Pressemitteilung vom 25. Januar 2022

Pause für das Poolie-System nach mehr als 63.000 Pools mit 1,1Millionen Getesteten

Infrastruktur rund um die PCR-Tests an Schulen und Kitas gerät wegen stark steigender Infektionszahlen an seine Grenzen

Stadtverwaltung reagiert auf Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz: andere Priorisierung für Poolie-System

Schulen, Kindergärten und Kitas testen mit Antigen-Schnelltests

Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt für stark steigende Infektionszahlen. Die Sieben-Tages-Inzidenz in Freiburg liegt bei deutlich über 1000, in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen sogar bei mehr als 3400. Bei diesen hohen – und weiter steigenden – Werten gerät die Infrastruktur rund um das Poolie-Testsystem in Schulen und Kitas an ihre Grenzen. Außerdem zeigen die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz von Montag, dass Schüler und Kindergartenkinder künftig bei PCR-Tests anders priorisiert werden sollen.

Das Poolie-Testsystem wird in den kommenden Tagen schrittweise zurückgefahren und ab Montag vorerst ausgesetzt. Alle Schulen, Kindergärten und Kitas werden bis zu dem Tag auf Antigen-Schnelltests umsteigen. Wichtig: Poolie pausiert. Das PCR basierte Corona-Screening wird nicht zu den Akten gelegt. In einer späteren Phase der Pandemie kann dieses sehr effiziente Verfahren reaktiviert werden. Auch die wissenschaftliche Auswertung der Daten durch die Uniklinik läuft weiter.

„Wir haben für unser Poolie gekämpft. Es ist ein innovatives System, das einen entscheidenden Betrag zur Sicherheit unserer Kinder geleistet hat. Wir bedauern den Schritt, aber das System ist derzeit nicht mehr zu halten. Omikron lastet die Laborkapazitäten aus und schafft damit Fakten. Hinzu kommen die politischen Entscheidungen aus der Ministerpräsidentenkonferenz. Wir müssen auf diese Entwicklungen reagieren und wir sind vorbereitet. Dass es Deutschland nicht geschafft hat, in der Pandemie genügend PCRTestkapazitäten vorzuhalten, ist aus Freiburger Perspektive ernüchternd“, sagt  berbürgermeister Martin Horn.

„Unser System funktioniert nur, wenn gewährleistet ist, dass Ergebnisse schnell vorliegen und Kinder und Jugendliche sich ohne zu großen Aufwand nachtesten lassen können. Sonst ist die Belastung für unsere Familien zu groß. Bei der derzeitigen dynamischen Entwicklung können wir das leider nicht mehr garantieren. Wir werden die Lage aber genau beobachten, um in Phasen niedriger Inzidenz wieder auf unser bewährtes System umzusteigen“, so Schulbürgermeisterin Christine Buchheit. Expliziter Dank der Stadtspitze gilt allen Beteiligten für Ihren Einsatz sowie den Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften für Ihre Mitwirkung.

Die aktuellen Zahlen belegen, welche Herausforderungen Omikron für die Test-Infrastruktur darstellt: Am 24. Januar waren insgesamt 92 Pools positiv, das waren rund 15 Prozent aller Klassen und Gruppen, die an diesem Tag getestet wurden. Das hat zur Folge, dass allein an diesem Tag 1500 Kinder und Jugendliche zur Nachtestung müssen – eine enorme Herausforderung für die Testzentren und die Labore.

Denn die PCR-Testkapazität ist begrenzt. Das größte Labor der Region gibt einen Richtwert von rund 25.000 Tests in der Woche an. Das Labor hat mit dieser Kapazität einen Versorgungsauftrag zu erfüllen, hier werden auch die Tests aus Krankenhäusern und Arztpraxen ausgewertet. Bei einer Überlastung der Labore können Proben nicht mehr zeitnah ausgewertet werden. Und PCRTestkapazitäten lassen sich nicht beliebig erweitern, dazu fehlen unter anderem die personellen Ressourcen. Auch Labore in weitem Umkreis wurden deshalb angefragt, ob sie Tests aus Freiburg auswerten können. Doch Omikron sorgt auch hier für eine maximale Auslastung.

Die Stadtverwaltung ist vorbereitet für den Fall, der jetzt eingetreten ist. Die Umstellung auf Antigentests im Fall der Überlastung ist vorbereitet. Die weiterführenden Schulen haben entsprechende Testvorräte bereits in der vergangen Woche erhalten. Die Auslieferung der Testkits an Kitas, Grundschulen, SBBZ und Privatschulen erfolgt noch im Lauf dieser Woche.

Hintergrund: So funktioniert das Poolie-System

gemeinsam getestet. Wattestäbchen werden dabei wie Lollis gelutscht und anschließend gemeinsam ins Labor für die PCRUntersuchung gegeben. Eine Klasse oder eine Kindergartengruppe bildet einen Pool, nur wenn ein Pool positiv ist, müssen alle Kinder einzeln nachgetestet werden. Das System wurde von der Stadt Freiburg gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg und dem Gesundheitsamt entwickelt. Begonnen wurde mit dem Testverfahren an wenigen Schulen im Frühjahr 2021 und dann stetig ausgerollt. Derzeit nehmen 67 Schulen und 201 Kitas Teil. Seit dem Start wurden mit Poolie in mehr als 63.000 Pools insgesamt rund 1,1 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer getestet.

Die Website zur Freiburger Teststrategie wird im Laufe der Woche entsprechend der nun greifenden Pläne aktualisiert. www.poolie-freiburg.de

Veröffentlicht am 25. Januar 2022