Lernmaterialien für den Besuch des Museums Natur und Mensch

Themenbereich: Heimische Tierwelt

Klassenstufen 5 und 6 im Fach BNT 

Dauer: Für den Besuch der Ausstellung inklusive Bearbeitung des Forscherbuches werden ca. 90–120 Minuten benötigt.

Konzept: Daniel Dann (Gymnasiallehrer für Biologie), Dr. Peter Geißler (Referent für Naturvermittlung, Städtische Museen Freiburg)

Bildungsplan und Kompetenzerwerb

Der inhaltliche Schwerpunkt der Forschungsreise liegt im Bereich der organismischen Biologie, insbesondere der Ökologie. Didaktisch begründet wird dies durch den vernetzenden Charakter der Ökologie in Bezug auf die übrigen Schwerpunkte des Bildungsplanes: Wirbellose, Wirbeltiere und Pflanzen. Ziel der Aufgabenstellungen im Forscherbuch ist es, ein ökologisches Grundverständnis über die Wechselwirkungen und Angepasstheiten von Organismen zu vermitteln. Darüber hinaus werden die Schüler_innen für die Gefährdung der Natur und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihr sensibilisiert. Der Museumsbesuch leistet damit einen Beitrag zur BNE. Folgende Bildungsstandards können geschult werden:

Kompetenzerwerb Bildungsstandards
Inhaltsbezogene Kompetenzen 3.1.5 Wirbeltiere (1, 6) Die Kennzeichen, den Körperbau und die Lebensweise heimischer Wildtiere anhand von Originalobjekten beschreiben.
  3.1.6 Wirbellose (1, 5, 6) Kennenlernen und benennen heimischer Wirbellosen und ihrer Beziehung zu Pflanzen als Bestäuber und Konsumenten.
  3.1.8 Pflanzen (3, 7) Den Aufbau einer Salbeiblüte untersuchen und heimische Bäume erkennen und bestimmen.
  3.1.9 Ökologie (1) Kennenlernen und bestimmen typischer Organismengruppen in den Lebensräumen Wald und Wiese.
Prozessbezogene Kompetenzen 2.1 Erkenntnisgewinnung (1, 8) Phänomene in der heimischen Natur beobachten und beschreiben. Typische Organismen einzelner Lebensräume kriterienbezogen beschreiben und vergleichen.
  2.2 Kommunikation (6, 8) Informationen aus Museumstexten wiedergeben. Informationen in einfachen Skizzen kommunizieren.
Basiskonzepte Struktur und Funktion (Angepasstheit).
Welche Strukturen haben heimische Tiere in Anpassung an ihren Lebensraum entwickelt?
  System (Stoff- und Energieumwandlung, Information und Kommunikation).
Wer frisst was? Stoffkreisläufe und Vernetzung heimischer Lebensräume kennen lernen.
Leitperspektiven Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Welche Auswirkungen hat unser Verhalten auf heimische Lebensräume und ihre Bewohner.

Die Forschungsreise

Die Forschungsreise nimmt die Schüler_innen mit in eine fiktive Geschichte einer Wildschweinbache und ihrem Frischling, aus deren Sicht sie heimische Lebensräume entdecken. Dadurch werden Interesse und Motivation geweckt und eine gelenkte Auseinandersetzung mit den Ausstellungsobjekten ermöglicht. Das Wildschwein fungiert dabei als tierischer Sympathieträger. Zudem eignet es sich aufgrund seiner Ökologie gut, um die unterschiedlichen Lebensräume zu vernetzen. Das Wildschwein als omnivorer Anpassungskünstler steht dabei als evolutionsbiologischer Gegenentwurf zur engen ökologischen Nische anderer Tierarten, an denen sich verschiedene ökologische Beziehungen aufzeigen lassen.Spielerisch werden Artenkenntnis und ökologische Zusammenhänge vermittelt sowie naturwissenschaftliche Arbeitsweise erlernt. Die beiden Aufgabenstellungen zum „Nahrungsnetz Wald und Wiese“ eignen sich gut zur Reorganisation und Vertiefung des Gelernten und schulen systemisches Denken der Schüler_innen als wichtigen Beitrag zur BNE. In der kooperativen Arbeit von zwei Gruppen aus beiden Erlebnisräumen lernen die Schüler_innen ihr Wissen in geeigneter Weise zu präsentieren und gemeinsam anzuwenden. Die Durchführung als „Stationenlernen“ ermöglicht ihnen – entsprechend ihres Arbeitstempos – differenziert zu arbeiten. Freiwillige Zusatzaufgaben stellen eine weitere Binnendifferenzierung nach Interesse dar. Als Belohnung für ihre Arbeit erhalten die Schüler_innen ein „Wildscheindiplom“ als weiteres motivierendes Element.

