Freiburg-Chronik

Das war 2025

Das Schwimmbecken im Westbad ist gefüllt mit Menschen.
Wimmelbild des Jahres: Auf das neue Freibad-West haben viele Menschen lange und sehnsüchtig gewartet! Das Bild vom Eröffnungstag im August zeigt, warum: Der Bedarf ist riesig.

Auf allem, was die Stadt so treibt, steht seit Anfang des Jahres ein neues Logo, wobei: Ganz neu ist es nicht, für die Tourismuswerbung ist es schon etwas länger im Einsatz. Frisch, modern und offen kommt es daher, vielen gefällt's, manchen auch nicht. Aber alle verstehen es: Das mit dem Kringel, das ist die Stadt Freiburg.

Mit der Eröffnung des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus schaffte Freiburg einen erstaunlichen Spagat: Der Lern-, Gedenk- und Erinnerungsort kam 80 Jahre nach Kriegsende zwar spät, aber irgendwie auch genau zur richtigen Zeit. Nie wieder ist jetzt! Wer die Augen vor der Vergangenheit verschließt, kann niemals in eine gute Zukunft schauen.

Theoretisch ging es auch bei der Bundestagswahl darum, in eine gute Zukunft zu schauen. Erstaunlich war aber einmal mehr, dass die Menschen an der Dreisam eine ganz andere Vorstellung davon haben, wer für diese gute Zukunft sorgen könnte, als im Rest der Republik. Aber nach der Wahl ist ja immer auch vor der Wahl: Im April 2026 können die Freiburger*innen entscheiden, wer die Geschicke der Stadt lenken soll. Da zählt das Freiburg-Votum, zu 100 Prozent.

Spektakuläres tut sich auf den Bergen rund um die Stadt. Nach 20 Jahren Stillstand, was den Ausbau der Windkraft angeht, kann man zurzeit gut beobachten, wie die viel beschworene Energiewende eigentlich funktioniert. Die neuen Rotoren auf der Holzschlägermatte und am Taubenkopf verwandeln gänzlich abgasfrei Wind in Strom, und auch ihre Geschwister am Rosskopf haben schon die Flügel ausgebreitet. Nachteulen konnten die gewaltigen Schwingen sogar ganz aus der Nähe beobachten, denn auch die Transporte waren: spektakulär.

Bemerkenswertes hat sich auch im Freiburger Westen getan. Während andere Städte Öffnungszeiten begrenzen oder Schwimmbäder gleich ganz schließen, eröffnet in Freiburg einfach ein neues: „Wasser marsch“ hieß es im August im Freibad-West – und damit wurde für viele ein Traum wahr, an dessen Realisierung nur die wenigsten geglaubt haben.

Lachende Gesichter waren in diesem Jahr an vielen Freiburger Schulen zu sehen. Der Grund war aber nicht etwa die Abschaffung von Hausaufgaben oder Noten, sondern die Fertigstellung von Neubauten oder Sanierungen. Mit der Staudinger- und der Anne-Frank-Schule sind zwei Großprojekte abgeschlossen – und mit der Tunibergschule hat ein heiß ersehntes wichtige Hürden genommen.

Alle Achtung! Der Wohnungsmarkt gibt zwar auch 2025 wenig Anlass für Jubel, doch an Untätigkeit der Stadtverwaltung liegt das Problem sicher nicht. Im Baugebiet Kleineschholz ist alles bereit für die ersten Häuser, der neue Stadtteil Dietenbach startet demnächst in die Vermarktung – und allein bei der Freiburger Stadtbau sind aktuell 1000 neue Wohnungen im Bau, darunter in Landwasser ein Pilotprojekt für Auszubildende.

Träumen dürfen dieser Tage die Museums- und Eissportfans: Die Eröffnung des Augustinermuseums ist jetzt wirklich absehbar, das Datum Ende Februar ist schon fix – und sollte in allen Freiburger Terminkalendern dick vermerkt werden. Ganz soweit ist es mit der Eishalle noch nicht, aber so groß wie jetzt waren die Chancen für eine Generalsanierung am alten Standort noch nie. Viel Grund zur Vorfreude also auf das kommende Jahr.

