielraum in der Namensgebung – und viele Fragen, die es zu beantworten gilt.
Matthias Müller zeigt, was möglich ist, wenn politischer Wille und Herzblut zusammenkommen. Ohne den Stadtbau-Co-Chef wäre das Freibad-West wohl noch nicht fertig.
Natalie Gros lebt einen doppelten Neuanfang: Als neue Rektorin hat sie die schöne Aufgabe, die für 110-Millionen-Euro neu gebaute Staudingerschule mit Leben zu füllen.
Peter Carp verabschiedet sich von der Freiburger Theaterbühne. Seit 2017 leitete er das Dreispartenhaus und führte es erfolgreich – auch durch die Coronakrise.
Gertrud Luckner ist weit mehr als ein Vorbild. Freiburgs Ehrenbürgerin wurde vor 125 Jahren geboren – ihr Einsatz für von den Nazis Verfolgte wirkt bis heute.
Beate Thill erhält den Reinhold-Schneider-Preis in der Sparte Literatur. Bekannt und geschätzt ist sie unter anderem für ihre Übersetzungen kreolisch-sprachiger Autor*innen.
Winfried Herrmann ist seit fast 15 Jahren Landesverkehrsminister. In dieser Zeit war er gern gesehener Gast in Freiburg – und brachte fast immer Fördergelder mit.
Maximilian Zimber-Morat ist glühender Eishockeyfan – und Unternehmer. Er sagt zu, die Eishallensanierung mit fünf Millionen Euro zu unterstützen. Chapeau!











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