Bundesprogramm „Offensive Frühe Chancen: „Schwerpunktkita Sprache und Integration” Programmlaufzeit 2011 – 2015

Kita Immergrün, Dieakonieverein im Diakonischen Werk Freiburg e.V.

Schwerpunkt der Offensive Frühe Chancen ist eine alltagsintegrierte und reflektierte sprachliche Bildung im Konzept der Einrichtung zu verankern und dabei insbesondere Kinder unter drei Jahren, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus bildungsfernen Familien zu berücksichtigen.

Die Freiburger Einrichtungen können mit Überzeugung von den positiven Effekten des Programms berichten und haben alle ihr Interesse bekundet, am Nachfolge-Programm "Sprachkitas" teilzunehmen.

Fotos der Abschlussveranstaltung

Abschlussveranstaltung am 25. November

Ort: Melanchthonsaal im Melanchthonweg 9, 79115 Freiburg

13.30 Uhr Come Together mit Bewirtung
14.00 Uhr Begrüßung durch das Träger-Netzwerk der Schwerpunkt-Kitas
Grußwort: Marianne Haardt Amtsleiterin Amt für Kinder, Jugend und Familie Stadt Freiburg
Vortrag „Ergebnisse des Bundesprogramms“ (832 KB)
Referentin: Nora Damme, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Pause  
  Marktplatz der Freiburger Schwerpunkt-Kitas
mit Einblicken in die Praxis alltagsintegrierter sprachlicher Bildung
Präsentation von Freiburger Ergebnissen durch das Träger-Netzwerk der Schwerpunkt-Kitas
„Durchgängige Sprachbildung in Freiburg“
Hartmut Allgaier,Leiter Freiburger Bildungsmanagement Stadt Freiburg
Ausblick und Verabschiedung
Träger-Netzwerk der Schwerpunkt-Kitas
17.30 Uhr Ende der Veranstaltung

In Freiburg nehmen 14 Kitas, davon vier Kita-Verbünde von sieben Trägern am Programm teil

  • AWO | Interkulturelles Kinder- und Familienzentrum
  • Caritas Freiburg | Kindertagesstätte Alban-Stolz
  • Caritas Freiburg | 2. Verbund: Arche Noah und Unserer Lieben Frau
  • Diakonieverein Südwest | Kita Violett und Familiennetzwerk
  • Diakonieverein des Diakonischen Werks | Verbund: Kita Immergrün, Familienzentrum Kita Wiesengrün, Kita Sonnenschein, Krippe Sonnenkäfer
  • Evangelische Gesamtkirchengemeinde | Ev. Kindergarten Tiengen, Ev. Zachäuskindergarten
  • Kath. Kirchengemeinde St. Konrad und St. Elisabeth | Verbund: Kindergarten St. Konrad und Kindergarten St. Elisabeth
  • Stadt Freiburg | Kindertageseinrichtung Landwasser

Das haben die Freiburger Einrichtungen durch die Teilnahme am Bundesprogramm erreicht