Einbettung in den Unterricht

Der vernetzende Charakter der Ökologie, die den didaktischen Rahmen des Forscherbuches darstellt, bietet unterschiedliche Möglichkeiten, den Museumsbesuch in den BNT Unterricht der Klassenstufen 5 und 6 einzubinden. Unterrichtseinheiten zu den Themenkomplexen: Säugetiermerkmale; Merkmale unterschiedlicher Wirbeltiergruppen; Körperbau und Angepasstheit unterschiedlicher Insekten; Bestimmung heimischer Laub- und Nadelbäume können vorbereitend vor einem Museumsbesuch oder als unmittelbar inhaltlich anknüpfender Abschluss durchgeführt werden. Auch die Nachbereitung in Form einer Wald-Exkursion ist eine sinnvolle Ergänzung und Weiterführung der Inhalte des Forscherbuches. Zudem können die im Forscherbuch enthaltenen Wahlstationen im Unterricht in der Schule der Vor- und Nachbereitung dienen. So ist beispielsweise der Film „Leben in der Rotte – Wildschweine“, der Einblicke in die Lebensweise der Wildschweine gibt, als digitale Wahlstation konzipiert. Abrufbar ist der Film über Planet-Schule: https://www.planet-schule.de/sf/filme-online.php?film=753

Praktische Hinweise und Ablauf

  • Jede_r Schüler_in benötigt für den Ausstellungsbesuch ein ausgedrucktes Forscherbuch, einen Bleistift und ein Radiergummi. Das Dokument im Downloadbereich sollte im Querformat auf Din-A4-Blätter beidseitig (schwarz-weiß oder farbig) ausgedruckt und entsprechend der Schülerzahl kopiert werden – anschließend bitte mittig falten und tackern.
  • Zu Beginn sollten die Schüler_innen in einer kurzen Einführung über den Ablauf und zeitlichen Rahmen des Museumsbesuchs, den Aufbau des Begleitmaterials sowie die Arbeitsanweisungen und Ergebnisdokumentation informiert werden. Dann erfolgt eine Aufteilung der Klasse in zwei Gruppen auf die beiden Erlebnisräume „Wald“ und „Wiese“.
  • Innerhalb der Räume bearbeiten die Schüler_innen entweder einzeln oder in Stammgruppen von 3–5 Personen die Aufgaben. Hierfür können die „Forscherausweise“ (siehe Downloadbereich) genutzt werden.
  • Die Reihenfolge der Bearbeitung ist egal. In einer Wahlstation können die Schüler_innen mithilfe ihres Smartphones auf einen fünfzehnminütigen Film „Leben in der Rotte – Wildschweine“ zugreifen, der Einblicke in die Lebensweise der Wildschweine gibt. Die Lehrkraft entscheidet dabei im Voraus, ob Sie die Nutzung des digitalen Lernangebots gestattet oder nicht.
  • Die arbeitsteilig zu bearbeiteten Erlebnisräume „Wald“ und „Wiese“ können abschließend auch in Expertengruppen kooperativ ausgewertet und das Gelernte mithilfe der Grafiken „Nahrungsnetz Wald bzw. Wiese“ noch im Museum oder im Unterricht vertieft werden. Auch Fotografieren, z. B. mit dem Smartphone, ist überall in der Ausstellung erlaubt. Die Schüler_innen können ihre Ergebnisse dadurch zusätzlich dokumentieren.

