Pressemitteilung vom 7. Dezember

Entscheidung im Gemeinderat am 14. Dezember: Der Neubau des Rettungszentrums wird jetzt auf den Weg gebracht

Künftig alle Hilfsorganisationen der Gefahrenabwehr unter einem Dach vereint. Baukosten in Höhe von 34,9 Mio Euro

OB Martin Horn: „Dies wird ein nachhaltiger Beitrag zur Daseinsfürsorge in Freiburg, der auch unserer steigenden Bevölkerungszahl Rechnung trägt“

Eines der facettenreichsten Neubau-Projekte in Freiburg nimmt konkret Gestalt an. Gestern hat der Haupt- und Finanzausschuss über den Baubeschluss für die Bauteile H und E des neuen Rettungszentrums an der Eschholzstraße beraten. In seiner Sitzung am Dienstag, 14. Dezember, trifft der Gemeinderat dann die endgültige Entscheidung.

Am bestehenden Standort der Hauptfeuerwache sollen bald alle Hilfsorganisationen des Katastrophenschutzes konzentriert werden, die mit der Feuerwehr Freiburg die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr leisten. Diese Einheiten übernehmen Pflichtaufgaben, durch die sie die Feuerwehr unterstützen und entlasten. Das wäre hinsichtlich Zeit, Personal und Kosten kaum zu stemmen. Deshalb ist die Stadt beim Bewältigen von Großschadens- und Gefährdungslagen, aber auch im Katastrophenfall auf das Mitwirken der Hilfsorganisationen angewiesen.

Die Leistungsfähigkeit der Freiburger Hilfsorganisationen hat sich in der Corona-Pandemie deutlich gezeigt. Seit zwei Jahren sind alle Einheiten mit verschiedensten Einsätzen gefordert. Sie richten Führungsstellen ein, koordinieren Patientenverlegungen, betreiben Testzentren, fahren Mobile Impfteams, unterstützen beim Einkauf und leisten, auch überörtlich, viele weitere Hilfen – zusätzlich zu den regulären Einsätzen. All dies bedarf einer besonderen Vor- und Nachbereitung und einem hohen, jederzeit abrufbaren Ausbildungsstand. Für das Ausbilden, Planen, Vorbereiten der Ausrüstung, Sammeln der Einheiten und Begleiten der Einsätze soll im Rettungszentrum eine zentrale, adäquate Plattform entstehen.

Verschiedene Hilfsorganisationen profitieren vom Rettungszentrum: Ortsgruppen von DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft), DRK (Rotes Kreuz), MHD (Malteser Hilfsdienst), Bergwacht und die Tauchergruppe Pinguine. Sie sind stadtweit, teils aber auch in der Region tätig und bisher auf viele Standorte im Stadtgebiet verteilt. In den Räumen, die sie derzeit nutzen, geht es oft beengt zu; räumlich, hygienisch und funktional entsprechen sie nicht mehr den heutigen einsatztaktischen Anforderungen.

In zwei Bauabschnitten wird zunächst bis 2024 eine Fahrzeughalle (Bauteil E) gebaut. Sie dient der Unterbringung von 25 Stellplätzen für DLRG, DRK, MHD, Bergwacht, Pinguine und die Feuerwehr. Bis 2026 folgt dann ein dreigeschossiges Gebäude (Bauteil H). Neben einer Fahrzeughalle soll es Ausbildungs-, Büro-, Sozial-, Lagerräume, Lehrsäle, einen Speisesaal mit Küche, eine Übungshalle, einen Fitness- und Geräteraum, Umkleiden und Sanitärbereiche für die rund 330 ehrenamtlichen Angehörigen der Hilfsorganisationen und der Freiwilligen Feuerwehr (Führungsunterstützung, Logistik, ABC-Zug) enthalten. Hilfsorganisationen, Feuerwehr und das Haupt- und Personalamt (HPA) sollen die Schulungs- und Sporträume gemeinsam nutzen: tagsüber vor allem das HPA, abends die Hilfsorganisationen und Feuerwehr.

Insgesamt entstehen Baukosten in Höhe von 34,9 Millionen Euro. Vom Land Baden-Württemberg sind Zuwendungen in Höhe von 655.000 Euro zu erwarten. Wegen weiterer Zuwendungen ist die Stadtverwaltung mit Fördergebern in Verhandlungen und erhofft sich deutlich mehr Unterstützung. Das Einsparen von Mietzuschüssen und Vermieten von Schulungsräumen verbessert die Ertragslage um 2,8 Mio Euro. Dem stehen ab 2026 jährliche Folgekosten in Höhe von rund 1,35 Mio Euro gegenüber.

Oberbürgermeister Martin Horn betont: „Das Rettungszentrum wird ein nachhaltiger Beitrag zur Daseinsfürsorge in Freiburg, der auch der steigenden Bevölkerungszahl Rechnung trägt. In Zeiten von Pandemie und negativen Auswirkungen der Klimakrise haben viele am eigenen Leib schon erlebt, wie existentiell wichtig Rettungskräfte und Hilfsorganisationen sind. Für diesen großen Einsatz bedanke ich mich herzlich.“

Bürgermeister Stefan Breiter ergänzt: „Im Rettungszentrum sind künftig alle Hilfsorganisationen der Gefahrenabwehr unter einem Dach vereint. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, sofort einsatzfähige, gut ausgestattete und räumlich zentral verfügbare Einsatzeinheiten zu haben. Von diesem neuen Standort können danach alle Einsatzkräfte zentral gelenkt werden, um eine schnelle Hilfeleistung zu ermöglichen.“

Baubürgermeister Martin Haag hebt hervor: „Die Baumaßnahmen für das Rettungszentrum finden im laufenden Betrieb der Feuerwehr statt. Das erhöht den Aufwand für die Baustelle und verlangt den Feuerwehrangehörigen viel Geduld ab. Eine große Herausforderung war aber auch die Abstimmung der Nutzerwünsche bei gleichzeitiger Vorgabe, kostengünstig zu bauen. Mehrmals haben wir das Flächenprogramm reduziert und komplett auf den Keller verzichtet. Da die Räume im Gebäude H tagsüber, abends und am Wochenende durch verschiedene Gruppen genutzt werden, hoffen wir auch im Betrieb auf Geduld und Verständnis aller Beteiligten.“

Veröffentlicht am 07. Dezember 2021

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