Traditionell steht an dieser Stelle noch einmal das auslaufende Jahr 2025 im Mittelpunkt. Wie immer fasst das AMTSBLATT die wichtigsten Ereignisse der letzten zwölf Monate in seiner letzten Ausgabe des Jahres auf dieser Doppelseite zusammen und präsentiert in der Bilderleiste unten seine "Köpfe" des Jahres.

Die Chronik erschien in der Amtsblatt-Ausgabe Nr. 901 vom 20. Dezember 2025

Köpfe des Jahres

Logo Stadt Freiburg rot

Logo? Logo! Zum Jahresbeginn gibt sich die Stadtverwaltung ein neues Corporate Design. Das Ziel ist klar: Überall, wo die Stadt drinsteckt, soll das auf den ersten Blick erkennbar sein.

Michelle Kaye

Michelle Kaye reist aus Schottland an, um bei der Gedenkveranstaltung zur Auschwitz-Befreiung an ihre von den Nazis ermordete Urgroßmutter Flora Baer zu erinnern.

Christian Emrich

Christian Emrich ist Freiburgs neuer Feuerwehrchef. Sein Einstand ist extrem: Im Industriegebiet Hochdorf brennt eine riesige Lagerhalle aus. Emrich löscht an vorderster Front mit.

Julia Wolrab

Julia Wolrab ist wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus. Die Einrichtung kommt spät – aber doch genau zur richtigen Zeit: Nie wieder ist jetzt!

Thomas Presper

Thomas Presper hat als Leiter des Planetariums gleich doppelten Grund zum Feiern: Erst den 50. Geburtstag des Sternentheaters, dann dessen Renovierung samt neuem Gestühl.

Marta Kuhn-Weber
Foto: Bernard Carrere

Marta Kuhn-Weber ist eine außergewöhnliche Künstlerin, die auch in Freiburg gelebt hat. Das Museum für Neue Kunst zeigt ihr fast vergessenes Werk in einer großartigen Ausstellung.

Sabine Burkhardt

Sabine Burkhardt kümmert sich um die Umsetzung der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Zuvor war sie elf Jahre für die Kriminalprävention zuständig.

Dominique Kratzer

Dominique Kratzer hat als Chefin im Standesamt gut zu tun. Eine Gesetzesänderung bringt deutlich mehr Spielraum in der Namensgebung – und viele Fragen, die es zu beantworten gilt.

Matthias Müller
Foto: R. Pietsch

Matthias Müller zeigt, was möglich ist, wenn politischer Wille und Herzblut zusammenkommen. Ohne den Stadtbau-Co-Chef wäre das Freibad-West wohl noch nicht fertig.

Natalie Gros

Natalie Gros lebt einen doppelten Neuanfang: Als neue Rektorin hat sie die schöne Aufgabe, die für 110-Millionen-Euro neu gebaute Staudingerschule mit Leben zu füllen.

Peter Carp

Peter Carp verabschiedet sich von der Freiburger Theaterbühne. Seit 2017 leitete er das Dreispartenhaus und führte es erfolgreich – auch durch die Coronakrise.

Gertrud Luckner
Foto: M. Decker, W 140 Nr. 15157

Gertrud Luckner ist weit mehr als ein Vorbild. Freiburgs Ehrenbürgerin wurde vor 125 Jahren geboren – ihr Einsatz für von den Nazis Verfolgte wirkt bis heute.

Beate Thill

Beate Thill erhält den Reinhold-Schneider-Preis in der Sparte Literatur. Bekannt und geschätzt ist sie unter anderem für ihre Übersetzungen kreolisch-sprachiger Autor*innen.

Winfried Herrmann

Winfried Herrmann ist seit fast 15 Jahren Landesverkehrsminister. In dieser Zeit war er gern gesehener Gast in Freiburg – und brachte fast immer Fördergelder mit.