  • Eine freigestellte, zusätzlich qualifizierte Sprachexpertin, die das Kitateam vielfältig unterstützt.
  • Als Sprachexpertinnen in den beteiligten Einrichtungen konnten Fachkräfte unterschiedlicher Professionen gewonnen werden. So arbeiten neben Erzieherinnen auch Logopädinnen und Heilpädagoginnen in den Einrichtungen mit. Dies befördert den multidisziplinären Blick auf die Kinder.
  • Sprache ist durch die Fachkraft stärker im Bewusstsein der einzelnen KollegInnen verankert.
  • Alltagsintegrierte sowie individuelle Sprachangebote finden regelmäßig statt.
  • Veränderte Praxis im Aufnahmegespräch und der Eingewöhnungsphase: Die Sprachexpertin steht bereits hier den Eltern als Ansprechperson zur Verfügung und baut den Kontakt zu den Eltern auf.
  • Es hat sich ein bewussterer Umgang mit Sprache entwickelt – „Sprache ist alles”, gesprochenes Wort, Gestik, Mimik, Körpersprache (Auswirkungen im Rollenspielbereich), geschriebenes Wort (Schreibwerkstatt ist eingerichtet).
  • In einer Kita wurde mit Erfolg die gebärdenunterstützte Kommunikation eingeführt, die sich auch in der inklusiven Praxis bewährt hat.
  • Kollegiale Beratung konnte eingeführt werden.
  • Das Thema Sprachentwicklung und Sprachliche Bildung ist in den Teams präsent und verankert.
  • Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern pflegen wird als Bereicherung erlebt, z.B. Erarbeiten und Durchführen eines Elternabends gemeinsam mit einer Logopädin.
  • Die Eltern schätzen die Sprachexpertin als Ansprechpartnerin für Anliegen rund um die Sprachentwicklung ihrer Kinder und nutzen deren Angebote und Wissen.
  • Die Zusammenarbeit mit Eltern wurde intensiviert durch (interkulturelle) Projekte und neue Formen der Information.
  • Büchereien mit Bücherausleihsystem sind eingerichtet und eingeführt.
  • Eine Sprachwerkstatt („Kinderbüro”) ist eingerichtet und eingeführt.
  • Bücherkisten mit thematisch zum Bildungsbereich passenden Büchern sind in jedem Bildungsbereich installiert.
  • Eltern, Großeltern (deutsch- und mehrsprachig) stellen sich als Lesepaten zur Verfügung und Kinder sind stolz, wenn ihre Mama, Papa, Oma vorlesen, vor allem auch in der Landessprache.
  • Adressen von Anlaufstellen für Hilfestellungen und Beratung bei Sprachauffälligkeiten und anderen Auffälligkeiten werden angeboten.
  • Die Teilnahme ermöglicht die umfangreiche Qualifizierung der Teams.
  • Mit den Sachmitteln können Teamqualifizierungen und Anschaffungen finanziert werden. So wurden Fachbibliotheken eingerichtet, Teamfortbildungen und Coachings durchgeführt und Material für die sprachbildende Arbeit in der Kita angeschafft.
  • Regelmäßige Vernetzung der beteiligten Träger, Leitungen und Sprachexpertinnen durch regelmäßige Netzwerktreffen und gegenseitige Hospitationen.

Veränderungen in Bezug auf den bewussten sprachförderlichen Umgang mit den Kindern machen auch die folgenden Zitate aus den beteiligten Einrichtungen deutlich

  • Aus dem Team:
    „Es ist wertvoll eine Ansprechpartnerin zum Thema „Sprache” im Haus zu haben, die Hilfestellung und Tipps zu anfallenden Fragen geben kann.”
    „Wir haben festgestellt: Sprache kann gesteigert werden, Freude am Sprechen geweckt werden durch die eigene bewusste Haltung zum Thema Sprache.”
  • Rückmeldung einer Mutter:
    „Für uns ist sie [die Sprachexpertin] sehr kompetent und außerordentlich wichtig. In unserem Kindergarten werden so viele Sprachen gesprochen, dass es für die Kinder auch sehr wichtig ist eine fachkundige Ansprechpartnerin die sich nur mit dem Thema Sprache beschäftigt zu haben. Auch unsere Tochter hatte ein kleines Sprachproblem und sie hat uns im Laufe der Jahre viele Ratschläge und Tipps gegeben, wie wir Ihr spielerisch zur Seite stehen können. Es wäre für alle Kindergärten sinnvoll eine Sprachtherapeutin ein zusetzten, da sich diese Person nur auf die Sprache konzentrieren kann und so früh Sprachprobleme aufgedeckt werden.”
  • Eine Sprachexpertin:
    „Die Kollegen sprechen mich an, wenn was unklar ist, die Kollegen gehen mit mir die einzelnen Kinder durch die auffällig sind. Die Eltern kommen auch von sich aus auf mich zu, um Ihre Ängste mit mir zu besprechen (was Sprache angeht).”
  • Ein Träger:
    „Das Team hat eine sehr bewusste und sensible Sicht auf die Sprachentwicklung von Kindern entwickelt. Es ist eine sprachanregende Raumgestaltung entstanden, eine tolle Bibliothek mit Ausleihsystem. Die Kita hat dadurch eine Aufwertung bei den Eltern und im Umfeld erfahren. Wir wollen dieses Konzept auf unsere anderen Kitas übertragen, von daher wäre es wünschenswert diese Potenziale weiterhin nutzen zu können.”
  • Auch Kinder nehmen bewusst ihre Sprachentwicklung wahr:
    „Gell, das ist eine Drei, früher habe ich grei gesagt.”

Weiterführende Informationen

Vortrag

Hier können Sie die Präsentation zum Vortrag auf der Abschluss-Veranstaltung herunterladen (832 KB)