Kaltwasserpools sollen Fischen helfen

Regierungspräsidium startet Pilotprojekt für kommende Niedrigwasserzeiten

Traktor in der Dreisam
Die Arbeiten für den Kaltwasserpool sind fast abgeschlossen (Foto: Seeger/Stadt Freiburg)

Hitze und Trockenheit stellen nicht nur für Menschen, sondern auch für Pflanzen und Tiere eine Bedrohung dar. Besonders gelitten haben in diesem Hitzesommer auch die Dreisamfische: Ihr Lebensraum wurde immer kleiner, wärmer und sauerstoffärmer. Viele Tiere haben das nicht überlebt. Abhilfe sollen Kaltwasserbecken schaffen – die Arbeiten an einem Pilotprojekt laufen.

Kaltwasserpools sind tiefe Stellen in der Gewässersohle, bei denen auch in Hitzesommern die Wassertemperaturen für Fische noch einigermaßen erträglich sind. Bereits im Januar hatte der Angelsportverein Freiburg mit dem Landesfischereiverband überlegt, wie und wo sich in der Dreisam die Bedingungen für kälteliebende Fischarten wie die Bachforelle oder die Äsche verbessern lassen. Die Idee, auf Höhe der Ganter-Brauerei eine „Cold-water Area“ mit begleitenden Fischunterständen zu schaffen, wurde anschließend gemeinsam mit dem für die Dreisam zuständigen Landesbetrieb Gewässer des Regierungspräsidiums ausgearbeitet und mit dem städtischen Umweltschutzamt beraten. Aktuell wird sie umgesetzt.

Dafür werden Wurzelstöcke, Dreiecksbuhnen aus Baumstämmen sowie ein Strömungstrichter aus großen Granitsteinen in der Dreisam eingebracht und mit Stahlankern und großen Holzpfählen in der Gewässersohle befestigt, damit sie bei Hochwasser nicht wegschwimmen. Diese Strömungslenkerverändern die Strömung und sorgen dafür, dass sich Kolken bilden, also Vertiefungen. An anderer Stelle bewirken sie, dass sich Sediment in Form von Kies- und Sandbänken ablagert. Die eingebauten Baumwurzeln bieten Fischen Schutz und Deckung vor Fressfeinden wie Graureiher und Kormoran. Der Erfolg des Umbaus soll über ein Monitoringprogramm überwacht und dokumentiert werden.

Neben Hitze und Trockenheit gibt es einen weiteren Stressfaktor: Die intensive Freizeitnutzung der Dreisam macht den Fischen ebenfalls zu schaffen. Das Regierungspräsidium regt daher an, das Baden in diesem Dreisamabschnitt bei
Niedrigwasser zu untersagen. Zuständig hierfür ist allerdings die Stadtverwaltung. Die Arbeiten im Flussbett der Dreisam zwischen der Leo-Wohleb-Brücke und der Fabrikstraße erstrecken sich auf rund 400 Metern. Die Kosten des Projekts in Höhe von rund 30 000 Euro über nimmt der Landesbetrieb. Der Angelsportverein Freiburg beteiligt sich mit rund 2000 Euro.

Dieser Artikel erschien in der Amtsblattausgabe Nr. 823, am 16.09.2022.

Veröffentlicht am 21. September 2022