Maximilian Zimber-Morat

Maximilian Zimber-Morat ist glühender Eishockeyfan – und Unternehmer. Er sagt zu, die Eishallensanierung mit fünf Millionen Euro zu unterstützen. Chapeau!

Hanna Böhme
Foto: Anja Thölking

Hanna Böhme verlässt die FWTM zum Jahresende, bleibt Freiburg aber treu: Sie wechselt als Hauptgeschäftsführerin zum Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen (WVIB).

2025

Januar

Schwungvoller Start: Rund 1000 Menschen kommen zum städtischen Neujahrsempfang ins Konzerthaus. Dort erleben sie mitreißende Hip-Hop-Einlagen – und einen Oberbürgermeister, der zu einem sorgsamen Umgang mit der Demokratie aufruft.

Frisch gemacht: Passend zum neuen Corporate Design gönnt sich auch das städtische Amtsblatt eine dezente Layout-Überarbeitung. Auch wenn dem viele (Spalten-)Linien zum Opfer fallen, ändert sich an der generellen Linie nichts: Transparente Informationen stehen auch weiterhin im Fokus.

Netzwerk für's Klima: Im Klimapakt schließen sich Freiburger Firmen, Vereine und Institutionen zusammen, um gemeinsam beim Klimaschutz voranzukommen. Zu den 37 Erstunterzeichnenden gesellen sich im Lauf des Jahres viele weitere hinzu.

Baustelle Innenstadt: Sie beginnt mit der Sanierung eines Abwasserkanals und endet – nicht. Denn kaum sind die innovativen, minimalinvasiven Arbeiten abgeschlossen, kommt die Badenova, um Fernwärmeleitungen zu verlegen. Das ist notwendig, stellt den Einzelhandel aber vor große Herausforderungen.

Sonst war es still: Der berührende Dokumentarfilm über den Luftangriff auf Freiburg im November 1944 sorgt für ausverkaufte Kinovorstellungen – und ein sehr nachdenkliches, stilles Publikum.

Sophia und Noah vorn: Das Standesamt blickt zurück und präsentiert Zahlen und Namen, die sich nur wenig vom Vorjahr unterscheiden. Eine Neuerung sticht heraus: Das seit November 2024 geltende Selbstbestimmungsgesetz nutzen viele Menschen, um endlich das für sie passende Geschlecht eintragen zu lassen.

Februar

Blätterschatten statt Hitzehotspot: Im Rieselfeld ist Freiburgs erste Grünoase fertig. Bis die zwölf Sumpfeichen den gewünschten Schatten werfen, braucht es aber noch Zeit – und Blätter. Frühling wäre schön . . .

Vorbild Landshut: Die Diskussion um die Eishalle bekommt eine neue, diesmal vielleicht entscheidende Wendung. Ob nun doch eine Sanierung am alten Standort möglich ist, soll eine vom Gemeinderat beauftragte Machbarkeitsstudie ermitteln. Deren Ergebnisse liegen im Dezember vor.

Zwei Jahre dicht: Im Freiburger Osten wird eine zentrale Verkehrsachse rundum saniert. Weil die Kappler Straße dabei quasi auf links gedreht wird, sind bis 2027 abschnittsweise Vollsperrungen erforderlich.

Freiburg wählt anders: Die Bundestagswahlen werden – je nach Standpunkt zum Glück oder leider – nicht an der Dreisam entschieden. Sonst wäre Robert Habeck von den Grünen jetzt Kanzler. Tatsächlich liegt bundesweit die CDU von Friedrich Merz vorn. Er wird Chef einer ziemlich kleinen „großen" Koalition mit der SPD.

Zeichen setzen: Der Gemeinderat beschließt einstimmig den ersten Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Der zeigt auf, was Stadtverwaltung und -gesellschaft tun können, um Frauen vor Gewalt zu schützen. Im Haushalt stehen dafür 450.000 Euro zur Verfügung, weitere 100.000 Euro steuert der Mekriba-Stiftungsfonds bei.

