10 Millionen kWh/a umweltfreundlicher Strom

Neues Power-Windrad für Freiburg

Zwei Männer und eine Frau vor zwei Windrädern
Ab 2024 soll ein neues Windrad am Schauinsland in Betrieb gehen. OB Horn und Bürgermeisterin Buchheit beim Ortstermin mit Geschäftsführer Markowsky auf der Holzschlägermatte. (Foto: Michael Spiegelhalter)

Es geht voran mit der Windenergienutzung in Freiburg. Die zwei 19 Jahre alten Windenergieanlagen (WEA) auf der Holzschlägermatte werden durch eine größere Anlage ersetzt, die doppelt so viel Strom erzeugen wird wie die beiden noch bestehenden WEA.

Statt knapp 5 Millionen Kilowattstunden jährlich (kWh/a) sind es künftig 9 bis 10 Millionen kWh/a umweltfreundlicher Stromproduktion, was dem Verbrauch von 3.500  Haushalten entspricht. Dafür hat die Stadtverwaltung nun die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt.

Dies ist ein Fortschritt für den Freiburger Klimaschutz. Das moderne Windrad wird ein neues, weit sichtbares Wahrzeichen für die Energiewende. Die Windkraft kann große Beiträge leisten und ich hoffe, dass wir noch an einigen Standorten neue Anlagen sehen werden.

Oberbürgermeister Martin Horn

Nach mehrjähriger Vorbereitung hatte die Ökostromgruppe Freiburg den über 1.000 Seiten dicken Genehmigungsantrag mit zahlreichen Fachgutachten eingereicht. Geschäftsführer Andreas Markowsky: "Das Genehmigungsverfahren war intensiv, jederzeit sachbezogen und konstruktiv". Er freue sich auch, dass damalige Vorurteile, z. B., dass die Windenergieanlage negative Auswirkungen auf den Tourismus im Schauinslandgebiet hätten, eindeutig durch die Besucherrekorde auf dem Berg widerlegt worden seien. Bauherrin der neuen Anlage wird die regiowind Freiburg KG sein, die von Ökostrom und badenova gemanagt wird und sich im Eigentum von fast 500 Bürgerinnen und Bürgern befindet.

Freiburg will bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 60 Prozent reduzieren und bis 2038 klimaneutral sein. Um dies zu erreichen, muss der Strombedarf bis 2030 u.a. zu 10 Prozent aus Windkraft gedeckt werden. Die Windenergie ist dabei die Erneuerbare Energie mit dem größten Ausbaupotential und der höchsten Flächeneffizienz. Das Repowering der Anlagen auf der Holzschlägermatte ist daher ein Meilenstein, um die Freiburger Klimaziele zu erreichen.

Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit

Mit den vorbereitenden Bauarbeiten soll im kommenden Winter begonnen werden. Die Investition von 7 Millionen Euro, die den Abbau der bestehenden Anlagen einschließt, wird durch Eigenkapital der Gesellschaft, Nachrangdarlehen interessierter Bürgerinnen und Bürger sowie zinsgünstige Darlehen eines lokalen Kreditinstituts dargestellt. Die Inbetriebnahme wird im Idealfall 2023, spätestens aber bis zum Sommer 2024 erfolgen. Dann leuchtet ein neues Wahrzeichen der Energiewende mit 229 Meter Gesamthöhe an windhistorischer Stätte in Freiburg.

Veröffentlicht am 16. September 2022