Das 1 x 1 der Solarthermie

Wie funktioniert's

Wie funktioniert's

Solaranlagen wandeln Sonnenergie in Wärme um. Sie bestehen aus Kollektoren auf dem Dach oder in der Fassade, einem Speicher und einer Heizung, die Wärme liefert, wenn die Sonne – wie zum Beispiel im Winter – nicht ausreichend stark scheint.

Kollektoren sammeln die Wärme der Sonne. Röhrenkollektoren sind dabei ertragreicher aber auch teurer als Flachkollektoren. Eine Flüssigkeit transportiert die Wärme über Kupferleitungen zum Speicher. Die abgekühlte Flüssigkeit fließt zum Kollektor zurück und schließt so den Solarkreis. Im Speicher gibt die Flüssigkeit ihre Wärme über einen so genannten Wärmetauscher an das Trinkwasser und gegebenenfalls an den Heizkreislauf ab.

Die Größe einer Solaranlage hängt davon ab, ob nur Wasser erwärmt oder zusätzlich auch die Heizung unterstützt werden soll. Pro Person ist bei der Wassererwärmung je nach Verbrauch etwa ein Quadratmeter Kollektorfläche nötig. Um zusätzlich die Heizung zu unterstützen, benötigt man etwa das Doppelte.

Quelle: Agentur für erneuerbare Energien, Berlin

Beitrag zum Klimaschutz

Beitrag zum Klimaschutz

Nach Berechnungen des Öko-Instituts fallen je Kilowattstunde Wärme bei einem Heizölkessel ohne Brennwerttechnik bis zu 376 Gramm Kohlendioxid-Äquivalente an. Bei einem Erdgaskessel sind es bis zu 290 Gramm. Bei einer Solarthermie-Anlage mit Flachkollektor sind es hingegen nur 44, bei einem Vakuumröhrenkollektor sogar nur 25 Gramm. Die energetische Amortisationszeit einer thermischen Solaranlage – also die Zeitspanne, bis die Solaranlage so viel Energie erzeugt hat, wie zu ihrer Herstellung benötigt wurde – beträgt zwischen einem halben und zweieinhalb Jahren.

Wie sehen die baulichen Voraussetzungen aus?

Wie sehen die baulichen Voraussetzungen aus?

Im Idealfall verfügt das Gebäude über eine Zentralheizung, zum Beispiel einen Öl- oder Gaskessel, eine Wärmepumpe oder eine Biomasseheizung. Außerdem muss die Statik des Dachs die zusätzliche Last der Kollektoren tragen können. In den nächsten 20 bis 25 Jahren sollte zudem keine Dachsanierung anstehen. Eine erste Abschätzung, ob Ihr Dach geeignet sein könnte, erhalten sie mit Hilfe des kostenlosen städtischen Angebots FreeSun

Der Kollektor sitzt meist auf dem Dach oder ist in die Dachfläche integriert. Auch Flachdächer und Fassaden eignen sich für solarthermische Anlagen. Ist ein Haus denkmalgeschützt, müssen die Kollektoren genehmigt werden. Dabei spielen unter anderem der Denkmalwert des Gebäudes, die Größe der Anlage und die farbliche Gestaltung der Dachfläche eine Rolle. Der Kollektor kann von Osten bis Westen ausgerichtet sein. Optimal ist eine Ausrichtung nach Süden. Für Warmwasser-Systeme sind Neigungswinkel zwischen 30 und 45 Grad optimal, für Systeme zu Heizungsunterstützung eine stärkere Neigung. Bei flachen Dächern kommen Aufständerungen zum Einsatz.

Die Kollektoren benötigen eine Fläche, die sich für die reine Wassererwärmung nach einer Faustregel berechnen lässt: Multipliziert man die Anzahl der Hausbewohner mit einem Wert zwischen 0,5 und 1, erhält man die ungefähre Fläche in Quadratmetern. Für die Heizungsunterstützung muss von der doppelten Fläche ausgegangen werden. Im Haus muss außerdem ausreichend Platz für den Speicher vorhanden sein. Das Volumen in Litern lässt sich grob bestimmen, indem man die geschätzte Kollektorfläche mit 50 multipliziert.

