"Für eine offene Stadt"

Freiburger Integrationspreis wird zum 10. Mal verliehen

Der „Freiburger Integrationspreis – für eine offene Stadt“ geht in diesem Jahr an den Modernen Kunstverein, die Rosa Hilfe und den Sozialdienst muslimischer Frauen. Erstmals wird ein Sonderpreis für vorbildliche Initiativen im Sport vergeben, er geht an den PTSV Jahn. 2021 wird der Integrationspreis bereits zum zehnten Mal verliehen. 

Die Auszeichnung wird an Freiburger_innen vergeben, die sich vor Ort für Integration und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte einsetzen.

Erster Preis: Moderner Kunstverein (2000 Euro Preisgeld)

Der Moderne Kunstverein und seine Mitglieder bringen Kunst zu den Menschen und Menschen zur Kunst. Und sie tun dies seit zehn Jahren erfolgreich und mit großem Engagement. Die Kunstpatinnen und -paten des Vereins haben es sich dabei zur Aufgabe gemacht, neue und unbekannte Räume für künstlerische und gesellschaftliche Auseinandersetzung zu erschließen. Die Arbeit mit Geflüchteten, die künstlerische und kreative Auseinandersetzung mit Fragen, die mit dem eigenen Ankommen in Deutschland und der Beheimatung in einer neuen Umgebung zu tun haben, eröffnen hier neue Wege für Auseinandersetzung, Dialog und Verständigung auf Augenhöhe, in der alle Beteiligten Lernende sind. Dabei öffentlich Position zu beziehen und Ergebnisse öffentlich zu präsentieren, ist ein Anliegen der Macher_innen, mit dem relevante Themen und Anliegen in die Mitte der Gesellschaft getragen werden können.

AMI-Amtsleiterin Katja Niethammer mit Lena Grimm vom Modernen Kunstverein und Erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach
Amtsleiterin Katja Niethammer mit Lena Grimm vom Modernen Kunstverein und Erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach

Der Moderne Kunstverein versteht es dabei insbesondere, künstlerische Auseinandersetzung unaufgeregt als kommunikatives und kreatives Element der Teilhabe und Integration zu nutzen. So wird auf einfache Weise dazu beigetragen, dass Integration gelingt. Eine nachahmenswerte und im besten Sinne vorbildliche Initiative, deren Arbeit die Jury mit dem ersten Preis würdigt.

Zweiter Preis: Rosa Hilfe Freiburg (1500 Euro Preisgeld)

Die Rosa Hilfe unterstützt seit vielen Jahren queere Geflüchtete verlässlich und engagiert in allen Lebensfragen und -lagen. Asylverfahren, die Bewältigung alltäglicher Herausforderungen, vor allem aber häufig auch eine langjährige persönliche Diskriminierungsgeschichte prägt die Biografie und den Alltag vieler dieser Menschen. Oft beginnt die Geschichte im Herkunftsland, setzt sich während der Flucht fort und ist manchmal auch in Freiburg mit erlebter Ausgrenzung nicht zu Ende. Die Rosa Hilfe ist hier ein Anker, der Beratung und Raum bietet, um sich in Freiburg sicher, an- und aufgenommen fühlen zu können. Seit vielen Jahren stehen die Türen der Rosa Hilfe für queere Geflüchtete aller Nationalitäten und Altersgruppen offen. Ein Angebot, das nicht nur der Zielgruppe umfassend zur Seite steht, sondern in vorbildlicher Weise für Vielfalt und unsere offene Stadtgesellschaft steht.

Urkunde und Blumen für die Preisträger_innen Mathias Falk und Carolin Gschlecht von der Rosa Hilfe Freiburg übergeben von Katja Niethammer und Erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach.
Urkunde und Blumen für die Preisträger_innen Mathias Falk und Carolin Gschlecht von der Rosa Hilfe Freiburg übergeben von Katja Niethammer und Erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach.

