Häufig gestellte Fragen zu Dietenbach (FAQ)

Über die Vermarktung der Grundstücke wird die Stadt rechtzeitig informieren (Foto: Th. Gries).

Wie kann ich mich für Wohnungen und Grundstücke bewerben?

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Insbesondere seit dem Bürgerentscheid im Februar 2019, bei dem über 60 Prozent der Freiburgerinnen und Freiburger für den Bau des neuen Stadtteils Dietenbach gestimmt haben, erreichen uns fast täglich Nachfragen, ob und wie man sich für ein Baugrundstück, eine Wohnung oder für die Mitgliedschaft in einer Baugruppe bewerben oder registrieren lassen kann. Dafür ist es jedoch noch zu früh.

Heute können noch keine Aussagen zu den möglichen Vermarktungskriterien bzw. zu konkreten Baugrundstücken oder Bauvorhaben im Stadtteil Dietenbach getroffen werden. Allerdings hat der Gemeinderat beschlossen, dass im neuen Stadtteil Dietenbach mindestens 50 Prozent der Wohneinheiten als geförderte Mietwohnungen errichtet werden sollen.

Gegenwärtig wird der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs durch die Büros von K9 Architekten, Latz + Partner Landschaftsarchitektur und StetePlanung (Verkehr) zu einem Rahmenplan weiterentwickelt. Dieser ist dann Grundlage für den Bebauungsplan und die Neuordnung der Grundstücke. Aus heutiger Sicht beginnt die Vermarktung der städtischen Grundstücke im Herbst 2022. Das Konzept, an wen die Grundstücke vergeben werden und welche Vorgaben dabei einzuhalten sind, beschließt der Gemeinderat vor Beginn der Vermarktung auf Basis eines breiten Beteiligungsprozesses, der im November 2019 mit einer Einwohnerversammlung beginnt.

Wir werden mit regelmäßigen Newslettern über die Entwicklung des neuen Stadtteiles Dietenbach berichten. Außerdem werden wir darüber informieren, wann Bewerbungen auf Baugrundstücke möglich sind oder wo man sich als Interessent für eine Baugruppe vormerken lassen kann. Die Anmeldung für den Newsletter wird ab September möglich sein.

Dietenbach soll ein klimaneutraler, inklusiver Stadtteil für 15.000 Menschen werden (Foto: Th. Gries).

Was soll hier entstehen?

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Ein klimaneutraler Stadtteil mit ca. 6.500 Wohnungen für 15.000 Menschen. Vor allem soll bezahlbares Wohnen entstehen. Dietenbach soll ein bunter Stadtteil werden mit kurzen Wegen und kommunikativen Freiflächen, Schulen, Sportangeboten, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten. Das Quartier wird inklusiv und barrierefrei.

Der neue Stadtteil wird von zwei Parks mit großen Erholungsqualitäten geprägt. In der Mitte befindet sich der zentrale Stadtteilplatz mit Kirchenzentrum, Geschäften, Supermarkt, Stadtteiltreff und Gastronomie. Weitere Quartiersplätze sind als nachbarschaftliche Treffpunkte vorgesehen. Im Süden bilden neue Sportflächen den Übergang zum Rieselfeld. Das große Spektrum an unterschiedlichen Gebäudetypen bietet eine sehr gute Voraussetzung, dass sich hier Menschen unterschiedlichster Art und mit unterschiedlichstem Einkommen wohlfühlen. Der Stadtbahnanschluss, ein gutes Radwegenetz und Car-Sharing-Angebote machen die Bewohner_innen unabhängig vom eigenen Auto. Parkmöglichkeiten gibt es nur abseits der Wohnstraßen, vor allem in Quartiersgaragen, vergleichbar mit dem Stadtteil Vauban.

Blick auf das Dietenbachgelände: Oben der Mooswald, links das Naturschutzgebiet und unten Rieselfeld (Foto: A.J.Schmidt).

Dietenbach – wo ist das überhaupt?

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Damit es nicht zu Verwechslungen kommt: Der Dietenbachpark mit dem Dietenbachsee im Stadtteil Weingarten ist nicht gemeint! Der neue Stadtteil soll etwa vier Kilometer westlich der Innenstadt entstehen – zwischen dem Stadtteil Rieselfeld, der Besançonallee, dem Zubringer Mitte und der Zufahrtsstraße zum Mundenhof. Namensgeber ist der Dietenbach, der durch diesen Bereich fließt.