März

Bunt wie das Leben ist eine der neuen Rolltreppen am Hauptbahnhof. Sie hilft, Barrieren zu überwinden - echte in Form von Treppen und symbolisch solche, die sich in Köpfen befinden.

Barrierefrei zum Zug: Erst neue Rolltreppen und Aufzüge – und jetzt gibt’s auch eine verbindliche Vereinbarung mit der Bahn: Ende 2026 sollen die Umbauarbeiten am Hauptbahnhof beginnen und voraussichtlich 16,7 Millionen Euro kosten.

Hinter den Fassaden: Am Rotteckring eröffnet das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus. Es ist Museum und Gedenkort zugleich: Das 1936 fertiggestellte Gebäude beherbergte in der NS-Zeit das städtische Verkehrsamt und ist damit selbst ein historischer Ort.

Beklemmend ist der Blick hinter die Kulissen, den das im März eröffnete Dokumentationszentrum Nationalsozialismus ermöglicht. Freiburg war nicht immer ein Hort der Offenheit und Toleranz.

Wir mischen uns ein! Bei der Wahl zum Behindertenbeirat kandidieren 54 Personen für einen der 16 Plätze. Fast 400 Menschen gehen zur Wahl – 25 Prozent mehr als 2020. Ihre Stimmen sind wichtig und werden gehört.

Freiburg hat, was alle suchen: Mit korrekt gesetztem Komma ist zu erklären, warum so viele Menschen für kurze oder längere Besuche in die Breisgaumetropole reisen. 2,17 Millionen Übernachtungsgäste können jedenfalls nicht irren und bescheren der Stadt 2024 einen neuen Tourismusrekord.

Schnell und viel: Gleich zwei Rekorde stellen die Gemeinderatsmitglieder bei den Haushaltsberatungen auf. In der der Rekordzeit von nur sieben Stunden stimmen sie über die Rekordzahl von 630 Änderungsanträgen ab. Unterm Strich stehen rund 100 Haushaltsänderungen, die aber gerade einmal 700.000 Euro an Mehrkosten verursachen.

Wieder da, aber nur kurz: Nach mehrmonatiger Pause kehrt das Klimacamp mit nur noch zwei Zelten auf den Rathausplatz zurück. Wenige Wochen später sind sie weg. Der Protest soll jetzt andere Formen finden.

April

Haushalt verpackt: Mit nur fünf Gegenstimmen beschließt der Gemeinderat den Doppelhaushalt 2025/2026. Größter Streitpunkt bei der Debatte um den Drei-Milliarden-Etat ist die Einführung der Verpackungssteuer: Die Verwaltung ist dagegen, die Ratsmehrheit dafür – gelebte Demokratie. Im Juli gibt auch das Regierungspräsidium sein uneingeschränktes Okay.

Stillstand auf der Linie 1: Zwischen Paduaallee und Moosweiher erneuert die VAG die Gleise. Weil gleichzeitig das Garten- und Tiefbauamt die Elsässer Straße rundum saniert, müssen viele erst mal neue Wege finden. Obwohl das erstaunlich schnell gelingt, freuen sich alle, dass die Bahnen ab Oktober wieder fahren.

(Never) ending story: Der Gemeinderat will, dass sich die Feuerwehr noch besser für die Gefahrenabwehr rüstet. Nach dem einstimmig beschlossenen Perspektivplan bringt er einen Baustein direkt auf den Weg: den Grundsatzbeschluss zum Bau des lang ersehnten Feuerwehrhauses in Kappel.

Zu Fuß und per Rad: Wenn die Menschen in der Stadt unterwegs sind, nutzen sie dafür am liebsten ein Fahrrad oder ihre Füße – fast zwei Drittel ihrer Wege legen sie so zurück, wie eine bundesweite Studie zur Mobilität ergibt. Bus, Bahn und Auto haben nur noch einen Anteil von 38 Prozent.