Empfohlener Ablauf

1. 5-10 Minuten Einführung:
Vorstellung des „Forscherbuchs“ und Einteilung der Gruppen entsprechend der beiden Erlebnisräume
2. 60 Minuten Stammgruppenphase 1: Stationenlernen in Arbeitsgruppen.
Die Schüler_innen informieren sich alleine bzw. in Arbeitsgruppen über die einzelnen Stationen und lösen die Aufgabenstellungen schriftlich.
3. 20 Minuten Stammgruppenphase 2: Nahrungsnetz „Wald“ bzw. „Wiese“.
Die Schüler_innen vervollständigen mithilfe ihres Expertenwissens gemeinsam das Nahrungsnetzwerk zu ihrem Erlebnisraum
4. 30 Minuten Expertengruppen:
Einzelne Teams aus beiden Erlebnisräumen präsentieren ihre Nahrungsnetze und informieren über die Beispiele aus den Ausstellungen und die ökologischen Zusammenhänge.
(kann auch nachbereitend in der Schule erfolgen)

Informationen zur Ausstellung

Die Erlebnisräume des Museums Natur und Mensch ermöglichen ein aktives Entdecken natürlicher Vielfalt regionaler Naturräume in Freiburg und Umgebung sowie das Lernen mit allen Sinnen. In der Ausstellung werden Tierpräparate und naturalistische Dioramen in abstrahierter Umgebung präsentiert, um den Fokus auf das Wesentliche eines Habitats zu legen. Didaktisch reduzierte Begleittexte informieren über Lebensräume, Arten und ökologische Zusammenhänge. Wiederkehrende Mitmachelemente in Form von Wundertrommeln, Schubkästen oder Schiebern zur Angepasstheit, Fortbewegung oder Artenkenntnis wecken den Forschergeist und erleichtern den Zugang zum Verständnis der Biodiversität. Auch der Wechsel der Jahreszeiten fließt mit ein.

Im Erlebnisraum, „Wald“ lernen die Schüler_innen an ausgewählten Beispielen heimische Baumarten sowie die Lebensweise verschiedener Tier- und Pilzarten in ihrer Bedeutung im Ökosystem kennen. Dabei geht es um biotische Interaktionen und Angepasstheiten von Lebewesen bzw. Nahrungsbeziehungen sowie den Nährstoffkreislauf.

Im Erlebnisraum „Wiese“ lernen die Schüler_innen, welche Blütenpflanzen, Insekten, Singvögel in einer Streuobstwiese und auf der Kuhweide leben und erkennen die Bedeutung dieser Kulturlandschaften für die Artenvielfalt. Insekten schwirren von Blüte zu Blüte und bestäuben diese, Greifvögel erobern auf Beutefang die Lüfte. Die Schüler_innen erforschen, was Schnabel und Füße über die Lieblingsnahrung eines Vogels verraten. Auch das Hinterwälder Rind ist als Pflanzenfresser und regionale, seltene Nutztierrasse zu sehen. So werden an verschiedenen Beispielen unterschiedliche ökologische Beziehungen im Nahrungsnetz „Wiese“ thematisiert und veranschaulicht

© Archäologisches Museum Colombischlössle – Städtische Museen Freiburg, Ausstellung "Tales and Identities. Deine Entscheidung – Deine Geschichte", Foto: Axel Killian
Waldemar. Gestaltung: Maike Thiedemann.

Öffnungszeiten

Mittwoch–Sonntag, 10–17 Uhr
Dienstag, 10–19 Uhr

Eintrittspreise

5 Euro / erm. 3 Euro

Eintritt frei unter 27 und mit dem Museums-PASS-Musées

Tickets

Kontakt

Museum Natur und Mensch

Gerberau 32
79098 Freiburg
Tel.: +49 761 201-2566
mnm@stadt.freiburg.de
Ansprechpersonen

barrierefrei erreichbar, rollstuhlgerecht mit Hilfe über Aufzug, rollstuhlgerechtes WC