FreiburgRESIST Systementwicklung

Systementwicklung

Digitalisierung und Vernetzung für mehr Sicherheit bei Großveranstaltungen

Großveranstaltungen in der Freiburger Altstadt bringen ein vielfältiges Miteinander von Menschen, Kultur und Verwaltung mit sich – stellen aber auch komplexe Herausforderungen an das Sicherheitsmanagement. Häufig basieren Sicherheitskonzepte auf veralteten Vorlagen, und die Abstimmung zwischen Veranstalter*innen und Behörden erfolgt bislang zumeist fragmentiert und ineffizient. Hier setzt FreiburgRESIST an, um durch moderne digitale Werkzeuge und vernetzte Prozesse eine bessere, koordinierte Gefahrenabwehr zu ermöglichen.

Innovative Plattform für Planung, Koordination und Auswertung

Das Herzstück des Projekts ist eine digitale Plattform, die alle Phasen einer Großveranstaltung abdeckt: von der Planung über den Echtzeit-Einsatz bis zur systematischen Nachbereitung. Veranstalter*innen können Sicherheitskonzepte und Lagepläne direkt in einer webbasierten Anwendung mit interaktiven Karten erstellen und durch integrierte Simulationen – etwa von Evakuierungen – validieren. Während der Veranstaltung bildet die Plattform ein gemeinsames Lagebild, das Echtzeitdaten aus verschiedenen Sensorquellen bündelt und den beteiligten Behörden einen transparenten Informationsaustausch ermöglicht. Nach dem Event dienen die gesammelten Daten als Grundlage für die Auswertung und Optimierung zukünftiger Sicherheitsstrategien.

Planungstool: Sicherheit beginnt mit guter Vorbereitung

Das Planungstool unterstützt Veranstaltende und Behörden bei der Erstellung und Anpassung von Sicherheitskonzepten auf einer intuitiven, webbasierten Plattform. Interaktive Karten und integrierte Geodaten erleichtern die Visualisierung von Veranstaltungsorten, Fluchtwegen und Sicherheitszonen. Simulationen von Evakuierungen und Gefahrenlagen helfen, verschiedene Szenarien durchzuspielen und so potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Durch die Versionierung können Konzepte transparent angepasst und jederzeit nachvollzogen werden.

Einsatztool: Ein Lagebild für alle in Echtzeit

Während der Veranstaltung dient das Einsatztool als zentrales Kommunikations- und Steuerungsmedium. Es bündelt Echtzeitdaten, etwa aus Sensornetzwerken zur Erfassung von Personenströmen, und stellt diese in einem gemeinsamen Lagebild allen beteiligten Behörden und Einsatzkräften zur Verfügung. Ein digitales Einsatztagebuch ermöglicht die lückenlose Dokumentation von Ereignissen, Maßnahmen und Entscheidungen. So werden schnelle Reaktionszeiten und eine effiziente, organisationsübergreifende Zusammenarbeit gewährleistet.

Nachbereitungstool: Lernen aus Erfahrung - für die nächste Veranstaltung

Das Nachbereitungstool nutzt alle im System gesammelten Daten, um Veranstaltungen umfassend auszuwerten. Personendatenströme, Einsatzmaßnahmen und Simulationsergebnisse werden systematisch analysiert, um Schwachstellen zu identifizieren und zukünftige Sicherheitskonzepte zu verbessern. Die Plattform unterstützt zudem eine kontinuierliche Resilienzmessung, die es ermöglicht, den Sicherheitsstatus von Veranstaltungen zu bewerten und nachhaltige Optimierungen zu fördern.

Technische Merkmale und Architektur von REMSY

REMSY basiert auf einer modularen, serviceorientierten Architektur, die eine Integration verschiedener Komponenten ermöglicht. Die Plattform nutzt moderne Webtechnologien und cloudbasierte Infrastruktur, um skalierbare und performante Anwendungen bereitzustellen. Durch eine offene Schnittstellenstruktur (APIs) kann REMSY nahtlos mit städtischen Geoinformationssystemen, Sensorplattformen und mobilen Endgeräten kommunizieren. Ein zentrales Datenmanagement gewährleistet die konsistente Erfassung, Verarbeitung und Analyse von Echtzeitdaten, während rollenbasierte Zugriffsrechte die Sicherheit und Datenschutzanforderungen erfüllen. So entsteht eine robuste technische Grundlage, die dynamische Anpassungen an unterschiedliche Einsatzszenarien und Benutzerbedürfnisse unterstützt.

Anwendungsbereiche von REMSY

REMSY kann vor allem in der Planung, Durchführung und Nachbereitung von Großveranstaltungen in urbanen Räumen mit komplexen Anforderungen an Sicherheit und Koordination eingesetzt werden. Denkbar ist die Nutzung etwa beim Freiburger Marathon, dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt oder Open-Air-Konzerten, bei denen hohe Besucherzahlen und enge Straßen besondere Herausforderungen für das Crowd-Management und die Gefahrenabwehr darstellen. Behörden, Veranstaltende und Einsatzkräfte könnten so Sicherheitskonzepte digital erstellen, Echtzeitinformationen austauschen und Evakuationssimulationen durchführen. Darüber hinaus ist REMSY darauf ausgelegt, auch bei anderen Gefahrenlagen wie Katastrophen oder größeren Menschenansammlungen im öffentlichen Raum unterstützend zu wirken und so zur Erhöhung der Resilienz kommunaler Sicherheitsstrukturen beizutragen.