Aussicht mit Sicherheit: Seit Sommer 2022 war der Schauinslandturm gesperrt, weil der Zahn der Zeit an seiner Standfestigkeit geknabbert hatte. Zweieinhalb Jahre und 295.000 Euro später ist jetzt wieder alles gut – zumindest für die nächsten zehn Jahre, so die Prognose.

Mai

Ohne Plakette: 15 Jahre nach ihrer Einführung ist die Umweltzone in Freiburg Geschichte. Weil sich die Luftqualität messbar verbessert hat, hebt das zuständige Regierungspräsidium die Fahrverbote auf der innerstädtischen B 31 auf. Tempo 30 bleibt dort aber – aus Lärmschutzgründen.

Erstmals Online: Wer zu den 37.000 Menschen gehört, die in Freiburg den Migrantinnenbeirat wählen dürfen, kann das auch von zu Hause aus tun – davon machen viele Gebrauch. Die Wahlbeteiligung steigt so auf 7,4 Prozent. 16 der 19 Gewählten sind neu im Gremium. Die Peruanerin Cristina Valega Chipoco und der Syrer Ali Sari bilden die neue Doppelspitze.

Zeit, dass sich was dreht: Die neuen Windräder am Taubenkopf  sind nicht nur im Vergleich mit Menschen riesig, sondern auch in  der Stromausbeute. Freiburg hat die Klimaneutralität im Visier.
Foto: Ökostromgruppe

Weichen gestellt: Mit einem „Haus des Jugendrechts“ wollen Staatsanwaltschaft und Polizei sowie die Jugendämter von Stadt und Landkreis dazu beitragen, besonders auffällige jugendliche Straftäter*innen möglichst schnell wieder auf die richtige Bahn zu bringen.

Neues Schmuckstück: Nach den wenig erfreulichen Debatten um den Pergolaplatz sorgt der Colombipark jetzt für positive Schlagzeilen. Der auch mit viel bürgerschaftlichem Engagement unterstützte Spielplatz „Colombini“ wird eröffnet und sofort von den Kindern in Beschlag genommen.

Gefragter Mann: Generalmusikdirektor André de Ridder gibt bekannt, dass er als Chefdirigent an die English National Opera in London wechseln wird. Glücklicherweise bleibt das Ausnahmetalent am Taktstock noch bis 2027 in Freiburg – so lange läuft sein Vertrag. 

Juni

Vorsorge tut Not: Starkregen kann in kürzester Zeit für Überschwemmungen sorgen – auch weitab von Flüssen und Bächen. Die Stadtverwaltung veröffentlicht Gefahrenkarten und zeigt auf Infoveranstaltungen, wie Menschen sich und ihre Häuser schützen können.

Abi in Opfingen: Die Diskussionen um eine weiterführende Schule am Tuniberg nehmen eine weitere, hoffentlich abschließende Wendung. Der Gemeinderat beschließt, dass es zusätzlich zur bereits geplanten Gemeinschaftsschule im Verbund auch eine gymnasiale Oberstufe geben soll.

10 Millionen für 100 Plätze: In Waltershofen ist die Kita zu klein – noch. Schon im Herbst 2026 soll ein zweigeschossiger Holzneubau fertig sein, der dreimal so vielen Kindern Platz bietet wie bislang.

Insta mal tausend: Seit April 2021 ist die Stadtverwaltung auch auf Instagram aktiv, jetzt erreicht der 1000. Beitrag die mittlerweile fast 30.000  Follower*innen. Socialmedia ist längst ein fester Bestandteil der städtischen Kommunikationsstrategie.