Jedes Jahr kommen 4.000 bis 5.000 Studierende nach Freiburg, von denen viele nach dem Studium in der Stadt bleiben (Foto: Th. Gries).

Warum braucht Freiburg Dietenbach?

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Freiburg gehört bei Miet- und Eigentumswohnungen zu den teuersten Städten Deutschlands. Allein bis 2030 fehlen knapp 15.000 Wohnungen – Freiburg wächst. Die Geburtenrate steigt, die Hochschulen sind attraktiv. Für immer mehr Menschen stehen keine bezahlbaren Wohnungen zur Verfügung. Neubau ist ein zentraler Schlüssel zur Bekämpfung der Wohnungsnot. In einer ähnlichen Situation vor rund 25 Jahren hat sich gezeigt, dass die heute beliebten Stadtteile Rieselfeld und Vauban zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beigetragen haben.

Dietenbach ist die Antwort auf soziale Folgeprobleme der Wohnungsnot. Der hohe Anteil der Wohnkosten am Einkommen führt zu einer wachsenden Armut und zugleich zu einer Abwanderung und Verdrängung, besonders von Familien. Für einen Dienstleistungsstandort wie Freiburg ist es aber wichtig, dass Fachkräfte mit kleinen und mittlerem Einkommen hier arbeiten und leben können.

Kontakt

Projektgruppe Dietenbach
Fehrenbachallee 12 (Rathaus im Stühlinger)
79106 Freiburg

dietenbach@stadt.freiburg.de
Tel. 0761 / 201-4091

Durch Ausbau und Aufstockung können in Freiburg nur begrenzt neue Wohnungen entstehen (Foto: Stadt Freiburg).

Gibt es keine Alternativen zu Dietenbach?

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Das gesamte Stadtgebiet wurde intensiv untersucht. Dietenbach ist die einzige Fläche, auf der ein neuer Stadtteil in der angestrebten Größe geschaffen werden kann. Sollte der Standort Dietenbach in Folge des Bürgerentscheids nicht realisierbar sein, stünden in Freiburg keine alternativen Bauflächen zur Verfügung, um Wohnraum für 15.000 Menschen zu schaffen. Zudem würde in der Region die 2- bis 4-fache Fläche verbraucht.

Innenentwicklung kann die Wohnungsnot nicht lösen. Durch Aufstockungen und Dachausbau entstehen bereits jetzt neue Wohnungen. Das sind aber viel zu wenig, um den Bedarf an bezahlbarem und gefördertem Wohnraum zu decken. Aufstockungen oder Dachausbauten entstehen nur, wenn die privaten Eigentümer_innen dies wollen. Zumeist entsteht dann hochpreisiger Wohnraum. Eine Verdichtung der gewachsenen Stadtteile sorgt für eine Überlastung der dortigen Infrastruktur. Für neue Bewohner_innen stehen dann möglicherweise keine freien Plätze in Kindertagesstätten und Schulen bereit. Deshalb wird der neue Stadtteil Dietenbach dringend benötigt.

Dietenbach soll Wohnen für alle möglich machen (Foto: Th. Gries).

Wie kann die Stadt gewährleisten, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht?

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Die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum ist das wichtigste Ziel. Es wird nicht nach Höchst-, sondern nach Festpreisen vermarktet. Nicht-profitorientierte Unternehmen, die Mietwohnungen dauerhaft in ihrem Bestand halten und nicht weiterveräußern, spielen eine zentrale Rolle: Das sind z.B. die Freiburger Stadtbau, Wohnbaugenossenschaften, das Mietshäusersyndikat und Baugemeinschaften. Das Studierendenwerk will eine Studentensiedlung mit 700 Plätzen bauen. Im neuen Stadtteil sollen 50 % geförderte Mietwohnungen realisiert werden, damit auch Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen weiterhin in Freiburg leben können.

Eingriffe in die Natur werden ausgeglichen (Foto: A.J. Schmidt).

Wie kann eine ökologisch verträgliche Entwicklung gelingen?

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Mit der Entwicklung ist natürlich ein Eingriff in die Natur und Landschaft verbunden. Diese Naturverluste werden aber durch Ausgleichs- und Vermeidungsstrategien so gering wie möglich gehalten. Unser Stadtteil wird ein ökologischer und klimaneutraler Stadtteil mit vielen Freiflächen. Wenn der Wohnraum nicht in Freiburg entsteht, werden im Umland Wohnungen gebaut: Mit mehr Pendelverkehr nach Freiburg und dem 2- bis 4-fachen Flächenverbrauch zulasten der Landwirtschaft. Deshalb ist der neue Stadtteil die richtige Antwort für die gesamte Region.

