Schritt für Schritt zum Photovoltaikanlage

Bitte beachten Sie, dass die folgenden Angaben nur eine erste Hilfestellung und Anregung sein können, um Sie auf dem Weg zur Realsierung Ihres Vorhabens zu unterstützen. Die Angaben ersetzen in keinem Fall den Rat eines steuerlichen, rechtlichen oder technischen Fachmanns, den Sie im Zuge der Umsetzung in aller Regel in Anspruch nehmen sollten.

Vorbereitungsphase: Informationen sammeln

Vorbereitungsphase: Informationen sammeln

Im ersten Schritt sollten Sie Informationen zur Nutzung der Photovoltaik sammeln und das Thema auf die Tagesordnungsordnung der nächsten Eigentümerversammlung setzen lassen. Mit Hilfe des Portals FreeSun lässt sich schon im Vorfeld grob prüfen, ob die Ausrichtung des Dachs Ihres Hauses für die Nutzung von Sonnenenergie geeignet ist und das Dach auch bei verschiedenen Sonnenständen unverschattet bleibt. Zudem gibt es im Internet verschiedene Solarrechner, die eine erste grobe Einschätzung der potentiellen Produktionsmenge erlauben. Bei Häusern, die unter Denkmalschutz stehen oder eventuell zukünftig stehen werden, sollten Sie zudem das Gespräch mit dem Denkmalschutzamt suchen, um zu klären, ob und in welcher Form eine PV-Anlage überhaupt zulässig ist.

Tipp: Es ist hilfreich, wenn Sie vor der Eigentümerversammlung mit dem Verwalter (falls vorhanden) und möglichst vielen Eigentümern Vorgespräche führen und das Vorhaben bereits grob skizzieren.

Beschlussvorlage zur ersten Eigentümerversammlung

Beschlussvorlage zur ersten Eigentümerversammlung

Auf Basis Ihrer Informationen und Einschätzung der Dacheignung bereiten Sie einen Beschlussantrag vor, der den Verwalter oder Beirat ermächtigt, mindestens drei Angebote zur Installation einer PV-Anlage einzuholen. Die Angebote sollten auch die Möglichkeiten der Energiespeicherung aufzeigen, die dazu beitragen den Eigenverbrauch zu erhöhen.

Erste Eigentümerversammlung: Einholung von Angeboten beschließen

Erste Eigentümerversammlung: Einholung von Angeboten beschließen

Die Eigentümerversammlung beschließt, den Verwalter oder Beirat mit der Einholung von mindestens drei Angeboten zur Installation einer PV-Anlage zu beauftragen. Falls ein Verwalter vorhanden ist, empfiehlt es sich, ein Unterstützungskreis einzurichten, der ihn bei der Auswahl von Angeboten unterstützt.

Beschlussvorlag zur zweiten Eigentümerversammlung

Beschlussvorlag zur zweiten Eigentümerversammlung

Auf Basis der Angebote wird Kostenrahmen, Energieproduktion und Wirtschaftlichkeit dargelegt sowie ein Vorschlag zur Beauftragung der Installation erarbeitet. Zusätzlich wird dargelegt, wie viel die WEG zusätzlich zu den vorhandenen Rücklagen als Sonderumlage aufbringen muss und/oder ob ein Darlehen aufgenommen werden soll.

Tipp: Nicht nur Privatpersonen sondern auch die WEG als solche kann z. B. ein KfW-Darlehen beantragen. Die Kreditaufnahme wird in Baden-Württemberg dadurch erleichtert, dass WEG für ihre Darlehen eine Bürgschaft der Landesbank Baden-Württemberg in Anspruch nehmen können. Im Innenverhältnis haftet dennoch jeder für den anderen. Darauf sollte in der Versammlung unbedingt hingewiesen und ins Protokoll mit aufgenommen werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Zweite Eigentümerversammlung: Beauftragung der Installation und Entscheidung zum Betrieb

Zweite Eigentümerversammlung: Beauftragung der Installation und Entscheidung zum Betrieb

Zuerst werden die verschiedenen Angebote durch den Verwalter oder Beirat vorgestellt. Anschließend wird ein Angebot ausgewählt und die Installation sowie das Finanzierungsmodell beschlossen. Soll der Strom nur ins Netz eingespeist werden, sollte der Beschluss allstimmig sein. Ist ein Eigenverbrauch vorgesehen, dann reicht mit großer Wahrscheinlichkeit eine doppelt qualifizierte Mehrheit der Eigentümer, da der Eigenverbrauch des Solarstroms eine Reduzierung des Primärenergieverbrauchs mit sich bringt und die Installation damit im Sinne des WEG-Rechts als Modernisierung angesehen wird. (Weitere Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen finden Sie hier.)

Es ist ratsam, die Investition in die PV-Anlage auch für den Fall eines Eigentümerwechsels rechtlich abzusichern. Hierfür sollte die die Teilungserklärung/ Gemeinschaftsordnung der Eigentümergemeinschaft hinsichtlich der beschlossenen Maßnahmen (sowohl in technischer wie auch in finanzieller Hinsicht) entsprechend ergänzt werden. Dies setzt die Mitwirkung sämtlicher Eigentümer voraus.

Unabhängig von der Entscheidung, die Anlage zu installieren, müssen sich die Eigentümer außerdem darauf einigen, wie die Anlage betrieben werden soll. Insbesondere wenn der produzierte Strom auch selbst genutzt werden soll, müssen einige rechtliche Grundlagen geschaffen und Vorbereitungen getroffen werden. Um das weitere Vorgehen möglichst zeiteffizient zu gestalten kann die WEG beschließen, die Verantwortung für die nächsten Schritte an den Verwalter und/oder einen Beirat abzugeben. Folgende Aufgaben können mit entsprechenden Vollmachten zum Beispiel übertragen werden:

  • Beauftragung eines Anwalts für die rechtliche Ausgestaltung des Eigenverbrauchs
  • Beauftragung eines Steuerberaters für steuerliche Ausgestaltung
  • Zinsgünstige Kredite beantragen
  • Verträge zwischen Stromverbraucher und Anlagenbesitzer abschließen
  • externe Verträge abschließen (Zusatzstrom, Einspeisung)
  • Anmeldungen (Netzbetreiber, Finanzamt etc.)

Hinweis: Stimmt die Eigentümerversammlung dem Vorschlag nicht zu, eine eigene PV-Anlage zu errichten, können die Dachflächen auch vermietet werden – entweder an einer der Miteigentümer oder an jemand Dritten, zum Beispiel eine Energie-Genossenschaft. In der Regel erhält die WEG dafür Pachteinnahmen im einstelligen Prozentbereich bezogen auf die Einnahmen aus dem Stromverkauf.

Einweihungsfest

Einweihungsfest

Nach Fertigstellung der Anlage kann ein Einweihungsfest die Identifikation der Eigentümer und – falls vorhanden – Mieter des Hauses mit der Solaranlage steigern und sie zu Multiplikatoren dieser Umwelttechnik machen. Sind Planer und/oder der ausführende Handwerksbetrieb dabei, bietet sich eine Einführung in die Anlagentechnik an.