Schillernd schön: Das Museum Natur und Mensch zeigt die wunderbare Welt der Insekten. Wer mag, kann auch direkten Haut- und Augenkontakt aufnehmen.
Foto: Marc Doradzillo

Wohnen für Azubis: In Landwasser baut die Freiburger Stadtbau ein Apartmenthaus, das bis zu 145 jungen Menschen in Ausbildung kostengünstigen Wohnraum bieten soll. Bezugsfertig ist das Pilotprojekt erst Mitte 2026 – aber jetzt beginnt die Vermarktung

Wärme aus der Erde: Nach langer Suche hat die Badenova einen geeigneten Standort für den Bau eines Erdwärme-Heizkraftwerks gefunden – an der A 5 bei Hartheim. Ein Meilenstein für die regionale Wärmewende.

Juli

Großprojekt mit Vorgeschichte: Unter den Spatenstichen des Jahres ragt einer besonders heraus. Im Lindenwäldle entstehen nicht nur 320 neue Wohnungen, wo es bislang nur 138 gab. Letztlich entsteht rund um den „Haid-Park“ ein ganz neues Quartier – unter Einbeziehung der Sinti-Gemeinschaft, die hier zu Hause ist und bleiben wird.

Stadtteilfest ohne Stadtteil: Beim „Fest für alle“ steht das neue Quartier Dietenbach im Mittelpunkt. Die Nachfrage ist groß und zeigt, wie viele Menschen sich für eine Wohnung im Freiburger Westen interessieren. Passend dazu beschließt der Gemeinderat das Vermarktungskonzept für den ersten Bauabschnitt. Der wird „vielfältig und bunt“, sagt Baubürgermeister Haag.

Fürs Schweben gern: Seit genau 95 Jahren bringt die Schauinslandbahn Menschen auf Freiburgs Hausberg. Die weltweit erste Umlaufseilbahn hatte nur einen schweren Unfall. Nach einem Bedienfehler stürzte 1932 eine Gondel ab, drei Menschen kamen ums Leben.

„Offen, klug und frei“: Nur ein Jahr nach dem Spatenstich feiert im Stühlinger der zweite Rathausrundling Richtfest. Den zitierten Richtspruch wird die Verwaltung schon bald mit Leben füllen – 2027 soll das 111-Millionen-Euro-Projekt fertig sein. Weil hier vor allem Ämter aus dem Sozialbereich einziehen, hat sich der Name „Familienrathaus“ etabliert.

Endstation Kappler Knoten: Seit gefühlten Ewigkeiten laufen die Planungen für die Verlängerung der Stadtbahnlinie 1 bis in den Stadtteil, dessen Namen sie im Schilde führt – Littenweiler. Mit dem einstimmigen Satzungsbeschluss räumt der Gemeinderat die letzte baurechtliche Hürde beiseite.

Muster für Bürokratieabbau: Mit dem Sozialticket können Menschen, die wenig Einkommen haben, preisgünstig Bus und Bahn fahren – ein Erfolgsmodell. Jetzt beschließt der Gemeinderat, das Verfahren erheblich zu vereinfachen. Mehr Vertrauen, weniger Aufwand, lautet das neue Motto.

Ungültig, aber wirkungsvoll: Jahrzehntelang hatte niemand bemerkt, dass bei insgesamt 65 Bebauungsplänen zur formalen Gültigkeit Kleinigkeiten wie Datumsangaben fehlten. Jetzt hebt der Gemeinderat die fehlerhaften Pläne auf – die gewünschte Wirkung hatten sie trotzdem erzielt.

August

Ohne Messer: Als Baustein zur Verbesserung der Situation auf dem Stühlinger Kirchplatz gilt dort jetzt ein Verbot, Messer oder andere als Waffen geeignete Gegenstände mit sich zu führen. Die Polizei begrüßt die Entscheidung des Oberbürgermeisters als Sicherheitsgewinn.

Satzung gekippt: Zum Erhalt des Waldsee-Quartiers hatte der Gemeinderat 2019 weitgehende Regeln erlassen. Weil dadurch aber auch durchaus wünschenswerte Veränderungen wie Dachausbau oder Solarnutzung erschwert wurden, korrigiert das Gremium jetzt seinen Beschluss.

