Pressemitteilung vom 28. September 2022

Freiburg spart Energie: Martinstor, Bertoldsbrunnen und weitere Gebäude und Plätze werden nachts nicht mehr angestrahlt

  • Freiburg setzt schon seit langem auf energiesparende Technik
  • Münster wird aus Sicherheitsgründen weiter beleuchtet
  • www.freiburg.de/energiesparen bietet Tipps, Tricks und Links

Noch mehr als sonst ist Energiesparen das Gebot der Stunde. In Freiburg werden wegen der Energiekrise viele prominente öffentliche Gebäude und Plätze nicht mehr oder nur noch verkürzt beleuchtet. Eine interne Auswertung der Stadtverwaltung zeigt, dass damit die Hälfte des Stromverbrauchs eingespart wird.

Auch bekannte Bauwerke bleiben fortan nachts ohne Beleuchtung. Das Martinstor wird nicht mehr beleuchtet, der Bertoldsbrunnen folgt zeitnah. Abgeschaltet wurden die Lichter bereits für das Schwabentor, das Rathaus (von der Rathausgasse aus), das Stadttor in Günterstal, das Haus Walfisch in der Franziskanerstraße, die Kirche Dürleberg und den Brunnen am Rathausplatz. Auch die Baumstrahler im Stadtgarten und um das Rathaus im Stühlinger machen Pause, ebenso die Beleuchtung der Sitzflächen am Zollhallenplatz und in der Eugen-Martin-Straße (Güterhallen). Die Herz-Jesu-Kirche im Stühlinger wird nur noch bis 23 Uhr beleuchtet.

Einige Orte bleiben dagegen aus Sicherheitsgründen illuminiert. Dazu zählen der Platz der Alten Synagoge, das Colombischlössle, der Innenhof des Rathauses in der Innenstadt und das Münster. So ist die Beleuchtung des Münsters die Hauptlichtquelle für den gesamten Münsterplatz; ohne sie läge er im Dunklen.

Einen Überblick aller Sparmaßnahmen der Verwaltung bietet das neu eingerichtete Online-Portal www.freiburg.de/energiesparen. Hier stehen zusätzlich auch hilfreiche Informationen, Tipps, Tricks und Links zum Energiesparen.

Zudem verweist die Stadtverwaltung darauf, dass Freiburg bereits seit vielen Jahren auf moderne Technik und Energieeffizienz setzt. Deshalb ist der Einspareffekt in Kilowattstunden jetzt geringer als in anderen Kommunen. Das liegt daran, dass Freiburg von einem sehr niedrigen Energieverbrauch heraus startet (siehe beigefügte PM vom 12. April 2017).

Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 12. April 2017

Das Freiburger Münster erstrahlt in hellerem Glanz. Neueste Technik mit variabler Lichtstärkeregelung eingebaut

Das Freiburger Münster erstrahlt ab sofort in hellerem Glanz. Um ihr Wahrzeichen wieder ins rechte Licht zu rücken, hat die Stadt Freiburg in den letzten zwei Monaten die Anstrahlung des Münsters erneuert. So wurden alle 119 Strahler gegen neueste LED-Strahler ausgewechselt. 55 Bodenstrahler sind rund ums Gebäude, weitere 64 Strahler am Münster selbst und auf den umliegenden Dächern angebracht. Die vorhandene Infrastruktur konnte genutzt werden, so dass keine Erdarbeiten und kein Neuverlegen von Kabeln nötig war.

„Mein Dank gilt vor allem der Dompfarrei. dem Münsterbauverein, dem Erzbischöflichen Ordinariat und den Hauseigentümern, die uns erlaubt haben, die Strahler auf ihren Privatdächern anzubringen“, so Erster Bürgermeister Otto Neideck. „Das Münster mit seiner neuesten LED-Technik wird für viele Städte eine Anregung sein, ebenfalls in eine effizientere Beleuchtungstechnik zu investieren.“

Vor fünf Jahren, im Dezember 2012, konnte das Münster als erste deutsche Großkirche mit der damals neuesten LED-Technik angestrahlt werden. Realisiert werden konnte dies aufgrund einer 100prozentigen Finanzierung durch einen Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, bei dem Freiburg eine von 10 Gewinnerinnen aus insgesamt 141 Bewerbern war.

Hintergrund dieses Wettbewerbes „Kommunen in neuem Licht“ war es, die LED-Technik im öffentlichen Raum zu forcieren. Freiburg war eine der ersten Städte, die als „Beleuchtungs-Modellstadt“ für andere Kommunen fungierte. Da zu dieser Zeit für das Münster noch keine Standardstrahler mit LED lieferbar waren, wurden spezielle Prototypen gefertigt. Leider hat sich herausgestellt, dass sie noch nicht ausgereift war. So fielen einige Strahler bereits nach kurzer Zeit durch eindringendes Kondenswasser aus, und vor allem der Münsterturm konnte durch die geringe Lichtstärke der LED-Strahler aus größerer Entfernung nicht mehr gut gesehen werden.

Andere LED-Projekte, die durch den Bundeswettbewerb realisiert werden konnten, wie der neu beleuchtete Rathausplatz, der Austausch ganzer Leuchten durch neue LED-Leuchten in Schiff-, Herren- und Merianstraße sowie im Stadtgarten oder der Austausch von Innenteilen in den historischen Leuchten, wie in der Kaiser-Joseph-Straße, bewähren sich dagegen bis heute.

Obwohl die bisherige Anstrahlung des Münsters auch schon mit energiesparender LED-Technik versehen war, können durch die Umrüstung nochmals 65 Prozent eingespart werden – bei mehr Helligkeit als zuvor. Insgesamt strahlen die sparsamen LED-Strahler mit insgesamt 1.278 Watt, was eine Energiekosteneinsparung von rund 2.200 Euro jährlich und eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 7 Tonnen pro Jahr bedeutet. Die Neuinstallation hat 330.000 Euro gekostet und wurde von der Stadt bezahlt.

Veröffentlicht am 28. September 2022