Baum des Jahres 2022

Rotbuche

Bereits seit 1989 wird jährlich der Baum des Jahres von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung ausgerufen. In diesem Jahr wurde erneut die Rotbuche (Fagus sylvatica) mit diesem Titel gekürt. Das ihr das nach 1990 bereits zum 2. Mal gelungen ist liegt sicher daran, dass sie nicht nur Deutschlands häufigste Baumart ist, sondern auch an der Tatsache, dass es nicht so gut bestellt ist mit dem Gesundheitszustand unserer Buchen, besonders der Altbestände. So haben Buchen sowohl im Wald als auch in Park- und Grünbeständen in den letzten Jahren stark unter Trockenperioden und Schädlingen gelitten.
Baumart mit vielen FacettenNichtsdestotrotz verbinden viele Menschen ganz eigene und sehr unterschiedliche Dinge mit diesem Baum der auch die „Mutter des Waldes“ genannt wird.
Von der Erfindung der Buchstaben als Runen, die in das harte schwere Holz der Buche geritzt wurden bis hin zu der Erinnerung an prächtige Einzelbäume wie die Bavariabuche, die hunderte von Jahreskalender zierte oder einen beeindruckenden Buchenhallenwald, der von den Menschen mit einer Kathedrale verglichen wird. Manch einer denkt zunächst aber auch einfach das heimischen Buchenparkett oder dem Brennholzscheit im Kaminofen.
Konkurrenzstarker BaumDie Buche ist nicht nur die bei uns häufigste Baumart, sondern auch eine der bekanntesten. Hätte der Mensch nicht in die Natur eingegriffen würde unser Wald bis auf Hochgebirgsregionen, Mooren und einigen weiteren Sonderstandorten heute vorwiegend aus Buchen bestehen. Sie ist eine sehr konkurrenzstarke, anpassungsfähige Baumart, die sich im Schatten verjüngt und dort auch viele Jahre im Unterstand verweilen kann, um dann wenn die Bedingungen günstig sind die Führung im Hochwald zu übernehmen.Die Rotbuche ist an sich eine Zeigerart für ein feucht gemäßigtes Klima, wie es bei uns normalerweise vorherrscht. Ob sie sich auch an die verändernden Bedingungen im Zuge des Klimawaldes anpassen kann, muss sich noch zeigen. Professor Dr. Roloff von der Forstbotanik der TU Dresden hält es jedoch nicht für unmöglich, dass neue Buchengenerationen besser mit den heißen trockenen Bedingungen zurechtkommen als die bisherigen Altbestände. Dieses hängt u.a. davon ab wie groß die genetische Variabilität einheimischer Buchenbestände ist. Erste Anzeichen deuten darauf hin dass hier noch Potential besteht.
HintergrundinformationenIhren Namen verdankt die Rotbuche nicht etwa von der Farbe ihrer Blätter, sondern dem leicht rötlich verfärbten Holz. Ihre Kulturform mit roten Blättern, die oft in Parks oder großen Gärten anzutreffen ist wird dagegen Blutbuche genannt.
Buchen können alte und mächtige Bäume werden, sie erreichen eine Höhe von 30-50m wobei die Krone fast so breit wie hoch werden kann. Der Stammdurchmesser kann im Freistand bis 2m betragen-. Auffällig ist auch die glatte Rinde in die schon die Generation unserer Vorfahren ihre Herzen oder Namenzüge geschnitzt hatten.Die Bäume blühen etwas ab dem 30. bis 50. Standjahr. Im Herbst entstehen aus den bestäubten Blüten die als Bucheckern bekannten Früchte. Sie dienen Mäusen, Wildschweinen und auch einigen Vögeln als energiereiche Nahrungsquelle. Umgekehrt fördern einige von Eichhörnchen oder Mäusen als Wintervorräte angelegte „vergessene“ Bucheckerndepots die Verbreitung der Bäume und damit die natürliche Verjüngung des Waldes.Das Holz findet neben dem begehrten Buchenbrennholz vor allem Verwendung in der Möbelindustrie oder zur Herstellung von Gebrauchsgegenstände oder Spielzeugen, Es dient zudem auch zur Herstellung von Viskose.
Kein anderer Baum findet so häufig Verwendung in Namen von Ortschaften wie die Buche. Allein in Deutschland gibt es 1567 Ortsnamen wie z.B: Buchholz, Schönbuch, oder Buchheim. Die Buche und Buchenwälder sind in vielen Gegenden unseres Landes ein Symbol für Heimat, Geschichte und Kultur. Sie stiften Identität, markieren den Lebensmittelpunkt der Menschen.

Jahr Dt. Name Bot. Name Standort Stadtteil
2010 Vogelkirsche Prunus avium ECA-Siedlung Weingarten
2011 Elsbeere Sorbus torminalis Eschholzpark Stühlinger
2012 Europäische Lärche Larix decidua Fritz-Ginter-Park Zähringen
2013 Wild-Apfel Malus sylvestris Boelckestraße Unterwiehre
2014 Trauben-Eiche Quercus petraea Bollerstaudenweg
Wendeschleife VAG
Rieselfeld
2015 Feld-Ahorn Acer campestre Alter Messplatz Oberwiehre/Waldsee
2016 Winter-Linde Tilia cordata Grünanlage Moosweiher Landwasser
2017 Fichte
Picea abies Teichanlage Günterstal
2018 Edelkastanie-Marone Castanea sativa Friedhofstraße Stühlinger
2019 Flatter-Ulme Ulmus laevis Dietenbachpark Weingarten
2020 Robinie Robinia pseudoacacia Pandemiebedingt keine Pflanzung  
2021 Stechpalme Ilex aqufolium Konrad-Günther-Park          
Wiehre
2022 Rotbuche sylvatica Alleengarten Innenstadt

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