Gelebte Solidarität: Einmal mehr reist Oberbürgermeister Martin Horn in die ukrainische Partnerstadt Lviv. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Andrij Sadovyi legt er den Grundstein für ein Trauma- und Rehabilitationszentrum – rund eine Million Euro dafür stammen aus Freiburger Spenden.

Strategie für die Innenstadt: Coronapandemie, Onlinehandel und globale Krisen machen es dem Einzelhandel in Innenstädten schwer. Der Gemeinderat beschließt mit großer Mehrheit ein Konzept, die City zu beleben. Dass Freiburg weiterhin ein attraktiver Standort ist, zeigen mehrere hochrangige Neuansiedlungen im Lauf des Jahres.

September

Weniger, Tempo, weniger Lärm: Der Gemeinderat beschließt einstimmig die Fortschreibung des Lärmaktionsplans. Der sieht vor, auf deutlich mehr Straßen Tempo 30 vorzuschreiben. Das reduziert Lärm – und den Ärger über den von vielen kritisierten Geschwindigkeitsflickenteppich.

Ganz schön bunt: Das Theater Freiburg startet unter dem neuen Intendanten Felix Rothenhäusler in seine neue Spielzeit. Auch optisch ist die neue Ära gut zu erkennen – das neue Leitungsteam setzt auf knallige Farben und ganz viel Herz.

Punktlandungen: Zwei Großprojekte der Freiburger Bildungslandschaft sind pünktlich zum Schulstart bezugsfertig. Sechs Jahre und 31 Millionen Euro nach Baubeginn ist die Anne-Frank-Schule in Betzenhausen samt zweier Kitas größer und schöner denn je. Und beim 110-Millionen-Euro-Neubau der Staudingerschule fehlen nur noch die Außenanlagen – Schulräume, Stadtteilbibliothek und Jugendtreff sind in Betrieb.

Nimm doch den Bus: Seit 100 Jahren gehören Busse zum Stadtbild und sind ein wichtiger Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Statt mit Diesel fahren sie heute mit Strom – genau wie ihre schienengebundenen Kolleginnen.

Oktober

Geschenk des Jahres: Die Musikschule feiert ihren 75. Geburtstag. Zünftig feiern wollte man das eh, aber wohl niemand hat mit einer solchen Überraschung gerechnet: Nach vielen Jahren der Suche kann die kommunale Bildungseinrichtung in der Günterstalstraße ein neues Zuhause beziehen.

Badisches Dreierlei: Das Referat für Chancengerechtigkeit hat Grund zum feiern. Die Stelle zur Gleichberechtigung der Frau gibt es seit 40, die Kontaktstelle Frau und Beruf seit 30 und die Geschäftsstelle Gender Mainstreaming, die heute Diversity und Antidiskriminierung heißt, seit 20 Jahren – macht zusammen 90 Jahre im Einsatz für Chancengerechtigkeit. Danke!

Bussi am Bahnhof: Die Sanierung der Bahnhofsgarage mit ihren knapp 250  Stellplätzen hat 9,5 Millionen Euro gekostet und anderthalb Jahre gedauert. Jetzt ist es endlich wieder möglich, seine zugreisenden Lieben gebührend zu verabschieden oder zu begrüßen.

Inferno: Ein Großbrand im Industriegebiet Hochdorf zerstört im Oktober eine riesige Lagerhalle und vernichtet Waren im Millionenwert. Menschen kommen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Zukunft tanken: Auf der ehemaligen Deponie Eichelbuck eröffnet die ASF eine Tankstelle für Wasserstoff, den sie vor Ort aus Solarstrom selbst produziert – und verbraucht: Als erste deutsche Stadt hat sie den kompletten Abfallfuhrpark auf den Ökotreibstoff umgestellt.

