Nachbarschaftsrecht: Ist offenes Feuer im Garten erlaubt?

Gemeinsam mit Freunden rund um ein knisterndes Lagerfeuer im Garten sitzen - was gibt es Schöneres an einem lauen Sommerabend? Doch ist das überhaupt erlaubt?
 

Offene Lagerfeuer im Garten sind nicht erlaubt − es sei denn, Sie holen eine gesonderte Genehmigung vom Ordnungsamt Ihrer Gemeinde oder Stadtverwaltung ein.
 
Jede Gemeinde/Stadt hat hier ihre eigenen Regeln. Meistens kommt das Ordnungsamt direkt bei Ihnen vorbei, um sich die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen. Dabei schaut das Ordnungsamt genau darauf, ob die nötige Sicherheit gegeben ist und ob Sie genügend Abstand einhalten, in der Regel mindestens 10 Meter zum Nachbargrundstück, 50 Meter zu den nächsten Gebäuden, Plätzen oder Wegen und 100 Meter zu Wäldern. Wer ohne Genehmigung ein offenes Feuer im Garten macht, riskiert hohe Bußgelder.
 
Anders sieht die Lage aus bei Feuerkörben, Kaminen oder Grills im eigenen Garten: Diese sogenannten geschlossene Feuerstellen mit einer Größe von unter einem Meter sind erlaubt. Der Unterschied zu offenen Feuern: Sie werden nicht direkt auf dem Boden entzündet, sondern sind fest ummauert oder umfasst − und damit deutlich sicherer. Auch die maximale Größe von einem Meter soll der Sicherheit dienen und dafür sorgen, dass die Qualm- und Geruchsentwicklung nicht zu stark ist. Die Voraussetzung ist allerdings (und das sollte ohnehin selbstverständlich und in Ihrem eigenen Interesse sein), dass Sie sich an die gängigen Sicherheitsvorschriften halten und die Nachbarn nicht zu sehr beeinträchtigen.
 
Grills, Feuerschalen oder Feuerkörbe bis zu einem Meter Durchmesser sind erlaubt. Sie sind geschlossene und damit grundsätzlich unproblematische Feuerstellen.
 
Gesetzliche Regelungen bietet das Immissionsschutzgesetz. Im Nachbarschaftsrecht unterscheiden sich die Urteile je nach Richter sehr stark, wie häufig im Garten gegrillt oder gefeuert werden darf und was der Nachbar hinnehmen muss.

Veröffentlicht am 05. Mai 2022