Zweiter Preis: Sozialdienst muslimischer Frauen (1500 Euro Preisgeld)

„Wie nutze ich öffentliche Verkehrsmittel, wo erfahre ich, wie ich am schnellsten und günstigsten von A nach B komme? Über eine App? Nie gehört! Ich brauche eine Mail-Adresse, hab aber keinen Plan.“ Scheinbar Selbstverständliches, was viele geflüchtete Frauen nicht wissen, vermittelt der Sozialdienst muslimischer Frauen. Das Angebot ermöglicht ihnen, sich in der Region, im Internet und in den Strukturen zurechtzufinden. Auf diese Weise fördert es Autonomie, Mobilität und Kompetenz und stärkt das Selbstbewusstsein. Die regelmäßigen Treffen in der Auerstraße, dem Sitz des Sozialdienstes, qualifizieren Frauen nicht nur im digitalen Know-how, sondern beantworten auch Fragen nach Frauenrechten, Kinderschutz und zum Bildungssystem. Ein Angebot, das scheinbar Selbstverständliches verständlich erklärt und damit elementares Wissen vermittelt und Wege zu Sprache und Arbeit ebnet.

Ulrike Hegar, Leiterin des Sportreferats, AMI-Amtsleiterin Katja Niethammer, Sportbürgermeister Stefan Breiter mit den Preisträger_innen, Matthias Heitzmann und Christiane Jerg vom Vorstand PTSV Jahn Freiburg, sowie Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach
Ulrike Hegar, Leiterin des Sportreferats, AMI-Amtsleiterin Katja Niethammer, Sportbürgermeister Stefan Breiter mit den Preisträger_innen, Matthias Heitzmann und Christiane Jerg vom Vorstand PTSV Jahn Freiburg, sowie Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach

Sonderpreis: PTSV Jahn Freiburg (500 Euro Preisgeld)

Die Jury hat sich einstimmig für die Vergabe eines Sonderpreises „Sport“ ausgesprochen. Der PTSV Jahn erhält diese Auszeichnung und steht damit auch stellvertretend für viele andere Sportvereine in Freiburg, die sich in ihrer täglichen Arbeit um die Integration insbesondere von Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte kümmern. Mit diesem Sonderpreis wird eine gelungene, unkomplizierte und nachhaltige Integration junger Geflüchteter in den Verein gewürdigt. Beim PTSV Jahn spielen heute in 20 Jugendmannschaften rund 40 Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund Fußball, sie sind seit Jahren selbstverständlich in den Verein eingebunden und integriert.

Die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau unterstützt auch in diesem Jahr den Integrationspreis mit 1000 Euro, so konnte das Preisgeld auf insgesamt 5000 Euro aufgestockt werden. Die 500 Euro Preisgeld für den einmaligen Sonderpreis Sport bringt das Sportreferat der Stadt Freiburg ein. Die Preise wurden am 20. Dezember, im Büro des Ersten Bürgermeisters Ulrich von Kirchbach übergeben. Bürgermeister Stefan Breiter übergab den Sonderpreis Sport.

Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Integrationspreis wird durch eine Jury aus Vertreter_innen des Gemeinderats und des Migrant_innenbeirats vergeben, Juryvorsitzender ist der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach. Die Jury entschied auch über den einmaligen Sonderpreis, die 500 Euro Preisgeld kommen vom Sportreferat. Ausgezeichnet werden können Einzelpersonen, Vereine, Organisationen, Initiativen und Schulprojekte, die sich in vorbildlicher Weise für das Zusammenleben in Freiburg einsetzen. Geehrt werden Aktivitäten, Initiativen und Projekte, die mit ihrem lokalen Engagement einen bedeutenden Beitrag zur Umsetzung der integrationspolitischen Leitziele der Stadt leisten, die sich die Einwohnenden im Leitbild Migration und Integration „Wir in Freiburg“ gegeben haben. Dieses Jahr sind 18 Bewerbungen eingegangen. Die Preisträgerinnen und Preisträger mit der Erklärung der Jury:

www.freiburg.de/integrationspreis

Veröffentlicht am 21. Dezember 2021
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