Ökologisch verträglich ist der neue Stadtteil auch, weil er Pendelverkehre vermeidet und mit einem modernen Mobilitätskonzept ausgestattet wird. Die Stadtbahn aus dem Rieselfeld soll – wie bereits in den 1990er Jahren vorgesehen – verlängert werden. Quartiersgaragen sichern weitgehend autofreie Wohnstraßen und eine Infrastruktur für Carsharing und Elektromobilität. Elektromobilität wird von Anfang an mitgedacht.

Der neue Stadtteil wird klimaneutral mit Energie versorgt.

Wird Dietenbach klimaneutral?

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Für Dietenbach ist eine klimaneutrale, nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung geplant. Durch die Nutzung von regenerativen Energien wird im neuen Stadtteil mehr kostengünstiger Strom und Wärme erzeugt als benötigt. Energieeffiziente Bauweise, Solarenergie und Umweltwärme, wie z.B. die Abwasserwärme, sind die wichtigsten Bausteine. Ergänzt wird dies durch ein umweltfreundliches Mobilitätskonzept.

Die baulichen Herausforderungen sind groß, aber lösbar (Foto: Stadt Freiburg).

Welche weiteren Herausforderungen gibt es?

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Städtebauliche Großprojekte sind immer komplex. Die Herausforderungen sind aber alle lösbar! Das Gewässer Dietenbach wird aus Hochwasserschutzgründen so ausgebaut, dass es auch große Regenmengen aufnehmen kann und gleichzeitig eine hochwertige Erholungslandschaft entsteht. Die beiden über das Gelände verlaufenden Hochspannungsleitungen werden auf gemeinsame Masten entlang der großen Straßen gebündelt, modellierte Erdwälle bieten Lärmschutz, eine Erdaufschüttung auf Teilflächen ist Voraussetzung für die Verlegung unterirdischer Leitungen und Kanäle und sorgt für trockene Keller.

Die Eigentümer der Grundstücke erhalten durch die Kooperation mit der Sparkasse mehr Geld (Foto: AGL).

Wie werden die Eigentümer_innen eingebunden und welche Rolle übernimmt die Sparkasse?

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Im Gebiet gibt es viele private Grundstücke. Die Stadt hat 15 Euro pro m2 für den Grunderwerb angeboten. Mehr darf sie aus rechtlichen Gründen nicht zahlen. Um den Eigentümer_innen eine höhere Zahlung zu ermöglichen und um Enteignungen zu vermeiden, hat die Stadt ein Kooperationsmodell mit der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau initiiert. Eine Tochtergesellschaft der Sparkasse ist bereit, 64 Euro pro m2 zu zahlen. Die deutliche Mehrheit der Eigentümer_innen (heute schon 85 % der privaten Flächen) möchte dieses Angebot annehmen und wirkt so an der Entwicklung mit. Die Stadt hat mit der Sparkassengesellschaft vereinbart, dass die wohnbaupolitischen Ziele zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auch von ihr umgesetzt werden.

Die Stadt bemüht sich intensiv, Ersatzflächen für die betroffenen Landwirte zu finden (Foto: Stadt Freiburg).

Was tut die Stadt gegen den Verlust an landwirtschaftlichen Flächen?

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Zunächst: Der Stadtteil Dietenbach sorgt dafür, dass in der Region landwirtschaftliche Flächen erhalten bleiben. Denn jeder Hektar Land, der in Dietenbach nicht bebaut wird, würde den Verlust von 2-4 ha landwirtschaftlicher Flächen in der Region verursachen. Für den neuen Stadtteil werden etwa 70 Hektar landwirtschaftliche Ersatzfläche benötigt. Bereits jetzt können 39 Hektar zur Verfügung gestellt werden. Für weitere 4,4 Hektar steht der Erwerb bevor. Nicht alle landwirtschaftlichen Flächen werden von Anfang an benötigt, manche erst in einigen Jahren. Die Stadt wird auch weiterhin Ersatzflächen für die betroffenen Landwirte organisieren.

Das Naturschutzgebiet Rieselfeld wird vor großen Besucherströmen geschützt  (Foto:  Th. Gries).