Beratung ohne Amtsmief: Seit zehn Jahren gibt es die Jugendberufsagentur im Hauptbahnhof. Alle unter 25 Jahren bekommen hier ganz niederschwellig Tipps, wie sie in Ausbildung oder Beruf vorankommen. Zum Jubiläum gratuliert OB Martin Horn: „Schön, dass wir Sie haben!“

Viel erreicht, nicht am Ziel: Gemeinderat und Verwaltung ziehen Halbzeitbilanz zum „Gesamtkonzept bezahlbar Wohnen 2030“. Mehrheitlich besteht die Meinung, dass der eingeschlagene Weg richtig sei, aber weiterverfolgt werden müsse. Eine Alternative, so Baubürgermeister Haag, sehe er nicht.

Dumm gelaufen: Ein Altglas-Fahrzeug der ASF reißt mit ausgefahrenem Ladekran bei den Westarkaden die Oberleitung der Straßenbahn ab. Die Reparatur dauert eine ganze Woche.

November

Fast schon zu kitschig: Pünktlich zum Start des Weihnachtmarkts fällt in Freiburg der erste Schnee. Die weiße Pracht ist sehr willkommen. Dafür, dass alles friedlich bleibt, sollen mobile Zufahrtssperren sorgen.

Die Stimme erheben: Im Kinder- und Jugendhilfeausschuss feiert ein neues Beteiligungsformat Premiere. Bei „Speak Up“ können Kinder und Jugendliche ihre Themen vorbringen – und die Verwaltung muss dazu Stellung nehmen. Eine Auswertung soll zeigen, ob aus dem Pilot- ein Dauerprojekt wird.

Mehr Tempo beim Bauen: Die Bundesregierung zündet den Wohnungsbauturbo – und der Gemeinderat beschließt die zur Umsetzung notwendigen Verfahrensanpassungen. Im Gemeinderat gibt es zwar auch skeptische Stimmen, insgesamt überwiegt aber die Hoffnung.

Große Zahl: Gefühlt jede zweite Woche gibt es in Freiburg einen  Spatenstich, fast immer ist daran die Freiburger Stadtbau beteiligt.  Im November geht im Behördenareal die 1000. Wohnung in Bau.

Mehrweg statt Steuer: Um die Verpackungsflut beim schnellen Essen und Trinken unterwegs einzudämmen, startet die Verwaltung eine Mehrwegoffensive. Alle Betriebe, die mitmachen, erhalten von der Stadt eine Unterstützung. Und alle Menschen, die mitmachen, sparen sich die Verpackungssteuer, die ab Januar erhoben wird.

Dezember

Chatten mit dem Bot: Um die gewünschten Informationen auf freiburg.de (noch) schneller zu finden als bislang, holt sich die Verwaltung einen Kollegen ins Team, dessen Geschwindigkeit so atemberaubend ist, dass man ihm manchen Anfängerfehler durchaus verzeiht.

Greifbar wie nie: Die Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Eishalle zeigt, dass das grundsätzlich möglich ist – ein K.-o.-Kriterium ist bislang nicht in Sicht. 39 Millionen Euro werden vorsichtig kalkuliert, allein fünf übernimmt ein Großspender des EHC, acht könnten vom Bund kommen. Der Gemeinderat sagt zum Gesamtpaket fast einstimmig: Machen!

Wort gehalten: Zum Start seiner Amtszeit im Juli 2018 versprach der damals neu gewählte Oberbürgermeister Martin Horn, dass Kleineschholz als einhundertprozentig gemeinwohlorientiertes Quartier entstehen soll. Die Finanzierung ist für viele Projekte zwar eine große Herausforderung, aber kurz vor Weihnachten gehen die ersten Bauanträge ein.

Rausradeln: Mit großem Bohei beginnt der Bau des Radschnellwegs RS 6. Künftig soll Menschen aus Waldkirch und Emmendingen ganz flott und störungsfrei nach Freiburg radeln können. Weil das Land viel Geld beisteuert, kommt auch der zuständige Minister zum Spatenstechen.

Unvergessen: Vor 15 Jahren starb Eugen Martin, jetzt wäre er einhundert Jahre alt geworden. In seiner Stiftung bleibt das Wirken des Ehrenbürgers bis heute sicht- und spürbar.