Wie wirtschaftlich ist die Solarwärme?

Wie wirtschaftlich ist die Solarwärme?

Für eine erste Schätzung lässt sich mit Kosten von 1.000 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche kalkulieren. Darin enthalten sind die Kosten für den Speicher- und Heizungsanschluss, die Montage und die Mehrwertsteuer Die Fördermöglichkeiten sind bereits abgezogen. Mit der Anlagengröße sinken die spezifischen Kosten.

Vermieter können die Solarwärme ihren Mietern zwar nicht in Rechnung stellen, auf dem freien Wohnungsmarkt können sie jedoch über eine so genannte Modernisierungsumlage die jährliche Miete um elf Prozent der aufgewendeten Kosten erhöhen. Alternativ kann der Vermieter die Miete bis zur so genannten Vergleichsmiete anheben. Beide Möglichkeiten lassen sich miteinander kombinieren, sofern die Kosten nicht doppelt berücksichtigt werden. Außerdem können die Investitionskosten steuerlich abgesetzt werden. Manche Vermieter können auch die bei der Installation einer Solarwärmeanlage anfallende Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Mieter sowie Eigentümer, die ihre Wohnung selbst nutzen, profitieren andererseits von der Heizkostenersparnis. Je höher die Kosten für konventionelle Wärme aus Öl oder Gas steigen, desto größer fallen die Einsparungen aus.

Ob eine Solarthermieanlage während ihrer Lebensdauer mehr Kosten einspart als sie verursacht (hat) – also wirtschaftlich ist -, lässt sich pauschal nicht sagen. Ein wichtiger Faktor ist die zukünftige Entwicklung der Energiepreise. Zudem kommt es natürlich auf den Anschaffungspreis für die Solaranlage an. Im Ergebnis kann sich eine Anlage bereits nach zehn Jahren amortisiert haben oder aber wird es während ihrer Lebensdauer nie tun. In jedem Fall ist es eine Investition mit langfristiger Perspektive. Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie welche Faktoren Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben, können Sie hier eigene Berechnungen mit Hilfe einer Vorlage des Umweltinstituts München anstellen.

Welche Förderungen und Finanzierungsinstrumente gibt es?

Welche Förderungen und Finanzierungsinstrumente gibt es?

Für Anlagen unter 40 Quadratmeter Kollektorfläche gewährt das Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des so genannten Marktanreizprogramms (MAP) Zuschüsse. Als Basisförderung sind 90 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche für Anlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung vorgesehen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Für Anlagen mit mehr als 40 Quadratmeter Kollektorfläche gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des KfW-Programms "Erneuerbare Energien" zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse von bis zu 40 Prozent. In Baden-Württemberg werden die Zinsen zusätzlich abgesenkt, wenn der Antrag für die KfW-Programme bei der L-Bank erfolgt. Weitere Informationen zur KfW finden Sie hier, zur L-Bank hier.

Wie hoch das Kreditvolumen oder die Förderung ausfällt, hängt davon ab, was für eine Anlage installiert und welche zusätzlichen Einspar-Maßnahmen umgesetzt werden. Die Zinssätze richten sich nach der Bonität des Kreditnehmers.

Eine Ausnahme bilden Solarwärmeanlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser, die auch bei einer Kollektorfläche von über 40 Quadratmeter durch das BAFA gefördert werden. Anlagen, die mindestens drei Wohneinheiten versorgen und mehr als 20 Quadratmeter Kollektorfläche haben, können eine Innovationsförderung in Anspruch nehmen. Für Solarwärmeanlagen unter 40 Quadratmeter Kollektorfläche in Neubauten und zur reinen Wassererwärmung gibt es keine Basisförderung mehr.