Pressemitteilung vom 12. April 2022

Neues Konzept für mehr Sicherheit: Freiburgs Radfurten werden Rot

  • Dieses Jahr werden 33 Kreuzungen und 107 Einmündungen an fünf wichtigen Verkehrsachsen eingefärbt – weitere sollen folgen
  •  Fuß- und Radoffensive 2021/22

Rot ist Signalfarbe, ist gut sichtbar, schafft Aufmerksamkeit. Und diese Effekte sollen im Freiburger Radverkehr für mehr Sicherheit sorgen. Denn in Zukunft sollen noch deutlich mehr Radfurten rot eingefärbt werden. Das hat mehrere positive Effekte. So sehen Autofahrende schneller, dass hier Radverkehrswege entlangführen und sind entsprechend aufmerksamer. Radfahrende fühlen sich durch die auffällige Markierung sicherer und werden an unübersichtlichen Kreuzungen besser geleitet.

Eine Radfurt ist die mit weißen Strichen markierte Führung des Radverkehrs über eine Kreuzung. Rote Radfurten sind in Freiburg nicht neu. Seit vielen Jahren werden sie an Kreuzungen eingefärbt. Aber bislang eben nur punktuell, vor allem an Stellen, an denen auffällige Konfliktstellen zwischen Rad- und Kfz-Verkehr bestanden. Fortan sollen alle Radfurten entlang von Hauptverkehrsstraßen rot eingefärbt werden.

„Die roten Radfurten werden schon bald an vielen Orten der Stadt zu sehen sein. Wir schaffen mit dem neuen Konzept eine wiedererkennbare Systematik. Und damit sorgen wir nicht nur objektiv für mehr Verkehrssicherheit. Es wird auch ein besseres Sicherheitsgefühl vermittelt. Das ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Wahl des Verkehrsmittels geht. Denn nur dort, wo Leute sich ausreichend sicher fühlen, steigen sie auch auf das Fahrrad“, so Bau- und Mobilitätsbürgermeister Martin Haag

Radfurten werden zukünftig auf der gesamten Länge eingefärbt, nicht wie bisher nur ein potenzieller Konfliktbereich. Zudem ist geplant, Zufahrten zu vielfrequentierten Orten wie Tankstellen oder Supermärkten einzufärben. Darüber hinaus werden zukünftig auch weitere Elemente rot eingefärbt wie Fahrradweichen, Aufstellflächen für indirektes Linksabbiegen auf der Fahrbahn oder bevorrechtigte Radwege.

Das neue Konzept roter Radfurten wird zukünftig bei allen Umbauten berücksichtigt. Es werden aber nach und nach auch bestehende Radfurten nachträglich eingefärbt. Damit wird jetzt begonnen. Im Rahmen der Fuß- und Radoffensive, dem großen Investitionsprogramm für diesen Bereich, stehen dafür dieses Jahr rund 200.000 Euro zur Verfügung. Dabei werden die Radfurten an 33 Kreuzungen und 107 Einmündungen an zunächst fünf Verkehrsachsen rot eingefärbt: in der Schwarzwaldstraße, der Habsburger Straße, der verlängerten Bahnhofsachse (von der Kreuzung Stefan-Meier-Straße / Tennenbacher Straße im Norden bis zur Ortsgrenze Merzhausen im Süden), in Teilen der Eschholzstraße und in der Elsässer Straße von der Uniklinik bis zur Westrandstraße. In den Folgejahren soll das Programm fortgesetzt werden, damit auch bestehende Radfurten rot werden.

Mit den Arbeiten wurde bereits begonnen, sie dauern noch bis in den September. Weitestgehend abgeschlossen ist die Roteinfärbung in der Elsässerstraße. Anschließend werden die Markierungsarbeiten in der Eschholzstraße aufgenommen.

Hintergrund: zwei Dimensionen der Sicherheit

Bei der Verkehrssicherheit werden zwei Ebene unterschieden – die objektive und die subjektive Sicherheit. Die objektive Verkehrssicherheit bezieht sich auf quantifizierbare Indikatoren wie Unfallrate oder Unfalldichte. Hier geht es um die Anzahl und Schwere von Unfällen im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen.

Die subjektive Verkehrssicherheit beschreibt hingegen die Wahrnehmung aus der Sicht der Nutzenden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Roteinfärbungen im Radnetz sowohl zur objektiven als auch zur subjektiven Sicherheit beitragen.

Rote Radfurten sind Teil der Fuß- und Radoffensive. 2021 und 2022 werden 16 Millionen Euro investiert, es ist das größte Ausbau-Programm in diesem Bereich, das es jemals in Freiburg gegeben hat. Dabei wird der Straßenraum neu verteilt, Autospuren werden zu Radwegen, neue Fahrradwege werden gebaut. Kreuzungen werden sicherer, Radwege breiter und besser beleuchtet.

Veröffentlicht am 12. April 2022