Arbeitszeitmodelle

Gleitzeit

Gleitzeit heißt, dass die Beschäftigten in einem vorgegebenen Zeitrahmen selbst bestimmen können, wann sie arbeiten. Um die Anwesenheit aller Beschäftigten zu bestimmten Zeiten sicher zu stellen, definieren viele Unternehmen festgelegte Kernzeiten. Manche Unternehmen bieten Gleitzeit auch ohne Kernzeiten an. Um die Gleitzeitregelung möglichste effizient nutzbar zu machen, ist ein möglichst großes Arbeitszeitfenster z.B. von 6 Uhr bis 20 Uhr sinnvoll. Da die Beschäftigten flexibler auf die familiären Bedürfnisse reagieren können, kann Gleitzeit helfen, die Belastungen zu reduzieren. Erforderlich ist die Einrichtung eines Gleitzeitkontos, das die monatliche oder auch die jährliche Arbeitszeit steuert.

Vorteile für Unternehmen: Gleich bleibende Personalkapazitäten, längere Servicezeiten möglich, keine zusätzlichen Kosten, höhere Bindung der Beschäftigten.

Teilzeit

Wenn die Arbeitszeit kürzer ist als die betriebliche oder tarifliche Arbeitszeit der Vollzeitkräfte, handelt es sich um Teilzeitarbeit. Das Spektrum von Teilzeitarbeit reicht von wenigen Wochenstunden bis hin zu einer Arbeitszeit knapp unterhalb der betrieblichen Regelarbeitszeit. Teilzeitkräfte können regelmäßig (tägliche Stundenzahl) oder variabel (Monats- oder Jahresarbeitszeit) arbeiten. Teilzeitarbeit in Führungspositionen gewinnt in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung.

Weiterführende Informationen

Informationen über die verschiedenen Teilzeitmodelle finden Sie

Job-Sharing

Das Job-Sharing ist eine Form der Teilzeitarbeit. Hierbei teilen sich mindestens zwei Mitarbeiter/innen mit ähnlichen oder sich ergänzenden Qualifikationen einen Arbeitsplatz. Die Stundenanzahl der gemeinsamen Arbeitszeit legt das Unternehmen fest. Angestellte können sich zum Beispiel 60 Stunden teilen oder auch 40. Die Aufteilung der Aufgaben und Arbeitszeiten (innerhalb des gesetzlichen Rahmen) obliegt den Job-Sharern eigenverantwortlich.

Vorteile für Unternehmen: Mitarbeiterbindung.

Funktionszeit

Funktionszeiten sind Zeiten in denen die einzelnen Bereiche eines Betriebs funktionsfähig sind und die anstehenden Aufgaben erledigt werden. Sie dienen auch der internen und externen Ansprechbarkeit. Die Beschäftigten können die individuelle Verteilung ihrer Arbeitszeit in Absprache mit dem Team selbst festlegen. Im Mittelpunkt steht nicht die Anwesenheit der einzelnen Arbeitnehmenden, sondern das Arbeitsergebnis. Teilweise geben die Arbeitgeber vor, wie viele Beschäftigte in bestimmten Zeitabschnitten anwesend sein sollen.

Jahresarbeitszeit

Bei der Jahresarbeitszeit wird eine „Nettojahresarbeitszeit“ festgelegt. Die Beschäftigten bekommen die Beschäftigten die Möglichkeit, Plus- oder Minusstunden über einen längeren Zeitraum anzusammeln und anschließend zu pausieren bzw. auszugleichen. Der Ausgleich ist innerhalb eines Jahres möglich und wird mit dem Unternehmen abgestimmt. Bei Auftragsspitzen wird mehr gearbeitet, sonst weniger. Arbeitgeber wie Beschäftigte profitieren bei diesem Modell von der höheren Flexibilität. Dieses Modell lässt sich gut mit Teilzeitarbeit kombinieren.

Vorteile für Unternehmen: Große Auftragsschwankungen können gut abgefangen werden.

Vertrauensarbeitszeit

Die Vertrauensarbeitszeit beruht auf der eigenverantwortlichen Verteilung der individuellen Arbeitszeit durch die Beschäftigten. Dieses Arbeitszeitmodell ist rein ergebnisorientiert. Die termingerechte Erledigung der Arbeitsaufgeben steht im Vordergrund, nicht die Anwesenheit am Arbeitsplatz. Die Erfassung der Arbeitszeit dient in erster Linie der Information der Beschäftigten. Sie planen Arbeitszeit und Zeitausgleich eigenverantwortlich. Bei der Vereinbarung einer Vertrauensarbeitszeit ist die Aufzeichnungspflicht nach § 16 Abs.2 des Arbeitszeitgesetzes zu beachten.

Vorteile für Unternehmen: Imagegewinn als attraktiver und moderner Arbeitgeber. In den meisten Fällen, motiviert das hohe Maß an Eigenverantwortung die Mitarbeiter/innen und führt dazu, dass sie „über den Tellerrand hinaus“ denken.

Lebensarbeitszeit

Bei der Lebensarbeitszeit werden die Überstunden der Mitarbeiter/innen langfristig auf einem Zeitkonto gutgeschrieben. Die Überstunden können dann, je nach Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, blockweise, zum Beispiel für ein „Sabbatical“ oder einen frühen Renteneintritt, genommen werden. Zudem können Sie vorübergehende Teilzeitarbeit, zum Beispiel vor Renteneintritt, ermöglichen.

Vorteile für Unternehmen: Nachhaltiges Wissensmanagement. Vermeidung von Überstundenzuschlägen. Das Angebot über längere Zeiträume frei zunehmen, bindet Mitarbeiter und erleichtert die Rekrutierung (Stichwort: Attraktiver Arbeitgeber).

Flexible Pausenzeiten

Eine flexible Pausenregelung ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, die Arbeitszeiten zu flexibilisieren und den Beschäftigten eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Die Regelung erleichtert den Beschäftigten anstehende Termine besser zu bewältigen.
Der Betriebsrat hat ein Mitbestimmungsrecht bezüglich der Lage und der Dauer der Pausen (§ 87 Abs. 1 Nr.2 BetrVG).

Familienfreundliche Urlaubsregelungen

Die betriebliche Urlaubsplanung sollte Ferienzeiten der Kinder und Urlaubszeiten der Partner soweit es geht berücksichtigten. Erfolgt die Abstimmung im Team bleibt der personelle und zeitliche Aufwand gering.

Kontakt

Wirtschaftsförderung

Jessica Helmers

Tel. 0761/ 3881 - 1222
Fax 0761/ 3881 - 1299

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