Stadtbahn Messe

Planung

Das Plankonzept ist teilweise sehr anspruchsvoll, weil im vorgesehenen Gebiet viele verschiedende Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Zum einen der starke Kfz-Verkehr, viele Autofahrer nutzen die im Gebiet liegenden Straßen als Durchgangsstraßen, die Anwohner der Stadtteile Mooswald und Stühlinger nutzen sie rege und auch der Liefer- und Parkverkehr der Geschäfte trägt dazu bei. Die Berliner Allee ist neben der Paduaallee eine der wichtigsten Umgehungsachsen zur Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr.

Darüber hinaus treffen sich im Bereich der Breisacher Straße wichtige Radwege (Güterbahnradweg – Unikliniken, Fehrenbachallee – Unikliniken, Mooswald, Seepark, Sportstätten). Durch die neu geschaffenen oder im Bau befindlichen Einzelhandels- und Gewerbezentren (Elsässer Hof, Brielmann-Areal, Strohecker-Gelände und Hermann-Mitsch-Straße) entlang der Trasse wird der Fußgängerverkehr in diesem Bereich weiter an Bedeutung gewinnen.

Im Bereich der Madisonallee spielen vielfältige externe Vorgaben eine große Rolle, beispielsweise die Einhaltung der Vorschriften der Flugsicherheit im Bereich des Flugplatzes oder die vorhandenen Biotopflächen mit ihren Artenschutzvorgaben.

Ebenso muss ein leistungsstarker, verkehrssicherer und behindertengerechter Fußgängerzugang zum Messegelände gewährleistet sein.

Die Planungsziele

Durch den Bau der Stadtbahn Messe werden folgende wesentliche Ziele verfolgt:

  • Verbesserung der ÖPNV-Erschließung der Messe Freiburg und des Industriegebietes Nord, der Fakultät für angewandte Wissenschaften der Universität Freiburg, der Sportstätten im Westen und des Uniklinikums sowie der Stadtteile Stühlinger, Mooswald, Betzenhausen und Brühl/ Beurbarung
  • Schaffung eines verkehrssicheren, kreuzungsfreien und leistungsfähigen, sowie der Bedeutung der Messe entsprechend qualitätsvollen Fußgängerzugangs zum Messegelände, der den Grundsätzen der barrierefreien Planung entspricht
  • Anlage von behindertengerechten und sicheren Stadtbahnhaltestellen
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer (z.B. durchgehende Anlage von Radfahrstreifen/Radwegen, abschnittsweise breitere Gehwege)
  • Verbesserung der Verknüpfung Stadtbahn - S-Bahn
  • Aufwertung des Wohnumfeldes entlang der Stadtbahntrasse durch breitere Seitenräume und Begrünung
  • Unterstützung der städtebaulichen Neuordnung im Stadtteil Mooswald

Das Plankonzept

Mit dem Bau der Stadtbahn, die auf der kompletten Länge einen eigenen Gleiskörper erhält, werden auch die betroffenen Straßenzüge weitgehend umgestaltet und heutigen Anforderungen angepasst. So wird es endlich durchgängig komfortable und sichere Radwege geben.

Der für die Stadtbahn notwendige Neubau der Güterbahnbrücke in der Breisacher Straße ermöglicht künftig auch eine kreuzungsfreie Unterquerung des Güterbahnradweges. In der Breisacher Straße wird die Stadtbahn in der Straßenmitte geführt. Entlang des Klinikgeländes bleibt die Nordseite unverändert, sodass auch der heutige Baumbestand erhalten bleibt. Auf Höhe des Klinikboulevards liegt die erste Haltestelle, wodurch sich die ÖPNV-Erschließung des Klinikums für Besucher wie auch die mehrere Tausend Angestellten deutlich verbessert. Westlich der Haltestelle wird es eine ampelgeregelte Kreuzung geben, die sowohl für die private Killianstraße als auch den heutigen Klinik-Parkplatz sowie die geplante Kliniktiefgarage die Zu- und Abfahrt in alle Richtungen ermöglicht.

Das gilt nicht für die im weiteren Verlauf westlich der neuen Güterbahnbrücke einmündende Blücher- und Yorckstraße: Hier geht’s dann nur noch rechts raus, stadtauswärts ist dann eine Kopfwende auf Höhe der Killianstraße notwendig. Unmittelbar vor dem „Gässle“ der West-Arkaden folgt die nächste Haltestelle, die auch das künftige Verwaltungszentrum der Uni und das Hotel "Stadt Freiburg" erschließt.

Die geplante Streckenführung

Die Messelinie ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt: Der erste zweigt vom bestehenden Stadtbahnnetz an der Robert-Koch-Straße ab und führt über die Breisacher Straße und Berliner Allee zur Hermann-Mitsch-Straße. Der zweite Bauabschnitt soll später den Anschluss über die Breisacher- und Friedrichstraße zum Siegesdenkmal herstellen. Dieser Streckenabschnitt befindet sich allerdings noch in einem frühen Planungsstadium – insbesondere die extrem aufwändige Über- oder Unterquerung der Bahnlinie lässt keinen baldigen Baubeginn erwarten.

Aber auch beim ersten Bauabschnitt sind noch nicht alle Fragen geklärt. Knackpunkt ist die Streckenführung entlang der Madisonallee zwischen Messe und Flugplatz. Bislang war geplant, die Stadtbahn entlang der Emmy-Noether-Straße und des Messegeländes zur Endhaltestelle zu führen. Schwierigkeit bei dieser Variante ist die Überquerung der Madisonallee. Hier fordert die technische Aufsichtsbehörde einen beschrankten Bahnübergang, den Stadt und VAG aber ablehnen. Aktuell wird daher untersucht, die Linie durchgehend westlich und ohne Querung der Madisonallee zu führen. Diese Variante hätte den zusätzlichen Vorteil, eine Bedarfshaltestelle für den möglichen Stadionneubau im Wolfswinkel einzurichten.

Umweltbelange

Im Umweltbericht werden die Auswirkungen der geplanten Stadtbahn auf die Umwelt beschrieben und bewertet. Die Planer vermieden schädliche Auswirkungen so weit wie möglich und sahen zusätzlich Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen  vor, beispielsweise die Pflanzung neuer Bäume. Weil im direkten Umfeld der geplanten Stadtbahn nicht alle Eingriffe vollständig ausgeglichen werden können, wurde auf der Gemarkung Freiburg-Lehen ergänzend ein Ausgleichsgebiet in den Bebauungsplan aufgenommen.

Kosten

Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 38 Millionen Euro. 85 Prozent der zuschussfähigen Kosten übernehmen nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz Bund und Land – zusammen sind das rund 27,1 Millionen Euro. Die restlichen 10,9 Millionen Euro zahlen VAG und Stadt.

Kontakt

Projektleitung:

Freiburger Verkehrs AG
Ralph Uhle
Tel. 4511-239
ralph.uhle@vagfr.de

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