Schritt für Schritt zum eigenen Blockheizkraftwerk

Bitte beachten Sie, dass die folgenden Angaben nur eine erste Hilfestellung und Anregung sein können, um Sie auf dem Weg zur Realisierung Ihres Vorhabens zu unterstützen. Die Angaben ersetzen in keinem Fall den Rat eines steuerlichen, rechtlichen oder technischen Fachmanns, den Sie im Zuge der Umsetzung in der Regel in Anspruch nehmen sollten.

Vorbereitungsphase: Informationen sammeln

Vorbereitungsphase: Informationen sammeln

Vor der Eigentümerversammlung sollten Sie erste Informationen einholen, das Thema vorbereiten und es auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung setzen lassen.

Tipp: Es ist hilfreich, wenn Sie mit dem Verwalter (falls vorhanden) und möglichst vielen Eigentümern Vorgespräche führen und das Vorhaben bereits grob skizzieren.

Erste Eigentümerversammlung: Vor-Ort-Check beauftragen

Erste Eigentümerversammlung: Vor-Ort-Check beauftragen

Ziel dieser Eigentümerversammlung ist die Beauftragung eines professionellen Vor-Ort-Checks, bei dem geprüft wird, ob der Einsatz eines BHKWs überhaupt wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.

Beschlussvorlage zur zweiten Eigentümerversammlung

Beschlussvorlage zur zweiten Eigentümerversammlung

Ist der Vor-Ort-Check positiv verlaufen, sollten Verwalter/in und/oder Beirat Contracting-Angebote einholen. Im Rahmen eines Contractings wird das BHKW von einem Dritten gebaut, finanziert und betrieben. Mit den eingesparten Energiekosten wird die Investition abbezahlt. Auf Basis der Angebote wird eine Entscheidung der WEG darüber vorbereitet, ob das BHKW selbst betrieben werden soll oder von einem Contracting-Dienstleister.

Zweite Eigentümerversammlung: Contracting oder selbst betreiben?

Zweite Eigentümerversammlung: Contracting oder selbst betreiben?

Bei dieser Versammlung sollte sich die WEG entscheiden, ob sie das BHKW selbst bauen und verwalten möchte oder dies einem Contracting-Dienstleister überlässt. Bei Bedarf kann dieser zur Versammlung eingeladen werden und das Angebot erläutern. Wenn sich die WEG für ein Contracting entscheidet, übernimmt der Dienstleister alle nachfolgend aufgeführten Schritte!

Tipp: Ist der Contracting-Dienstleister eine Genossenschaft, können sich Eigentümer und Mieter an der Genossenschaft beteiligen und so mitbestimmen und mitprofitieren.

Wenn sich die WEG dazu entscheidet, selbst das BHKW zu bauen, ist der nächste Schritt, ein detailliertes Energiekonzept mit Wirtschaftlichkeitsanalyse in Auftrag zu geben. Bis 31.08.2014 kann dafür bei der Stadt Freiburg noch ein Zuschuss über max. 1.200 Euro beantragt werden.

Möglichst alle einbinden - eine Kellerparty kann helfen

Möglichst alle einbinden - eine Kellerparty kann helfen

Am wirtschaftlichsten kann ein BHKW dann betrieben werden, wenn die Bewohner des Hauses so viel Strom wie möglich selbst verbrauchen (so genannte „Eigenstromerzeugung“). Deshalb ist es wichtig, auch die Mieter des Hauses so früh wie möglich einzubinden. Bei einer Kellerparty beispielswiese kann man das Vorhaben erläutern, sie zum Mitmachen bei der eigenen Stromerzeugung mit BHKW motivieren und von Ihnen eventuell schon eine Absichtserklärung zum Eintritt in eine so genannte Eigenstrom-GbR erhalten.

Beschlussvorlage zur dritten Eigentümerversammlung

Beschlussvorlage zur dritten Eigentümerversammlung

Sie wird je nach WEG durch den Verwalter und/oder Beirat vorbereitet und zeigt den groben Kostenrahmen, Energieeinsparung und Wirtschaftlichkeit eines BHKWs auf. Zusätzlich wird dargelegt, wie viel die WEG zusätzlich zu den vorhandenen Rücklagen als Sonderumlage aufbringen muss und/oder ob ein Darlehen aufgenommen werden soll.

Tipp: Nicht nur Privatpersonen sondern auch die WEG als solche kann z. B. ein KfW-Darlehen beantragen. Die Kreditaufnahme wird in Baden-Württemberg dadurch erleichtert, dass WEG für ihre Darlehen eine Bürgschaft der Landesbank Baden-Württemberg in Anspruch nehmen können. Im Innenverhältnis haftet dennoch jeder für den anderen. Darauf sollte in der Versammlung unbedingt hingewiesen und ins Protokoll mit aufgenommen werden. Weitere Informationen finden Sie hier

Dritte Eigentümerversammlung: Grundsatzbeschluss

Dritte Eigentümerversammlung: Grundsatzbeschluss

Zuerst wird das Energiekonzept durch den Energieberater erläutert und anschließend ein Grundsatzbeschluss zur Realisierung des BHKWs gefasst (Bau, Vermietung, Strom-Eigenerzeugung). Außerdem wird die konkrete Ausgestaltung der Finanzierung beschlossen. Nach Änderung des § 22 Abs. 2 S. 1 Wohnungseigentumsgesetz durch das am 1. Mai 2013 in Kraft getretene Mietrechtsänderungsgesetz kann der Einbau eines BHKW mit doppelt qualifizierter Mehrheit beschlossen werden, wenn durch den Einbau die Eigenart der Wohnanlage nicht geändert wird und kein Wohnungseigentümer gegenüber anderen unbillig beeinträchtigt wird. Eine doppelt qualifizierte Mehrheit besteht dann, wenn drei Viertel der stimmberechtigten Wohnungseigentümer zustimmen, die gleichzeitig zusammen mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile halten. (Weitere Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen finden Sie hier.)

Die WEG kann beschließen, die Verantwortung für das weitere Vorgehen an den Verwalter und/ oder Beirat abzugeben. Empfehlenswert ist ein Unterstützungskreis, der den Verwalter bei der Auswahl von Angeboten unterstützt. Folgende Aufgaben werden dem Verwalter und/oder Beirat mit entsprechenden Vollmachten übertragen (Reihenfolge ist wichtig!):

  • Beauftragung eines Dienstleister für Eigenstromerzeugungsmodell
  • Beauftragung eines Steuerberaters für juristische und steuerliche Ausgestaltung
  • Beauftragung der Planung (inkl. Ausschreibung) des BHKWs (-> Checkliste),
  • Einholung weiterer Angebote (Zusatzstrom, Gas, Finanzierung etc.)
  • Förderungen beantragen (z.B. BAFA-Miniprogramm, EWS-Zuschuss für Überschussstrom)
  • Gründung der Eigenstrom-GbR
  • Beitrittserklärungen der Mieter zur Eigenstrom-GbR einholen
  • Verträge zwischen Eigenstrom-GbR und Gebäudeeigentümer abschließen
  • Beauftragung BHKW
  • externe Verträge abschließen (Zusatzstrom, Einspeisung, Gasbezug)
  • Anmeldungen (BAFA, Netzbetreiber, Finanzamt)