Zwischenbilanz des Projekts Sicherheit und Ordnung

Der Schutzmann an der Ecke kommt gut an

Jeder Euro ist gut investiert“, findet Bürgermeister Stefan Breiter. Auch wenn der Erfolg des städtischen Projekts Sicherheit und Ordnung schwer zu messen sei, lässt der für diese Themen zuständige Dezernent keinen Zweifel an der Sinnhaftigkeit. „Das ist ein Erfolgsprojekt!“

Stets zu Diensten: Andreas Miller (links) und Harald Gerspach beim Einsatz in der Innenstadt.Ganz oft sind sie dabei – so wie hier – als Fremdenführer gefragt, nur selten müssen sie kostenpflichtigeVerwarnungen aussprechen. (Foto: A. J. Schmidt)
Stets zu Diensten: Andreas Miller (links) und Harald Gerspach beim Einsatz in der Innenstadt.Ganz oft sind sie dabei – so wie hier – als Fremdenführer gefragt, nur selten müssen sie kostenpflichtigeVerwarnungen aussprechen. (Foto: A. J. Schmidt)

Gemeinsam mit dem Projektleiter Martin Schulz, dem Leiter des Garten- und Tiefbauamts Frank Uekermann und dem Leiter des Vollzugsdienstes Ramon Oswald stellte Breiter vor Journalisten dar, was seit Gründung der städtischen Projektgruppe vor gut einem Jahr alles unternommen wurde, um die gefühlte ebenso wie die tatsächliche Sicherheit in der Stadt zu erhöhen. Besonders auffällig ist der Vollzugsdienst (VD). Seit Oktober 2017 sind – wochentags bis 21.15 Uhr, am Wochenende bis nachts – jeweils drei Zweierteams überwiegend in der Innenstadt unterwegs, um Präsenz zu zeigen und die öffentliche Ordnung zu sichern. Als wichtigste „Waffe“ nutzen die blau uniformierten Ordnungshüter das gesprochene Wort, wie VD-Leiter Ramon Oswald berichtete. Mit „viel Quatschen“ haben er und seine Mitarbeiter schon so manche Konfliktsituation entschärfen können, beispielsweise eine Abiturfeier an der Dreisam, die mit rund 600 Nicht-nur-Freudetrunkenen aus dem Ruder zu laufen drohte. „Wir wollen bei den Leuten die eigene Einsicht herauskitzeln“, so Oswald. Das gelingt offenbar mit Erfolg: Ihm kämen nur positive Rückmeldungen zu Ohren, bestätigte Bürgermeister Breiter. Und auch die Zahlen sprechen für sich. Bei 11600 Kontakten zu Bürgerinnen und Bürgern gab es rund 7000 „Vorkommnisse“, aber nur 260 kostenpflichtige Verwarnungen.

Ebenfalls deutlich wahrnehmbar sind die Bemühungen der Stadtverwaltung, Angsträume im öffentlichen Raum zu beseitigen. So hat das Garten- und Tiefbauamt für rund 700 000 Euro – davon 400000 Euro aus einem Sonderbudget – 21 Straßen- und Wegeverbindungen besser beleuchtet.

Dabei wurden Wünsche und Anregungen aus der Bürgerschaft berücksichtigt sowie vor Ort immer die Bürgervereine mit einbezogen. Auch durch Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern können dunkle und unübersichtliche Ecken entschärft werden. Mit einem einmaligen Rückschnitt ist es allerdings nicht getan, wie Amtsleiter Frank Uekermann erklärte. Deswegen hat das GuT für diese Aufgabe einen ausgelernten Azubi als zusätzlichen Gärtner übernommen.

Noch komplett unsichtbar ist hingegen die geplante Videoüberwachung. Von hohen Hürden durch Denkmal- und Datenschutz, Eigentums- und technischen Fragen berichtetet Projektleiter Martin Schulz. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr die ersten Kamers installiert werden könnten. Das zur Verfügung gestellte Budget von 400000 Euro werde allerdings wohl nicht reichen. Zunächst sind Überwachungskameras im Bermudadreieck und in der unteren Bertoldstraße vorgesehen. Von der Öffentlichkeit praktisch unbemerkt, aber ebenfalls im Gesamtpaket enthalten waren Projekte zur Sicherheit in Schulen und Kitas, im öffentlichen Personennahverkehr sowie für städtische Mitarbeitende. Themen sind hier ebenfalls Videoüberwachung, aber auch Schulungen oder die Vereinheitlichung von Notfallplänen.

Noch kein großer Erfolg ist leider das im Dezember eingeführte Frauennachttaxi. Vor allem der wenig attraktive Abfahrtsort hinter dem Karlsbau und das vergleichsweise komplizierte Ticketsystem – Fahrkarten müssen vorab oder per VAG-App gekauft werden – sorgen momentan noch für sehr geringe Nutzerinnenzahlen. Besserung ist allerdings in Sicht: Nach Fertigstellung der Haltestellen im Friedrichring Ende des Jahres ziehen die Nachttaxis dorthin um. Außerdem können die Fahrkarten dann auch am Automaten erworben werden.

Einigkeit bestand in der Einschätzung, dass trotz aller Bemühungen Vorfälle wie jüngst die Vergewaltigung einer jungen Frau im Colombi-Park kaum zu verhindern seien. „Hundertprozentige Sicherheit wird es nicht geben“, so Stefan Breiter. Dennoch müsse es das Ziel sein, dass sich alle – Männer wie Frauen – ohne Angst in Freiburg bewegen können.

Kontakt

Kommunale Kriminalprävention
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Telefon 0761 201-4880
Fax 0761 201-3113

Download

Anlaufstellen
Gewaltprävention und Opferschutz
Download (1,77 MB)