Welche Folgen hat die Entwicklung für das Umfeld?

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Eine gute Nachbarschaft ist uns wichtig. Der Stadtteil Rieselfeld wird mit Dietenbach über mehrere Geh- und Fahrradwege und die Stadtbahn verknüpft, nicht aber über Straßen für Autos. Durchgangsverkehr wird so vermieden. Damit das angrenzende Naturschutzgebiet Rieselfeld und der Mooswald geschützt werden, führen keine Wege in diese Gebiete. Die Bewohner_innen sollen in weniger sensible Naturbereiche (Dreisam und Dietenbachpark) geleitet werden. Im neuen Stadtteil geplante hochwertige Naherholungsflächen schaffen zusätzliche Entlastung. Mit einer niedriggeschossigen Bebauung und einer großzügigen Pufferzone wird auf den Tier- und Naturerlebnispark Mundenhof Rücksicht genommen. Ein Nebeneinander von Zelt-Musik-Festival (ZMF) und neuem Stadtteil wird für die Zukunft abgesichert.

Mehr als 20 neue Kitas im Stadtteil kommen allen Freiburger_innen zugute (Foto: A.J. Schmidt).

Ist der Bau eines neuen Stadtteils ein finanzielles Risiko?

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Kosten und Erlöse sind mit Unterstützung externer Fachgutachter kalkuliert. Ausgaben von etwa 600 Mio. Euro stehen Einnahmen aus Grundstückserlösen und Fördermitteln in Höhe von etwa 590 Mio. Euro gegenüber. Der Stadtteil Dietenbach und seine Infrastruktur sind also finanzierbar. Es ist Aufgabe einer Stadt dafür zu sorgen, dass Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten entsteht. Und dass auch für die jetzigen Kinder in Zukunft noch Wohnraum bezahlbar ist. Dieses große Projekt ist damit auch ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit. Wir haben es als Stadt geschafft, dass Vauban und Rieselfeld Heimat für über 15.000 Menschen geworden sind. Wir werden auch den neuen Stadtteil Dietenbach vernünftig und seriös finanzieren. Die neue Infrastruktur, darunter mehr als 20 Kindertagesstätten, die Schulen und Sportflächen sowie die Straßenbahn, kommt allen Freiburger_innen zugute.

Dietenbach erhält einen großen, zentralen Platz (Visualisierung: K9 Architekten).
Entlang des Dietenbachs entsteht Freiraum für die Einwohner_innen. (Visualisierung: K9 Architekten).
Zwei Parks werden den Stadtteil prägen (Visualisierung: K9 Architekten).
Blick von oben auf die Pläne von K9 Architekten für den Stadtteil (Visualisierung: K9 Architekten).
Detailansicht der Pläne von K9 Architekten - zentral läuft der Dietenbach durch das Quartier (Visualisierung: K9 Architekten).

Wie wird der neue Stadtteil familien- und menschenfreundlich?

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Gerade junge Familien geben unserer Stadt eine Zukunft – deshalb dürfen wir es nicht zulassen, dass sie aufgrund von fehlenden oder zu teuren Wohnungen aus der Stadt verdrängt werden. Wir wollen ihnen im neuen Stadtteil eine Heimat geben. Der neue Stadtteil hat die Größe einer Kleinstadt und wird ein autoarmer Stadtteil der kurzen Wege. Förderung, Bildung und Betreuung für alle jungen Menschen sind Investitionen für einen erfolgreichen Lebensweg der Kinder und Jugendlichen. Vier zentrale Kindertagesstätten, die multifunktional nutzbar sind, und 18 dezentrale, in die Bebauung integrierte Kitas sowie das Schulzentrum mit der Grundschule und einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe sichern gute Voraussetzungen für eine gelingende Bildung. Ein Sportband dient ebenso der Erholung wie die großzügigen Spiel- und Freiflächen. Alle erforderlichen Besorgungen des täglichen Lebens können im Stadtteil abgewickelt werden. Verschiedene Orte der Begegnung, wie der Stadtteiltreff, das Haus der Kirchen, die Kindertagesstätten und ein Jugendzentrum entstehen. Durch bezahlbaren Wohnraum wird der neue Stadtteil für Familien attraktiv. Er wird inklusiv konzipiert für junge und alte, bedürftige und wohlhabende, für Menschen mit Handicaps und ohne.