Projekt Frauen*orte

Die Frauenbeauftragte der Stadt Simone Thomas, Birgit Heidtke von der Feministischen Geschichtswerkstatt und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach enthüllen Gedenktafel
Die Frauenbeauftragte der Stadt Simone Thomas, Birgit Heidtke von der Feministischen Geschichtswerkstatt und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach enthüllen Gedenktafel (Foto: Patrick Seeger/ Stadt Freiburg)

Gedenktafeln erinnern an Freiburgs erste Stadträtinnen

"Mädchen und Frauen heraus aus der Finsternis": So steht es auf einem Wahlplakat am 19. Januar 1919 – einem historischen Datum mit Strahlkraft. An jenem Sonntag vor über 100 Jahren fand nicht nur die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung statt, zum ersten Mal in der deutschen Geschichte durften nun auch Frauen reichsweit wählen und gewählt werden. Im Rahmen des Projekts "Freiburger Frauen*orte", initiiert von der Feministischen Geschichtswerkstatt Freiburg, erinnern drei Tafeln an Frauen, die 1919 zu den ersten gewählten Politikerinnen Freiburgs zählten.

Gedenken an Pionierin Mathilde Otto und andere

Die erste Erinnerungstafel, heute feierlich vom Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach eingeweiht, ist Mathilde Otto gewidmet. Die katholische Sozialpolitikerin war die erste – und einzige – weibliche Stadträtin Freiburgs in der Weimarer Republik. Von 1922 bis 1926 machte sie Stadtpolitik im Oberhaus des Stadtparlaments. 1919 war Otto außerdem Mitglied im Badischen Landtag.

Am Rotteckhaus gedenkt eine zweite Tafel Lina Wäldin, die sich im Freiburger Verein für Frauenstimmrecht engagierte und 1919 zu den ersten weiblichen Stadtverordneten der liberalen DDP gehörte. Am ehemaligen Sitzungsort des Stadtparlaments in der Weimarer Republik, dem Historischen Kaufhaus, erinnert ein dritter Frauen*ort an alle 14 gewählten Kommunalpolitikerinnen von 1919.

Auch über 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts gibt es in den Parlamenten noch immer keine Geschlechterparität. Deshalb ist es wichtig, dass mit den Tafeln Erinnerungsorte entstehen. Die Freiburger Frauen*orte machen das Wirken von Freiburgerinnen im öffentlichen Stadtraum nachhaltig sichtbar.

Simone Thomas, Frauenbeauftragte der Stadt Freiburg

QR-Codes liefern vor Ort an den Tafeln zusätzliche Informationen zu den Kommunalpolitikerinnen – als Text oder Audio. Im Ensemble funktionieren die Tafeln so als Audioguide und können in einem individuellen Stadtrundgang erkundet werden. Das Sozialministerium Baden-Württemberg fördert das Projekt der Feministischen Geschichtswerkstatt Freiburg in Kooperation mit der städtischen Frauenbeauftragten im Rahmen des 100jährigen Jubiläums zum Frauenwahlrecht in Deutschland 2019.

Weitere Tafeln geplant

Der Verein Feministische Geschichtswerkstatt Freiburg entwickelt Projekte zur regionalen Geschichte und Erinnerungskultur. Die Freiburger Frauen*orte sind ein wachsendes Unterfangen, das der Verein in den nächsten Jahren weiter verfolgt. Zwei Tafeln sind bereits in Vorbereitung: für die Juristin Dr. Erica Sinauer, deren Weg als Wissenschaftlerin 1933 an der im NS gleichgeschalteten Universität jäh endete und die im KZ Auschwitz ermordet wurde. Und für Lina Haack: Die Sozialdemokratin war in der Revolution 1918/19 Arbeiterrätin und später Kommunalpolitikerin in der Weimarer Republik. Weitere Infos zu den Freiburger Frauen*orten finden sich online unter www.femwerkstatt.de/die-ersten-frauen-im-stadtparlament.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema gibt es im aktuellen Amtsblatt Nr. 797

Veröffentlicht am 30. Juli 2021
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